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Ungewollt schwanger, zum zweiten Mal

Ungewollt schwanger, zum zweiten Mal


Hallo zusammen! Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben. Ich bin seit gestern panisch, habe aber das Gefühl, dass ich gerade mit niemandem reden kann. Ich muss meine Gedanken aber mal rauslassen und hoffe zugleich auf ein wenig Input. Danke für's Lesen. Ich versuche, mich kurz zu fassen.

Ich denke, ich bin ungewollt schwanger. Das zweite Mal innerhalb genau zwei Jahre, der gleiche Mann, eine ähnliche Ausgangssituation.

Ausgangslage: Ich bin selbstständig im Kreativbereich, er (seit drei Jahren mein Partner) kommt aus Nordamerika, arbeitet befristet in Deutschland an einer Schule (Visum auch bis eben dahin, noch knapp 9 Monate, wie praktisch).

Passiert ist: Ich bin gerade berufsbedingt im Ausland. Er hat mich besucht. Wir haben mit Kondom verhütet. Seit dem SS-Abbruch vor zwei Jahren bin ich sehr penibel, dass alles schnellstmöglich sitzt und bla. Als wir "fertig" waren, machte er mich auf die schleimige Substanz am Kondom aufmerksam. Da beim Rumdücken am Kondom aber nichts war, das Zeug auch weder gerochen noch geschmeckt hat und ich auch grad einfach noch im Rausch war, bin ich fest davon ausgegangen, dass es sich um meinen eigenen Schleim handelt. Aber wahrscheinlich und offensichtlich lag ich mit dieser absolut naiven Haltung völlig daneben. Ich bin jetzt drei tage drüber. Meine Tage kommen sonst immer nach 28 Tagen, und warum sollte es grade nach diesem Unfall, den ich übrigens völlig vergessen hatte, anders sein. Indiz: Mir war danach nicht so, als wäre Sperma aus mir rausgekommen, aber ne Woche Tage später, so fand ich, roch mein Ausfluss seltsam. Ist ja auch egal. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher. Ich bin gerade ziemlich abgeschieden, an einen Test komme ich nicht ran, aber ich fühle, was ich fühle.

Es gibt mehrere Konflikte, die hier einhergehen.

Zum letzten Mal vor zwei Jahren:

Kurz nachdem ich Schwarz auf Weiß hatte, dass ich schwanger bin, ging es mir bis zum Abbruch dermaßen schlecht (Wahrnehmungsstörungen, Schwindel, Übelkeit - ich lag zwei Wochen komplett und nicht wirklich anwesend im Bett und hab nur sehnlichst auf den Tag gewartet, an dem es endlich vorbei ist).

Ich habe ergo nicht nur Angst vor der Entscheidung, sondern auch vor den kommenden Wochen. Das nicht zuletzt, weil ich noch 7 Wochen bin, wo ich jetzt bin. Wenn das wieder so schlimm wird, dann ... weiß ich nicht, was ich hier überhaupt soll und wie ich auch überhaupt abreisen soll.

Abgesehen davon habe ich auch so eine leicht ausgeprägte Schwangerschaftsphobie. Diese ganzen Hormone, die kommen, das Leben in meinem Bauch - das ist für mich alles (leider) nichts, was mir natürlich vorkommen könnte. Ich habe Berichte gelesen, dass sich das mit der Zeit ändern kann - beispielsweise, wenn man Bewegungen spürt. Mir wird beim Gedanken dran schlecht.

