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meine Mutter hat aus Zwang ihr ungeborenes Kind abgetrieben.

meine Mutter hat aus Zwang ihr ungeborenes Kind abgetrieben.
Guten Morgen... Erst mal möchte ich kurz über mich vorstellen. Meine Eltern und ich sind taub und sind in Russland geboren. Wir wurden 1996 nach Deutschland umgezogen. Also möchte ich euch fragen: Meine Mutter hat aus Zwang/Befehl von meinem Vater ungeborene Kind (1990) abgetrieben. Weil mein Vater meinte, dass er kein weiteres taube Kind haben wolle. [ABER: Er hat andere Frau gevögelt und hat anderes Kind, d.h. ich habe eine Halbschwester, die ist 5 Monate jünger als ich] Aber ich kann noch nicht beurteilen ob meine Mutter wegen der Abtreibung Alkoholsucht ist. Jetzt hört sie auf, aber damals trank sie immer bei dem Feier oder einfach so. Ich erinnere mich noch als ich aus der Schule nach Hause angekommen war und sie war bereits betrunken und ich war sehr wütend. Denn ich mag es nicht zu sehen wie sie betrunken ist. Sie hat keine Freundin ausser Webcam-Freundin (ihre Klassenkameradin aus Russland) und bleibt immer alleine zu Hause. Sie rastet immer kleinste Sache/kleinsten Fehler aus. Sie beschwerdet sich immer über meinem Vater dass sie ihn nicht mehr liebt und hat OFT über die Scheidung gebärdet. Aber sie hat einfach kein Mut mit meinem Vater zu scheiden. Ich weiß sicher dass sie Trauma hat, aber 100% ein Grund der Abtreibung? Wenn ja, wie kann ich sie helfen? Auch wenn sie sich vor Psychologie weigern würde? Vielleicht habt ihr paar Tipps wie ich sie herausfinden kann damit der Grund geklärt sein soll? Danke im Voraus! Lg sibiria89
5 Antworten
beim lesen deines Postings, sind viele Erinerungen in mir wach geworden. Meine Mutter hat ihr drittes Kind abgetrieben als ich 16 war. Erfahren hab ich es 10 Jahre später von ihrer Schwester. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt bereits verwirrt. Ich konnte mit ihr nicht mehr darüber reden. Von wem weißt du das deine Mutter abgetrieben hat? Von ihr? Wenn "ja", dann kannst du mit ihr reden, vor allem zuhören. In dem du zuhörst, erfährst du, was sie am meisten bedrückt, dann kann man entsprechend handeln. Aber erzähl doch mal über eueren Alltag. Wie redet ihr miteinander? Könnt ihr von den Lippen lesen? Wie verständigt ihr euch miteinander? Was macht ihr beruflich? Verzeih mir so banale Fragen, aber ich kann mir überhaupt nichts über euch vorstellen. Ja, ich bin auch in einem komministischen Land geboren. Meine erste Muttersprache ist kroatisch. Jetzt ist es deutsch. Mein Horizont hat sich dadurch sehr geweitet. Bevor ich weiterschreibe, ist es gut, wenn ich mehr von dir weiß, sonst schreibe ich sachen die dich gar nicht interessieren. Also das wichtigste ist, das du deiner Mutter zuhörst, falls sie mit dir redet. liebe grüße, ich warte auf dein schreiben mirjana
Hallo Mirjana, also ich habe aber von meinem Vater erfahren wo er ausrutschte und sofort stoppte. Ich war unter Schock und habe ihn sofort gefragt: "WARUM NUR WEGEN TAUB? Wer weiß ob zweite Kind taub sein würde? Es kann doch sein dass zweite Kind hörend sein würde." So fühle ich mich diskrimmiert und habe Mitlied für meine Mutter. Da sind wir taub d.h. wir verständigen uns durch russische Gebärdensprache -> meine erste Muttersprache war russische Gebärdensprache und jetzt ist es deutsche Gebärdensprache. Wir wohnen nicht zusammen sondern in der Nähe ca. 15 Minuten entfernt. Meine Eltern haben keine Arbeit und ich arbeite zur Zeit als Gebärdensprachdozentin und immer nur abends. Und meine Mutter hat mir bereits vorhin gesagt dass sie zwei ungeborene Kinder abgetrieben hat, deutlich ein ungeborene Kind von anderen Mann bevor ich noch nicht auf der Welt gekommen bin. Und ein ungeborene Kind von meinem Vater als ich 1 Jahr alt war. Aber sie hat mir nie einmal gesagt dass sie aus Zwang von meinem Vater abgetrieben hat. Oft habe ich sie gesagt dass sie mit mir über alles offen reden kann, da kann ich mehr geklärt sein und sie selbstverständlich gern zuhören. Sonst hört meine Frage nicht auf. Leider redet sie nicht so viel offen.
