Hallo liebe alle,
Ich habe nie gedacht jemals in so einer Situation zu sein, oder einen Beitrag in ein Forum zu schreiben. Heute ist es so weit.
Ich weiß nicht mehr weiter und kann mich selbst nicht mehr hören. Daher meine Situation:
Mein Freund und ich sind seit 4 Monaten zusammen. Wir kennen uns seit 11 Jahren und hatten vor 9 Jahren einige Monate eine Art Affäre, in der wir uns verliebt hatten. Viel Frame und Tränen und er der sagte er möchte nicht mit mir zusammen sein. Wir haben uns nie ganz aus den Augen verloren. Jahre nicht gesehen und dann vor über einem Jahr haben wir wieder zueinander gefunden. Auch hier war es nicht leicht aber seit 4 Monaten sind wir ein Paar und unglaublich glücklich. Trotz Fernbeziehung (400 Kilometer), obwohl er ein Kind (8) mit der Frau hat, wegen der es damals zwischen uns nicht geklappt hat.
Alles egal, wir wollten nächstes Jahr zusammen ziehen und haben über Hochzeit usw gesprochen.
Vor knapp 4 Wochen habe ich festgestellt, dass ich schwanger bin. Und war schockiert. Ich bin 34 Jahre alt und in meinem Leben gab es nie einen Kinderwunsch. Mit ihm konnte ich es mir zwar aufeinmal vorstellen, aber da war kein „Ich möchte unbedingt Kinder mit ihm“. Eine Woche später als er zu mir kam habe ich es ihm gesagt und die erste Reaktion war besser als erwartet. Er hat gesagt er freut sich, er sagte es ist was schönes, wir haben Leben gezaubert und er läuft nicht weg. Das hat mir Mut gemacht. Zwei Tage später kam sein Zusammenbruch und er meinte er schafft das nicht und hat mich gebeten das Kind nicht zu bekommen.
Ich dachte er braucht einfach ein wenig Zeit.
Ich war beim Arzt, bei pro familia um mir alle Möglichkeiten anzuhören und an dem Tag nach der Beratung haben wir böse gestritten und er meinte er würde lieber sterben als dieses Kind mit mir zu bekommen. Da ist etwas in mir zerbrochen. Zwei Tage später hatte ich einen Ultraschall und habe das Herz gesehen und ich habe mich unglaublich auf mein Baby gefreut. Und war zeitgleich so traurig, dass ich den Moment nicht mit ihm teilen konnte.
Am Wochenende darauf war ich bei ihm. Wir haben 3 Tage geredet, geweint, ich habe ihm verschiedenen Lösungen aufgezeigt. Aber er sagt er kann nicht. Auf die Frage ob er nicht will oder nicht kann sagte er immer wieder er würde so gerne, aber er kann nicht.
Er will erst sein Leben regeln, einen anderen Job finden, sein Haus los werden, mit mir Zeit verbringen. Wir sollten uns besser kennenlernen, usw.
Ich denke nicht, dass es Sinn macht darauf zu hoffen, dass er seine Meinung ändert. Er liebt mich, aber er ist nicht bereit. Er versprach mir ein Leben mit ihm, Hochzeit und vielleicht später Kinder. Er sagte sogar er könnte es sich vorstellen aber eben nicht jetzt. Aber versprechen kann er es mir nicht…
Und ich zerbreche an der Entscheidung mein Kind oder meine Beziehung.
Und daran wie ich es alleine mit dem Kind schaffen soll.
Ich denke an einen Abbruch. Und gleichzeitig an mein Baby, dass ich jetzt schon liebe.
Ich finde momentan keinen Weg. Und schon gar keinen Weg ohne ihn, obwohl ich doch eigentlich so stark bin.
Ich wünsche mir so sehr, dass wir es versuchen, scheitern können wir immer noch. Aber seine Haltung ist ganz klar, wenn ich das Kind bekomme, muss ich es alleine machen.
Hallo Tani,
mich hat deine Geschichte an die Geschichte einer Bekannten erinnert, die sie mir mal an einem Abend erzählt hat. Zauberhaft, wie ihr wieder zusammengekommen seid.
Und auf eine Art auch zauberhaft, dass du, die du dir nie ein Kind vorstellen konntest, nun dieses Kind möchtest. Und deshalb schreibst du in diesen Forum. – Was du auch nie gedacht hättest.
Ist voll gut, dass du schreibst! Sich selbst hören – ja, und dann braucht man einfach Resonanz.
Jetzt war seine erst gut, dann wieder nicht mehr.
Vielleicht kann oder konnte er sich auch selbst nicht mehr hören!?
Was will er denn, wenn er nicht mit dir dieses Kind bekommen möchte?
Wie stellt er sich sein weiteres Leben mit dir (?) vor?
Und wäre es für dich überhaupt noch möglich?
Für mich wirkt dieses überraschende Schwanken wie ein „Rückfall“ in Unsicherheit und wenig Selbstvertrauen. Er will, aber kann nicht.