Nichts desto trotz - es ist meine zweite Schwangerschaft und ich bin Anfang 30 und ich sollte einen weiteren Gedanken an die Möglichkeiten verschwenden. Für mich war nie klar, ob ich ein Kidn war. Die meisten Eltern, diese Selbstaufgabe und all das - es macht mir keine Freude. Ich bin ein selbstbestimmter Mensch, ich definiere mich auch in der Arbeit über meine Individualität. Leider kenne ich nicht viele Mütter, die so cool mit der Mutterschaft umgehen, wie ich es mir für mich vorstellen wollen würde. Ich kenne keine Mutter, die es in meinem Beruf je zu was gebracht hat (und ich bringe es schon jetzt nicht zu irgendwas). Warum sollte grad mir das alles gelingen - dazu hab ich nicht das Vertrauen. Und das liegt auch an der allgemeinen Situation. Wie eben schon angedeutet: Die Finanzlage ist mehr als desaströs. ich selbst verdiene > 8000, mein Freund arbeitet Vollzeit für nicht viel mehr als einen Tausi. Wenn ich Sozialhilfe annehme, riskiere ich meine Integrität als Kulturschaffende. Ich fliege aus der Künstlersozialkasse, man will mich vermitteln und umpolen. Und wann soll ich eigentlich freischaffend arbeiten? Das klingt in vieler Ohren vielleicht bescheuert, aber vielleicht kann sich der eine oder andere doch da reindenken. On top die Situation mit dem Ausland - das Visum meines Freundes läuft aus, wir haben noch keinen Plan, wie es weitergehen soll. Er hat nichts Handfestes, ich hab nichts handfestes, wir haben keinen festen Wohnsitz. Die wenige Kohle, die ich immer noch irgendwie rausmeistern kann, stecke ich in Low-Budget-Reisen, in denen ich manchmal noch arbeite (WOOFing). Diese Reisen sind essentiell für meine kreative Arbeit. Es geht mir hier nicht um die Zeit, sondern ums Geld. Ich möchte mich nicht aufgeben. Es klingt alles recht eindeutig, was? Ich wünschte, ich würde das alles anders sehen.

Aber ja, noch mal zurück: ich habe große Angst vor den kommenden Wochen, mit diesem tendentiellen Gedanken, abzutreiben. ich habe das Gefühl, ich kann es grad niemandem sagen. Mein Freund hat grad Gäste zu Hause und vor meinen Freundinnen ist es mir schlicht peinlich, schon wieder mit der gleichen Geschichte anzukommen. Die müssen doch denken, ich spinne. Ich denke das im Übrigen auch. Und ich habe Kopfschmerzen.

Danke fürs Lesen. Es tat gut, das aufzuschreiben. Ich werde mich noch per e-Mail an eine Beratungsstelle wenden.

Vielleicht hat irgendjemand eine Idee, wie ich meine Gedanken irgendwie positiver lenken kann, bezüglich pro Kind. Vielleicht muss ich auch akzeptieren, dass das nicht zu mir passt.

11 Antworten


Hallo Elinn,

dass dir das Schreiben gut tut, kann ich mir gut vorstellen Im Ausland (vielleicht mit anderer Zeitzone), dein Partner (wieder aus einem anderen Land) hat dich besucht, du bist fern ab von Freundinnen - soviel Natur um dich herum, dass gar keine Einkaufsmöglichkeiten da sind... ist doch wirklich gut, dass es Internet gibt. Dass deine Tage ausbleiben, kann vielleicht auch andere Gründe haben. Zeitumstellung zum Beispiel, ja nachdem, wo du bist?!

Du lebst im Job viel Kreativität - und jetzt ist auf einmal Stillstand. Wenn dir das Schreiben gut tut, ist das eine prima Möglichkeit für jetzt. Im Schreiben liegt ja auch die Chance, dass es sich in einem klärt. So wie mit dem Tagebuch schreiben. Es ist womöglich ein erstes Schrittchen, damit du deine (neue?) Spur findest. Cool mit dem Muttersein umgehen - wie stellst du dir das cool vor? Was würde für dich dazugehören? Wenn du mal frei heraus die Gedanken spinnst...

Du willst dich noch per Email an eine Beratung wenden. Hast du hier auf der Seite schon das Kontaktformular gesehen?! Wäre ja gleich eine Möglichkeit. Schreib' auf jeden Fall wieder, was dir für Gedanken kommen.

Liebe Grüße!


Guten Abend Elinn,

vielleicht ist grad bei dir schon tiefste Nacht und du stehst auf, wenn ich dann schlafen gehe...

Ich hab versucht mir vorzustellen wo du sein magst und mein erster Gedanke war ähnlich wie Sanne hier schreibt:

Wer weiß ob dir Zeit- und evtl. Klimaumstellung nicht einen Streich spielen. Einen regelmäßigen Zyklus zu haben ist eine feine Sache, trotzdem sind wir Frauen keine Uhrwerke, und äußere Einflüsse können den Rhythmus schon mal durcheinander bringen und sogar einen Eisprung weit hinauszögern.

