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3. Kind - wir sind uns nicht sicher.....

3. Kind - wir sind uns nicht sicher.....


Hallo,

ich möchte Euch kurz von unserer aktuellen Situation erzählen und hoffe evtl. ein paar Meinungen und Erfahrungen mitzunehmen.

Wir sind Eltern von 2 gesunden Kindern, beide aktuell berufstätig und finanziell ist soweit auch alles in geregelten Bahnen. Wir haben ein Haus, an dem wir noch abzahlen, aber grundlegend ist alles bestens.

Ich, der männliche Part, war ursprünglich immer gegen ein 3. Kind, da meine Partnerin aber nach dem 2. Kind weiterhin den Wunsch hatte ein 3. Kind zu bekommen habe ich mich nach etwas Hin und Her davon überzeugen lassen und wir haben uns ans 3. Kind gemacht. Für mich war damit die Entscheidung für ein 3. Kind eigentlich gefallen.

Nun ist es seit ca. 10 Wochen soweit, dass wir wissen, dass meine Frau schwanger ist. Und seitdem ist (leider) alles anders:

Sie ist sich nicht mehr sicher, ob es das richtige ist mit dem 3. Kind.

Sie hat Angst, dass Sie den 3 Kids nicht gleichermaßen gerecht werden kann oder zukünftig bestimmte Dinge nicht mehr so einfach möglich sein werden wie noch mit 2 Kindern (Urlaube, Schulausflüge, Studium und was sonst noch alles auf uns zukommt).

Diese Angst hat sie mir auch natürlich geäußert und ich bin seitdem total verunsichert, da ich selbst nicht mehr weiß was wir tun sollen.

Auf der einen Seite passt soweit ja alles und ein 3. Kind würde zwar mehr Aufwand bedeuten, auch wieder mehr Stress , ein neues Auto etc. Aber das wäre doch alle lösbar....!

Für mich als Mann ist es natürlich auch einfacher, da ich morgens in die Arbeit gehe und abends wieder nach Hause komme......!

Wir waren jetzt schon 2x in einer Abtreibungsklinik, haben es aber nicht geschafft es tatsächlich abzutreiben, da wir uns einfach nicht sicher sind was das Richtige ist.

Ich für mich bin mir sicher dass wir es schaffen würden, aber ich habe Angst davor, dass egal welche Entscheidung wir treffen, dass meine Frau es als die falsche Entscheidung empfindet.

Nachdem wir bei beiden Terminen aus der Klinik gegangen sind, habe ich mich immer deutlich besser gefühlt und gedacht es wäre auf jeden Fall nicht die falsche Entscheidung gewesen.....vermutlich hätte ich es als "falsch" empfunden wenn wir das Kind abgetrieben hätten, aber das weiß man eben nicht.

Auf jeden Fall haben wir jetzt noch 2 Wochen Zeit und ich glaube dass meine Frau immer noch zweifelt....sind diese Ängste normal? Ich weiß es nicht......muss mir gerade das irgendwie auch hier mal von der Seele schreiben, also nicht wundern wenn alles etwas durcheinander klingt.....!

3 Antworten


Beim Lesen kamen mir viele Vorstellungen und Gedanken zu Eurem Weg ... aber einen ganz klaren Impuls, worauf ich Dir etwas schreiben möchte, kam mir da: .... sind diese Ängste normal?

Ich möchte Dir ein JA in allergrößter Schrift schreiben!!

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Deine Frau, die ihrem Herzenswunsch gefolgt ist (und Du mit - wie schön ist das!!), jetzt unsicher wird. Es ist ungewöhnlich drei Kinder zu haben und man bekommt das Gefühl, nicht mehr mitzukommen. Nicht mehr den "Standard" halten zu können. Und das greift einen sehr sehr an. Das kann den Herzenswunsch darunter (und das ist ja eigentlich die Liebe) schier ersticken. Und wegen der Liebe bringt ihr es eben nicht über´s Herz. Das kann Dir schon mal Sicherheit geben.

Wenn Du nun davon ausgehst, dass diese Ängste und Zweifel normal sind und immer wieder mal kommen ... wie geht es Dir damit?

Ich kann Dir von Frau zu Mann nur sagen, dass es für einen Mann manchmal wirklich nicht leicht ist, den richtigen Ton zu treffen. Versuchst Du, verständnisvoll mit den Gefühlen mitzugehen .... dann hat Deine Frau kein Gegenüber, keinen festen Halt im Hin und Her. Wenn Du Festigkeit zum Ausdruck bringst ... dann fühlt sie sich vielleicht unverstanden.

Manchmal bräuchte eine Frau eine Mutter, einen mütterlichen Menschen. Jemand, der immer nur sagt: "Es wird schon gut ..." Und sie im Arm behält. Auch wenn sie weiterhin sagt, dass es nicht gut werden kann .... Das ist schon bisweilen anstrengend (ich weiß ...😞

Wenn es die eigene Mutter sein kann, ist das etwas sehr Schönes. Eine Freundin kann es auch sein. Und Du als Mann kannst es natürlich auch sein! Du hast auch "mütterliche" Qualitäten. Ich möchte Dir Mut machen, einfach für sie da zu sein. Geduldig. Nicht drängen und Dich nicht aus der Bahn bringen lassen.

Sag´ ihr, dass ihr Herzenswunsch sicher das Kind ist und dass ihr es schaffen werdet. Und dass es schon Hürden geben wird mit drei Kindern, aber dass sie auch das Glück mit dem dritten Kind erleben wird. Und dass Du ja zu ihr stehst.

Wenn die zwei Wochen um sind, werden diese Gedanken sie nicht mehr quälen. Banales Beispiel vielleicht: Sitzt man im Auto zum Urlaubsziel kehrt man nicht mehr um ...