Es hat nun so viel Zeit gebraucht, bis ihr euch wieder gefunden habt. Nun darf es auch Zeit brauchen, bis er seine Kraft wieder findet. Das andere Kind hat er auch. Das kann ihm einerseits Kraft geben: o.k., dann schaffe ich es auch mit der Frau, die ich liebe.
Oder genau das kann ihn aus der Spur bringen: Mit der Mutter von meinem Kind bin ich nicht mehr zusammen, ich bin kein guter Vater ... so was könnte er denken.
Und er kann auch neu denken. Es liegt an seiner mentalen Einstellung. Und auch an der Zeit. Da denkst du schon richtig.
Ich würde das Kind nicht aufgeben. Wenn er dich verlässt, hast du immerhin das Kind. Und eher verbindet es euch, als dass es euch trennt. Mag vielleicht zu schön klingen, um wahr zu sein. Trotzdem: Wir leben doch aus guten Vorstellungen.
Meine Freundin sagt: „Name ihres Kindes“ ist das Beste, was ich von ihm habe.
Dass ihr wieder zusammegekommen seid ist eine Wirklichkeit. Und sollte er nicht bleiben, weißt du, dass es nicht nur ein Traum war, wenn du dein Kind bei dir hast.
Du hast dich in ihm nicht total getäuscht. Da war/ist Liebe.
Und vielleicht merkt er auch, dass er sich nicht getäuscht hat und merkt, was er alles kann.
Kurz: Wenn du dich gegen das Kind entscheidest, vermutlich auch gegen die Beziehung.
Wenn du dich für das Kind entscheidest, entscheidest du dich für die Möglichkeit der Beziehung.
Verwirkliche du deine Überzeugung: Alles versuchen, wenn er nicht bleibt, dann ist es seine Entscheidung.
Auch für dich ist es eine Frage der Zeit, dass du einen Weg findest, wie du es auch alleine schaffen würdest.
Puh, das war jetzt viel ...
Ich möchte dich einfach ermutigen.
Für so viel, was gerade (wieder) neu ist zwischen euch beiden, ist ein Kind natürlich auch viel. Ich denke, euch beiden hilft Zeit! 🥰
Vielen Dank für deine Antwort.
Sie hilft mir ein kleines bisschen zu sehen, was ich auch schon gedacht habe.
Wenn ich den Abbruch wegen ihm mache, gegen das, was ich mir wirklich wünsche, werde ich es ihm vielleicht nie verzeihen, sein Kind hassen, weil meines nie leben konnte. Immer daran denken. Und wahrscheinlich würde die Beziehung zerbrechen, nicht mit Sicherheit. Aber es würde immer zwischen uns stehen.
Aber gleichzeitig habe ich so große Angst davor alleine mit dem Kind zu sein. Ohne ihn zu sein, schon wieder…
Mein Kind würde seinen Vater nicht kennen, weil er ganz klar sagt, dass er nichts damit zu tun haben will. Nicht, weil es ihn nicht interessiert. Sondern weil er nicht noch ein Kind von einer Frau will, mit der er nicht zusammen ist. Er sagte auch, er würde es nicht überleben wenn ich ihn mit dem Kind verlasse. Ich denke er hat auch sehr viel Angst davor wieder in der Situation zu sein verlassen zu werden, das Kind (wie sein jetziges) so sehr zu lieben und kaum zu sehen (die Mutter wohnt sehr weit mit dem Kind entfernt). All das macht ihm zusätzlich zur Verantwortung und seinem Leben und seiner psychischen Verfassung Angst. Er will alles richtig machen, sieht aber keinen Weg. Ich denke nicht, dass das Kind uns verbindet, ich denke er wird sich sehr zurückziehen und mein Kind wird niemals seinen Vater kennenlernen.
Er hat sich sein / unser Leben so vorgestellt:
Er wollte mir im Dezember einen Antrag machen und Anfang nächsten Jahres mit mir zusammen ziehen. Und dann hat er sich gut vorstellen können Kinder mit mir zu bekommen, er meint er hätte mich schon überredet. Das war sein Plan. Jetzt ist der Ablauf anders und ich kann nicht verstehen wo sein Problem liegt. Denn er will es ja alles, nicht jetzt, ich wollte das jetzt auch nicht. Aber es ist nun mal so.
Und meine Entscheidung muss ich alleine fällen. Er meinte auch ob wir das nicht zusammen entscheiden sollten… Aber es gibt hier keinen Kompromiss. Wie können wir zusammen entscheiden, wenn einer es nicht will und der andere unbedingt?
Und warum denke ich über einen Abbruch nach? Ehrlich?
Weil ich ihn nicht verlieren möchte. Ich kann kaum atmen wenn ich daran denke die Schwangerschaft, die Geburt und die nächsten Jahre ohne ihn zu verbringen. Immer an ihn zu denken. Und an ein Kind ohne Vater. An mich alleine, immer am Limit, im ersten Jahr auch finanzielle Sorgen.
Ich weiß nicht wie ich diese Entscheidung treffen kann…