Eigentlich kannst du dich drauf verlassen, ich kann’s gut nachvollziehen, wenn die Verzögerung bei deiner Geschichte jetzt erst mal Panik auslöst.

Die Erinnerung kommt hoch und in Gedanken gehst du dem nach, was du eigentlich so nicht nochmal durchleben willst.

Ich hab deinen Beitrag mehrmals durchgelesen und bleib am Ende wieder bei dem Anliegen hängen das du ganz am Ende noch einmal auf den Punkt bringst.

Wie könntest du deine Gedanken positiver lenken, bezüglich pro Kind

Contra Kind hast du schon mal durch... Wie könnte die Alternative aussehen, ohne dass du dich selbst aufgeben musst – weder deine Kreativität, noch deine Individualität.

Ich denke gerade das, was dir so „unaufgebbar“ wichtig ist, könnte dir helfen deinen ganz eigenen Weg zu finden. Wenn du dort jetzt eh nicht wegkommst, hättest du 7 Wochen Zeit um in deinen Gedanken und vielleicht auch mit Stift und Papier genau diesen Entwurf zu zeichnen wie es für dich stimmig sein könnte.

„out oft the box“ vielleicht kennst du diesen Ausdruck der nichts anderes meint, als über das Gewohnte und vielleicht auch über negative Erfahrungen und Ängste hinaus zu denken.

Könntest du so eine Vorstellung entwickeln? Einfach mal weiterspinnen: Was wäre wenn....

Liebe Grüße

Linda


Hallo Elinn,

diesmal könnte es für dich anders ausgehen. Du wünschst es dir und schreibst deine bisherigen Gefühle nicht fest, sondern möchtest sie lenken. Zum Kind lenken, falls du wirklich schwanger bist. Das habe ich - bei allen Bedenken - als "Ansage" gehört.

Spontan fällt mir ein, dass es genau deine Aufgabe sein könnte, so eine coole Mutter zu sein, wie es sie eben noch nicht gibt - sondern nur in deiner Vorstellung. Du müsstest ja deshalb nicht alles selbst erfinden, aber die Zusammenstellung wäre ganz deine eigene, was du wie und wann machst.

Und dann - das wundert mich, dass du da kein Beispiel vor Augen hast - bin ich immer wieder Künstlerinnen begegnet (also nicht persönlich ....), die gerade durch Schwangerschaft und Geburt und Kind eine kreative Wendung gemacht haben und in den Fokus der Aufmerksamkeit gerieten. (Ich kann dir jetzt leider keine Namen nennen .... - du siehst ich bin leider nicht wirklich versiert. Ich habe aber wirklich etwas davon gesehen!)

Mir fallen dann noch Filme ein mit positiver Lenkung: Lola rennt (immer wieder ein weiterer Versuch, eine Situation gut zu lösen), Chocolat (Mutter und Tochter - aber dein Freund ist ja schließlich dabei - trotzdem vielleicht inspirierend - und sie reisen!!) Und schließlich fast noch warm: Der Film "weit". Ein junges Paar macht sich auf den Weg nach Osten, bis es im Westen wieder nach Hause zurückkehrt. Sie waren dann drei Jahre unterwegs. Und kamen zu dritt nach Hause.

Und nun fällt vielleicht dir was ein .....

Das mit den Finanzen musst du eh mal genau angucken. Das lohnt sich auf jeden Fall. Gehörst du - abgesehen von von der Künstlersozialkasse - einer Künstlervereinigung oder so etwas Ähnlichem an? Einem Kreis Gleichgesinnter? Wo man sich in diesen Dingen auch mal Tipps holen kann. - Dein aktuelles Ausland hat hoffentlich eine gute medizinische Infrastruktur!? - Jedenfalls hast du Netzempfang.

Es geht dir noch nicht so furchtbar schlecht wie damals am Beginn der Schwangerschaft. Muss sich auch nicht wiederholen!

Und er? Er weiß noch gar nichts von deinen Gedanken? Alles ganz frisch heute?

Mach ruhig in deinem Tempo! Und sag nur da was, wo du wirklich möchtest.