Mach´s ihr leichter durch Liebhaben und Zuversicht.

Und dann kann man auch mal Situationen einzeln durchspielen: Was kann sie (oder ihr gemeinsam) machen, wenn eine Situation kommt, die ihr jetzt Angst macht. Also: Einzelne Situationen vorstellen, nicht das große Ganze. Dann bekommt man wieder das Gefühl, es wirklich schaffen zu können! Und dann kann man sich auch wieder freuen, wenn es leichter ums Herz ist.

Liebe Grüße und Dir alle Kraft, die Du brauchst, und noch schöne Feiertage für Euch vier bis fünf!

Layla

P.S.: Zum Vorstellen - wie alt sind Eure "Großen"?


Hallo TT8882,

ich habe gerade gelesen, was du geschrieben hast und möchte dir gleich schreiben. Das klingt erstmal alles so positiv - Ihr seid ein gutes Paar, eine gute Familie. Und ihr habt euch für ein drittes Kind entschieden. Und jetzt kommen Ängste, Befürchtungen ... Das macht es nicht unbedingt leicht. Kann ich verstehen. Vielleicht wird deiner Frau jetzt erst bewusst, welche Ansprüche (und Anmerkungen) - gerade auch gesellschaftlich - zu erwarten sind. 3 Kinder ist heute leider nicht mehr normal. Und die Ansprüche der Gesellschaft steigen immer weiter. Vielleicht hilft es, sich zu fragen, was ein Kind am meisten braucht. Ganz vieles, was von außen suggeriert wird: von musikalischer Früherziehung bis zum 20. Plüschtier udn 24-Stunden volle Aufmerksamkeit von Mama UND Papa ... ist, denke ich, nicht das Wichtigste. Das wichtigste ist: Mama und Papa zu haben, die das Kind lieben, Geschwister zu haben, mit denen es völlig normal im Alltag soziale Kompetenzen erlernen kann (streiten und vertragen, teilen, Rücksichtnahme, aber auch sich durchsetzen, Grenzen setzen und selbst erfahren - und dabei immer wissen; auch wenn es schief gegangen ist, ich gehöre in diese Familie und bin geliebt). Das ist wichtig, um im Leben klar zu kommen, einen Stand zu haben. - Eine Mutter von 4 Kindern sagte mir einmal: Familie beginnt erst mit 3 Kindern, weil dann jeder mal zurückstecken muss für den anderen und erlebt, dass das im Moment alles andere als toll ist, aber für die Gesamtgemeinschaft gut ist .

Ich finde den Vorschlag von Layla gut, die Sorgen und Ängste möglichst konkret zu benennen. Dann kann man nach Lösungen suchen. So eine allgemeine Angst hat die Eigenschaft, sich zu verselbstständigen und immer größer zu werden. Und man kommt aus dem Gedankenkarusell nur sehr schwer alleine wieder raus. Ich denke, das wichtigste, was du tun kannst, ist da sein, ein offenes Ohr haben. Und vielleicht im Gespräch versuchen, herauszubekommen, worin die Angst/Sorge deiner Frau so im Konkreten besteht. - Du schreibst, dass ihr schon 2 mal in der Klinik ward. Ich glaube, das ihr wieder gegangen seid, ist ein ziemlich sicheres Zeichen, dass ihr euch trotz aller Fragen ... für das Kleine entschieden habt.

Ich denke, das wichtigste ist, sich von den Vorstellungen und scheinbaren Ansprüchen der Gesellschaft frei zu machen; eine Wohnung mit 3 Kindern kann nciht immer Top-aufgeräumt sein. Und wenn ich heute nicht das Treppenhaus gewischt habe, erstickt auch niemand im Schmutz ... Nur mal als Beispiel. Wir leben in einer Welt des Perfektionismus, des Ganz oder Gar nicht. Aber dazwischen gibt es ganz, ganz viel.

Vielleicht können dir die Gedanken ein wenig weiterhelfen.

Ich denke an eure/deine Familie

Vici


Hallo,

ja die Fragen sind normal und dürfen auch sein! Und ich finde Deine Frau kann froh sein, einen Mann zu haben, der ihr beisteht!

Deine Aufgabe ist nun einfach, sie zu bestärken, das geht natürlich nicht immer. Aber sucht Euch doch andere Mütter mit mehr als 2 Kinder, da kann man sehen, wie turbulent und schön so ein Alltag mit 3 Rackern sein kann. Ich habe selbst 3 Kids.

Ich kann dir sagen, du wirst den Kindern mehr gerecht als Du Dir vorstellen kannst. Weil einfach Sie lernen müssen gemeinsam groß zu werden. Die Liebe für ein 3tes kommt automatisch, von allen!

Ich finde es toll, dass Du Dir bereits Lösungen ausgedacht hast, und ich bin sicher, ihr könnt es dann auch schaffen.

Ich kann Dir nur Mut zu dem Kind machen, und auch Deiner Frau. Und falls Sie mal Fragen hat zu einem Alltag mit 3 Rackern und einem vollberufstätigen Mann. Soll Sie mich einfach kontaktieren! Dann kann ich ihr von den schönen und anderen Seiten berichten. Aber eins sei gesagt, die schönen überwiegen!

Mein Mann wollte auch 2. Doch dann kam Nr. 3 und seit die Prinzessin da ist, will er am liebsten Nr. 4!

Dräng sie aber nicht, das Kind sofort lieben zu müssen, Liebe muss wachsen und das wird es! Da kannst Du sicher sein!!!

Fühlt euch ganz gedrückt von einer Mama mit 3 (hoffentlich bald 4) Rackern!!! Die keines wieder hergeben möchte!!