Hey :)
Ich habe vor einem Jahr abgetrieben.. ich war mit meinem Freund grade erst 6 Monate zusammen und wir beide standen zu dem Zeitpunkt, wie auch heute, in keine so guten finanziellen Lage. Und nicht nur das, wir waren absolut nicht bereit dafür, es war viel zu früh und die Entscheidung kam sofort und fühlte sich richtig an.
Ich hab einen Termin bei meine Gynäkologin gemacht, mich beraten lassen ind das ganze tam tam was dazu gehört. Leider war sie etwas unvorsichtig und meine Augen zu schnell, ich habe das Ultraschall Bild gesehen, mit der Notiz Herzschlag zu hören. Ich war schockiert das zu hören, dennoch blieb ich bei meiner Meinung, dass es jetzt definitiv nicht passt und ich es nicht will, genauso wie mein Freund auch ( eigentlich ich es fast alleine entschieden, ich habe ihn vor vollendete Tatsachen gestellt, er war dennoch der selben Meinung). Es waren höllische Schmerzen… meine Ärztin sagte mir dass es eher selten sei und viele Symptomlos verlaufen, was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte. Danach kam das Hormon Chaos, ich habe viel geweint und habe viele kleine Rituale gemacht um mich davon zu lösen bzw. Es zu verarbeiten. Es hat eine Weile gedauert, aber dann war alles gut.. erstmal… es kommt immer wider hoch, ich vermisse sie ( ich bin mir so sicher, ich habe es gespürt, dass es ein Mädchen geworden wäre) Ich vermisse sie immer wieder und es schmerzt. Ich frage mich ob ich alleine damit bin? Es ist so seltsam, ich war fest entschlossen und bis heute weiblich, dass der Zeitpunkt nicht gut war und ichsoe definitiv nicht wollte, und dennoch schmerzt es mich… ich war immer der Meinung das ich keine Kinder möchte, aber seitdem sehne ich mich danach, aber manchmal auch nicht, dann bin ich wieder glücklich kinderlos zu sein..
Hallo liebe Lale,
du warst vor einem Jahr sicher in deiner Entscheidung und hattest nach den schlimmen Schmerzen und den Abschiedritualen deine Spur wieder gefunden. Es war alles gut. Und kommt immer wieder hoch.
Vielleicht war es zu früh für Abschiedsrituale? Dass du die Trauer, damit meine ich „sie vermissen“ erst gar nicht kommen hast lassen. Bzw. lassen sich Trauer und Abschied nicht von einem selbst aus lenken. Wenn man einen lieben Menschen verliert, geht es ja auch zunächst um Abschiedsrituale. Vielleicht trotz Trauer. Oder die Trauer kommt später, weil alles so viel war. Es ist alles möglich.
Es ist ein Ereignis in deinem Leben, das du vermutlich immer wieder von einer anderen Warte aus betrachten wirst und auch mit unterschiedlichen Gefühlen.
Die Frage, ob du ein Kind oder Kinder bekommst in deinem Leben, ob du das überhaupt möchtest – sie hängt damit zusammen. Und trotzdem ist das eine Zukunft, das andere Vergangenheit. So leben wir unser Leben.
Manche Entscheidungen beschäftigen uns immer wieder.
Die Rituale, wenn du dich erinnerst, können dir jetzt auch helfen. Den Abschied nochmal in Gedanken nachvollziehen.
Sich ein Kind wünschen bleibt oft ambivalent. Oder ist es, sobald man schwanger ist. Es ist einfach eine große Umstellung und vieles kann man sich nicht vorstellen.
Bist du mit deinem Freund noch zusammen?
Liebe Layla, danke für deine Antwort und deine lieben Worte, dass hat mir schon etwas geholfen.
Ja, ich bin immer noch mit meinem freund zusammen. Irgendwie hat uns das noch näher zueinander geführt.
Liebe Lale,
das freut mich, dass ihr weiterhin zusammenhaltet. Und dass meine Antwort dir etwas geholfen hat.
Du kannst für dich sammeln, was dir hilft, vielleicht aufschreiben oder anders "aufheben", als Bild oder Symbol, einem Gegenstand in deiner Umgebung eine Bedeutung für einen hilfreichen Gedanken geben, damit du den Gedanken in dir wachhältst.
Daraus kann sich wieder etwas entwickeln.
Alles Liebe und Gute für dich und euch beide! 🫶