Liebe Grüße von Layla


Hallo Sanne, Linda und Layla! Ich schicke euch meinen allerliebsten Dank für eure Antworten. Ihr gebt mir auch jetzt ein warmes Gefühl, deswegen möchte ich schreiben. Es gibt gute Neuigkeiten: Ich habe letzte Nacht meine Tage bekommen. Wisst ihr, ich bin davon nicht ausgegangen. Das liegt vermutlich grad dran, dass dieser Unfall - der also doch kein Unfall war - passiert ist, ich diese Vorgeschichte habe und dass meine Zeitzone eigentlich nur ne Stunde verschoben ist. Dass irgendwas anderes als eine Schwangerschaft schuld sein könnte - begreif ich auch jetzt nicht, aber egal.

Mir haben diese letzten zwei Tage, besonders aber gestern, wo ich wirklich panisch war, allerdings viel gegeben.

Zum Beispiel auch die Gewissheit, dass meine damaligen Komplikationen wie Wahrnehmungsstörungen und Apathie bestimmt auch zu einem großen Maße mit dem mentalen Stuatus zu tun hatten. Ich hatte mir das ohnehin gedacht, weil die Beschwerden damals fast direkt nach dem Abbruch aufhörten (was ja hormontechnisch kaum Sinn ergibt) und ich fast direkt danach endlich wieder was essen wollte und ein bisschen klarer gesehen hab. Und auch gestern habe ich Seltsamkeiten entdeckt, Kopfschmerzen habe ich sonst nie, und schwindelig war mir auch ein bisschen, keinen Appetit etc. Das ist schon mal gut zu wissen, für den Fall, dass ich wirklich mal gewollt schwanger sein möchte.

Und auch zu diesem Punkt habe ich bemerkt, dass ich mich tatsächlich geöffnet habe. Ich werde mir die Beratung zu meiner deprimierenden Finanzlage auf jeden Fall durchlesen und mal sehen, was meine Möglichkeiten tatsächlich hergeben. Das ist eben auch der wichtigste Faktor - ein halbwegs gesichertes Netz. Ich komme ja mit sehr wenig sehr gut klar, aber DAS muss eben auch da sein.

Auch die Ideen bezüglich einer Mutterschaft, meinem Beruf und der Individualität - es ist eben auch sehr an die Finanzlage geknüpft. Ich werde das trotzdem alles noch mal durchdenken.

Um die Frage zu beantworten: für mich ist eine coole Mutter die, die sich nicht aufopfert und selbst verliert. Ich sehe Frauen, denen das passiert. Eine meiner besten Freundinnen. Tatsächlich ist es sogar das, was sie wollte. Sie hat einen Job, einen Mann, alles geregelt, langweilt sich, geht nicht mehr aus: Jetzt passt ein Kind, "dann bin ich beschäftigt und habe eine Aufgabe". Das ist natürlich ihr überlassen, wie jede Entscheidung und jeder Grund. Aber für mich kommt das nicht in Frage, im Gegenteil macht es mir große Angst. Die Vereinnahmung vom Baby sehe ich leider überall. Wahrscheinlich lasse ich mich da abschrecken und muss auch mal wieder mehr Vertrauen in mich selbst fassen.

Aber schaut, all diese Gedanken sind sehr gut. Und ich werde sie nicht gleich wieder wegschieben.

Ich danke euch sehr. Und ich will mir die Filme ansehen. Danke für die Tipps.

Ich bin euch wirklich unheimlich dankbar. Mir ging's so schlecht gestern, ich bin noch nicht ganz fit. Eure Reaktionen waren und sind sehr wichtig. Euch soll viel Sonne scheinen! Ich verdrück gleich ein Tränchen!


Liebe Elinn,

was für eine unglaublich bewegende Antwort!!! Vielen Dank für dein ehrliches und offenes Erzählen. Gleichzeitig spüre ich deine Erleichterung, die Panik darf abfallen und du kannst auf dich wirken lassen, was dir die letzten Tage gebracht haben, einfach wunderbar!

Zugern wäre ich jetzt da wo du bist – nur eine Zeitzone entfernt und doch so abgelegen... das macht mich neugierig aber egal!

Zu der "coolen Mutter" kommen mir noch Gedanken, die ich gern mit dir teilen möchte. Ja, ich glaub es gibt die Gefahr, dass Mütter sich selbst aufgeben und die Kinder zum einzigen Lebensinhalt werden. Das ist für alle Beteiligten „ungesund“, denn Kinder sind uns eigentlich nur eine Zeit lang anvertraut und dann dürfen und müssen wir Mütter sie in ihr eigenes Leben entlassen. Um das gut zu schaffen ist es sogar wichtig, dass man sich auf dem Weg nicht selbst verliert.

