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Fehlgeburt vortäuschen

Fehlgeburt vortäuschen
Hallo ihr Lieben! Ich bin in der 7. SSW ungeplant schwanger. Ich kann das Kind nicht bekommen, meine Entscheidung steht fest. Ich hatte bereits das Gespräch mit einer Dame von Pro Familia, das Vorgespräch mit dem Frauenarzt und einen Termin für Donnerstag zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch. Ich bin seit drei Jahren mit einem türkischen Mann zusammen, die Beziehung läuft seit Beginn meines Studiums im letzten Jahr nicht mehr gut. Er kontrolliert mich sehr, ich schaffe es aber nicht mich zu trennen, ich habe einfach Angst davor wie er reagiert, weil er sehr laut und impulsiv ist. Er weiß, dass ich schwanger bin, sieht in mir jetzt schon das Hausmütterchen, das ich aber nicht sein kann und will und will am liebsten, dass ich mein Studium sofort beende. Das ist für mich keine Option und wenn ich es endlich geschafft habe mich von ihm zu trennen, dann will ich mein Leben leben. Soviel zu den „Rahmenbedingungen“. Meine Fragen an euch sind nun: wenn ich am Wochenende die Blutung bekomme und der Embryo abgeht, kann ich ihm den Abbruch als Fehlgeburt „verkaufen“? Wird ein Frauenarzt im Krankenhaus bei der Untersuchung merken, dass ich die Medikamente genommen habe? Ich bin so verzweifelt! Es ist aber für mich und meine eigene Zukunft die einzige Lösung. Danke, Kathi
4 Antworten
deine eigentliche Frage, ob ein Arzt im KKH feststellen kann, dass es eine herbeigeführte Fehlgeburt ist, kann ich dir nicht beantworten. Aber ich möchte dir trotzdem schreiben. Du steckst echt in einer schwierigen Situation. Und ich kann mehr als gut verstehen, dass du dich nicht in die Rolle der Hausfrau am Herd stecken lassen möchtest. Du bist eine selbstbewusste junge Frau, und das ist gut so, und ganz richtig. Weißt du, ich denke, wenn du die Abtreibung durchziehst, solltest du auch deinem Partner gegenüber dazu stehen. Du brauchst wegen ihm nicht zu lügen. Und wenn du Angst hast, dass etwas passiert, verlasse ihn sobald als möglich, denn dann stimmt etwas grundsätzliches nicht (was ja auch zu sein scheint). Könntest du denn zu deinen Eltern, einer Freundin ziehen? - Mir stellt sich aber auch die Frage: Gäbe es nicht vielleicht auch eine andere Möglichkeit - Trennung und das KInd bekommen? Das KInd kann ja ganz sicher nichts für die unerquickliche Gesamtsituation. Jetzt im Studium ist das nicht gerade das, was man geplant hätte, aber es geht. Konntest du mit der Beraterin auch über einen Plan B sprechen, abwägen zwischen verschiedenen Handlungsoptionen. Und die gibt es vielleicht. Entscheiden kann ich mich doch nur, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, die ich abwägen kann. Ich glaube, die Leute bei der Beratungsnummer hier, können sich auf verschiedene Lebenssituationen einstellen und mit dir schauen, wie es weitergeht (vielleicht auch die Frage nach der Fehlgeburt beantworten). Liebe Kathi, ich konnte dir jetzt wahrscheinlich gar nicht weiterhelfen mit deinem Problem. Aber dein Posting hat mich berührt und ich wollte dir auf jeden Fall schreiben. Steh zu dir und lass dich zu nichts drängen. Hoffentlich kannst du heute Nacht schlafen. - Und vielleicht schreibst du ja wieder. Ich schaue, ob ich was finde. Vici
Ich möchte gerne zu deinen Fragen schreiben. Ich denke, das ist das Drängendste für dich, weil du da die Lösung siehst. Zum Einen: ..... kann ich ihm den Abbruch als Fehlgeburt „verkaufen“? Das "kannst" du schon. Also von der Information her. Ob es dir selbst entsprechend geht und du das dann "kannst", könnte für dich auch wichtig sein. Denn diese "Fehlgeburt" hat ja zwei Bedeutungen: sie soll Richtung Loslösung aus der Beziehung ein Schritt sein. Und für dich ist es doch das, was es eben auch ist: der Verlust deines Kindes - das Beenden der Schwangerschaft. Wie du es für dich eben sagen würdest. - Welche Gefühle du primär zu der Schwangerschaft hast, ist vielleicht gänzlich überlagert. Nichtsdestotrotz gibt es sie. Ich hoffe, das ist dir bewusst. Die andere Frage: Wird ein Frauenarzt im Krankenhaus bei der Untersuchung merken, dass ich die Medikamente genommen habe? Wenn ich dich richtig verstehe, hast du vor, bei dem einen Arzt die medikamentöse Abtreibung einzuleiten und dann woanders hinzugehen. Also ins Krankenhaus. - Das stelle ich mir eher schwierig vor - für beide Ärzte, ob du nun verschweigen kannst, was du nicht sagen möchtest oder nicht. Ich denke, um deiner selbst willen wäre EIN Arzt wichtig, oder? Was ich aber dich fragen möchte: Wie ist dein weiterer Plan, von ihm loszukommen? Denn das ist doch dein eigentliches Ziel. Liebe Grüße von Layla
Hast du dann die ganzen Termine mit Profamilia und so alles alleine gemanagt? Und dann sicher auch vor ihm geheim gehalten? So wie du den ganzen bisherigen Ablauf beschreibst, klingst du sehr entschlossen und ohne Gefühl, da will der eine Satz „ich bin so verzweifelt“ gar nicht recht dazu passen… moni
Liebe Kathi, wenn ich deine Worte so lese, wird die Trennung mit oder ohne Schwangerschaft nicht leicht werden. Schließlich hattest du ja auch vor der Schwangerschaft schon Angst dich von deinem Freund zu trennen. Du teilst die Vorstellungen deines Freundes nicht. Genau das musst du ihm sagen. Ich denke, dafür solltest du dir Unterstützung holen. Jemanden, der bei dir ist und dir ein sicheres Gefühl gibt. Du musst das nicht alleine durchstehen. Und dann stell ich mir die Frage, ob du dein Kind bekommen würdest, wenn die von dir beschriebenen Rahmenbedingungen anders wären. Die Umstände sind für dich das, was dieses Kind für dich so unmöglich macht zu bekommen. Wenn du das Kind deswegen jetzt nicht bekommst, dann ist das ja genau das, was du eigentlich nicht willst: Dich von deinem Freund in deiner Lebensgestaltung beeinflussen lassen. Vielleicht hast du Angst, wie es wäre, wenn du das Kind bekommst und dadurch mit deinem Freund verbunden bleiben würdest. Das kann ich gut verstehen. Es gibt da sicher Lösungen, die du vielleicht jetzt noch nicht sehen kannst. Sowas lässt sich dann auch über Ämter regeln, wenn eine direkte Einigung nicht möglich ist. Liebe Kathi, ich denke durch die Beendigung der Schwangerschaft wird deine Angst nicht verschwinden und dein Problem nicht gelöst sein. Zumal du ja auch jetzt die Angst hast, dass eine vorgetäuschte Fehlgeburt auffliegen könnte. Was sagt dir denn dein Herz, wenn du die Umstände einfach mal ausblendest? Ganz liebe Grüße dir!