das du dich wieder gemeldet hast. Auch mir tut es gut sich mit jemanden auszutauschen der gleiche Erfahrungen gemacht hat. Es ist ein guter Anfang das du von der Abtreibung von deinem Vater weißt. Du schreibst, das er ausgerutscht ist und sofort still war, könnte es aber sein, das er auch leidet und von dir getröstet werden wollte? Oder wollte er sich rechtfertigen? Er hat zwar gesagt, das das Kind vieleicht auch taub sein könnte aber das war bestimmt nicht der Grund für die Abtreibung. Vieleicht fühlte er sich überfordert oder wollte auf nummer sicher gehen und es dem Kind ersparen. Durch deine Schockreaktion (was ganz normal ist) war er gleich still. Er wollte dich auch nicht diskriminieren. Weißt du, wenn man verletzt ist, verletzt man andere. Ich weiß nicht was du mit ihm für einen Umgang hast, aber es ist gut auch mit ihm zu reden, sich auszusprechen und ihm auch verzeihen. Deine Mutter hat sich bereits, dir sehr offen anvertraut. Es ist sehr schmerzlich über Abtreibungen zu reden. Weiß dein Vater von der ersten Abtreibung? Mit deiner Mutter mußt du sehr viel Geduld haben. Du kannst ihr zwar Fragen stellen aber sie darf nicht das Gefühl haben das du sie ausfragst oder drängst. Mit der Zeit wird sie immer mehr vertrauen haben und mehr reden, erzwingen kann man das nicht. Es könnte aber auch sein das es ihr noch mehr Schmerz bereitet, doch das ist auch gut, dadurch wird die Wunde gereinigt und kann heilen. Mit einer Scheidung wäre deiner Mutter auch nicht geholfen. Weißt du, das ist wieder ein anderes, sehr langes Thema. Ich denke, was du mit deiner Mutter redest, mußt du nicht unbedingt deinem Vater erzählen und was du mit deinem Vater redest mußt du nicht deiner Mutter erzählen. Du würdest wahrscheinlich in eine Zwickmühle kommen weil du ihnen beiden nahe stehst. Nun, ich hoffe das ich nicht kompliziert geschrieben habe und du damit etwas anfangen kannst. Auf jedem fall freue ich mich wenn du dich wieder meldest. lg Mirjana
Dieses Buch ist von dem Psychiater Kenneth McAll: Er hat genau über dieses Problem geschrieben, Frust, Unglück, Krankheit nach Abtreibung und wie er Heilerfolge erzielte: Familienschuld und Heilung. Vielleicht liest sie es auch selber? Ich glaube eine erzwungene Abtreibung ist eine ziemlich schwere Verletzung. Opfer leiden meist mehr oder länger als die Täter und ich denke Alkohol nutzen viele um ihre Gefühle zu betäuben. Erst mit der Vergebung hört man auf, darunter zu leiden. Als ehemaliges Gewaltopfer weiß ich wovon ich schreibe. Ich habe viele Jahre Angst, Wut und Hass mit mir herumgeschleppt. Mein Ex hätte mir nicht über den Weg laufen dürfen. Nach vielen Jahren habe ich vergeben und ich fühlte mich leicht und frei, als wäre ein Felsen von meinem Herz/meiner Seele gefallen. Meine Gedanken kreisten nun nicht mehr ständig um diesen Menschen. Gott sei Dank. Es gibt zur Vergebung sehr gute Vorträge zum Anhören von dem Arzt Dr. Helmut Renner, Google doch mal. Dieser Mann hat festgestellt, dass Vergebung heilend wirkt auch bei körperlichen Krankheiten. Ist deine Mutter religiös (katholisch, orthodox), dann könnte sie mal eine Lebensbeichte versuchen. Mir geht es nach meinen Beichten immer blendend, egal wie traurig ich vorher war. Dafür soll sie aber sich einen guten Priester suchen (man mag nicht jeden).
ich stimme dir zu, dass Abtreibung eine schwere Verletzung gegen die eigene Person darstellt. Allerdings ist die Wahrnehmung dieser Verletzung sehr unterschiedlich ... unterschiedlich je nach Frau, je nach Lebens- und Werteeinstellung und je nach weiteren Erfahrungen und Erkenntnissen im eigenen Leben. Eben das eigene Leben spielt eine sehr große Rolle ... darum ist es sehr schwierig, anderen in Bezug auf ihre Verletzungen seinen eigenen, für sie fremden Weg zu zeigen. Es freut mich für dich, dass du deinen persönlichen Weg gefunden hast und es ist schön, dass es dir dabei so blendend geht. Aber wie du selber geschrieben hast, hast du viele Jahre gebraucht, um für dich diesen Weg zu finden ... Ich denke, jede Frau sollte die Zeit bekommen dürfen, die sie persönlich braucht, um ihren eigenen Weg zu finden! Wenn wir einer Frau helfen wollen, ist es immer am besten zu fragen, welche Hilfe sie sich eigentlich wünscht, um wieder Fuß fassen zu können. Viele Grüße, Brigitte (Moderatorin)