Aber, ich kann als glückliche Mutter auch sagen, dass es Opfer erfordert. Jedes Leben lebt davon, dass sich jemand dafür „hingibt“. Hingabe ist kein Modewort, ich weiß es, aber vielleicht kennst du als Künstlerin die Momente, wo du mit dem was du erschaffst - wie eins bis – dich hingibst an dein Werk, darin aufgehst, dich ganz investierst – was auch immer es ist, und egal wie genau du das nennen würdest...

Wenn du dieses Gefühl kennst, dann kannst du auch nachempfinden wie viel dir solche Momente zurückgeben. Und ich verspreche dir: ein Kind, dass du selbst auf die Welt gebracht hast, kann dir soviel mehr zurückgeben als jedes (Kunst)-werk es jemals könnte – einfach weil es lebendig ist!

Deshalb wünsche ich dir sehr, dass du die vergangene Geschichte noch einmal anschauen und verarbeiten kannst. Damit sie dich nicht für deine Zukunft blockieren muss.

Für alles andere findest du Mittel und Wege wenn du einfach dranbleibst!

Liebe Grüße in die nahe Ferne und alles Beste für dich!

Linda


Liebe Elinn,

jetzt ist es so ganz anders ausgegangen, als du es dir gestern überhaupt vorstellen konntest Ich hab’ mich heute sooo gefreut über dein Update! Danke! Und bin natürlich froh, dass du Entwarnung bekommen hast. Auch wenn du nicht schwanger bist, ist jetzt etwas anders als vorher. Ich find’s irgendwie freier, wie du heute schreibst...

Jedenfalls kannst du jetzt ganz ohne Druck die Gedanken mal laufen lassen. In Ruhe herausfinden, wie du es machen würdest, wenn du Mutter wärst, was du nicht möchtest und was dir wichtig ist. Es gibt so viele Möglichkeiten und als kreative Frau wirst du sie bestimmt entdecken.

Schön, dich hier kennengelernt zu haben! Wo auch immer diese abgeschiedene Gegend liegt, wo du dich grade aufhältst (weiß nicht, wie stark du dort beruflich eingespannt bist) - ich wünsche dir weiterhin eine gute Zeit dort und dass du sie in guter Erinnerung behältst.

Guten Abend und gute Nacht dir!

Sanne


Hey Elinn,

deine Nachricht hat mich auch sehr gefreut!! Einmal freue ich mich mit dir, dass du (jetzt noch) nicht schwanger bist. Und zum anderen: dass du in diesen zwei Tagen etwas erlebt hast, was es möglicher werden lässt. Die Tage waren wie eine kleine Erprobung. Mental und auch körperlich (wo sich tatsächlich teilweise das Mentale auswirkt).

Das mit dem Tränchen und dem warmen Gefühl, wie du deine Nachricht einrahmst – es schwappt richtig rüber zu mir.

Du bist auf dem Weg. Du erlebst, was sich in dir an neuen Gedanken entwickelt und du sträubst dich nicht. Du lässt ein wenig locker ....

Ich glaube, dir ist die Selbstlenkung sehr wichtig. Und du befürchtest, dass du sie mit Kind verlieren könntest. Oder freiwillig bzw. unbemerkt aufgeben. Dass Frauen (Freundinnen!) mit Kind nicht mehr dieselben sind wie vorher, macht dir Angst.

Es ist wohl beides und du kannst es schon in deiner Art steuern, zulassen, lenken: Eine Mutter ist irgendwie hingerissen von – ja – ihrem „Kunstwerk“. Und doch ist sie gleichzeitig die Künstlerin.

Irgendwie trifft es das mit dem „lebendigen Kunstwerk“: Ein gegenseitiges Gestalten.

Man verliert natürlich schon etwas durch ein Kind. Vielleicht sogar Dinge, die man längst mal losgeworden wäre. Und anderes „verliert“ man vorübergehend, es ist ein temporäres Aufgeben. Das kann man aber auch lenken. Und schade, wenn deine Freundin sich so ganz „hineinplumpsen“ lässt und für dich nicht mehr erreichbar ist. Vielleicht passt es ja wirklich für sie. Eines Tages wird sie wieder eine Aufgabe finden (müssen!), weil das Kind nicht immer alles ausfüllt! Und wie gut ist das!!

Und - man gewinnt etwas durch ein Kind. Das ist auch klar.

Du wirst es in deiner Weise und zu deiner Zeit machen. „Vorher“ beobachtet man einfach sehr scharf und kann damit durchaus Weichen stellen, wie man etwas machen möchte. Jetzt schaust du erst mal nach den äußeren Dingen. Das tut dir ganz sicher auch einfach selbst gut, wenn du finanzielle Dinge klarer hast und das Netz sicherer ist.

Alles Gute für dich, deinen Weg und eure Beziehung – denn er ist ja auch unterwegs (und wie wörtlich!!!)!

Und genieß jetzt deine Auslandszeit in vollen Zügen!!

Liebe Grüße von Layla


Liebe Linda, Sanne und Layla!

Eure Worte bewegen mich, deswegen möchte ich euch noch mal schreiben. Habt so viel Dank, dass ihr euch die Zeit genommen und noch mal geschrieben habt. Ihr sollt wissen, dass eure Worte mich erreicht haben!

Ihr sagt alle ähnliche Dinge, und jede von euch nennt Punkte, die mir in ihrer Betrachtung wichtig sind (auch in einem Maße, wie es mir vorher nicht klar war). Der Vergleich mit dem Schaffen von Kunst war zum Beispiel wundervoll. Das Darin-Aufgehen, und das auch damit verknpüfte Wieder-Loslassen und was einem diese Dinge geben - ja, das kenne ich, und ja, warum soll es bei einem Kind anders sein. Und ja, ich opfere für alles, was ich tue. Dieser Auslandsaufenthalt fordert genauso seine Opfer, wie das Zurückkehren und eben alles. Alles schränkt auch mich als Kunstschaffende ein, auf dem einen oder anderen Wege. Ein Kind als gar nicht so statisch (als eingrenzend), sondern es in seiner Entwicklung auch immer wieder Veränderungen für mich bringen zu sehen, das finde ich ziemlich spannend.

Ich habe eine Antwort bezüglich meiner Finanzen bekommen, von einer Beratungsstelle. Es sieht wirklich nicht rosig aus. Für mich ist aber erst mal interessant genug, dass ich mich mit anderem Blick an die Thematik setze. Ich wünschte immernoch, nicht so verkopft da ran gehen zu müssen - es ist sicherlich nicht sonderlich förderlich. Aber vielleicht legt sich das auch mit ein bisschen Vertrautheit zu meinen neuen Gedanken und Einschätzungen.

Ich denke, mehr gibt es gerade nicht zu sagen. Ein bisschen Zeit, ein paar Gespräche und dann mal sehen, wo es hingeht.

Danke euch, wirklich. Ich wähne mich sehr, sehr glücklich mit euren Nachrichten.

Ich wünsche euch alles Liebe und Gute!


Du hast es beim ersten Male geschafft, du schaffst es auch jetzt! Klar ists schlimm - echt schlimm und da kann ich echt nicht mitreden - , wenn es einem derart mies geht in der Schwangerschaft.

Aber es geht vorbei - wie beim erstenmal.

Frage: Möchtest du dein erstes Kind missen? Das klingt für mich in deinen Zeilen nicht durch.

Und so wirds dir auch mit dem jetzigen gehen. Du packst das - und eines Tages wirst du dich freuen.

Ganz viel Kraft wünsche ich dir!


Liebe Luise,

ich denke du hast ihren ersten Beitrag falsch verstanden. Sie hat noch kein Kind. Aber so wie das gelaufen ist wäre es ja durchaus denkbar, dass das nicht für immer so bleibt hm?

Dir eine gute neue Woche!

Linda


Zitat: Ich denke, ich bin ungewollt schwanger. Das zweite Mal innerhalb genau zwei Jahre, der gleiche Mann, eine ähnliche Ausgangssituation.

Hm, darauf habe ich mich bezogen. Sorry, wenn ich da etwas missverstanden habe.

Dennoch: Das Kind hat ein Recht auf Leben. Auf SEIN Leben.