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Und danach??

Und danach??
Hallo zusammen, puh, alles gar nicht so einfach... meine Situation: Anfang Mai - keine Mens, aber Bauch"schmerzen", kommt bestimmt morgen.... 14 später, immernoch nichts.... hm, komisch, was ist los mit mir? Eileiterschwangerschaft? Was anderes kann es ja nicht sein. Mach ich mal n SS-Test, dann weißt du, dass morgen deine Mens kommt und nichts weiter ist. Meine Herren, die Rückenschmerzen sind auch besonders schlimm dieses mal. SS-Test holst dann morgen und dann rufst du beim Frauenarzt an und läßt dich mal durchchecken, ist doch ätzend so. Also mittags schnell zu Rossmann und einen günstigen Test geholt, na ja. Während der Mittagspause noch 2-3 Minuten Zeit gehabt und schnell auf Toilette. Ok, das muß ja schnell gehen, kommt ja eh nur 1 Strich... was ist denn das? ein zweiter Strich? Kann doch gar nicht sein.... was soll das, ist das kaputt, sind die 3 Minuten schon um? Ist er wieder weg gegangen? nein, warum nicht? Mensch, da muß doch was komisch sein. Das meine Brüste seit heute morgen spannen, kann doch auch nur Einbildung sein... So, das war mein "Einstieg". Ich weiß, ziemlich chaotisch, und genauso fühlte ich mich auch, chaotisch. Wie soll es denn nun weiter gehen? Ich bin 38, habe zwei gesunde Jungs (8+11), seit fast 12 Jahren verheiratet, aber in einer Krise momentan. Wir haben ein kleines Haus, arbeiten beide (er Vollzeit, ich 35 std) Nach den zwei Kindern war für meinen Mann klar, das war s, Familienplanung abgeschlossen. Ich hingegen konnte mir immer noch ein 3. Kind vorstellen, ein Mädchen, wenn ich Glück hätte. Aber nein, Mann hat abgeschlossen, also arrangiert man sich. Hinzu kam, dass ich von jetzt auf gleich Rheuma bekam, ich konnte mich nicht mehr bewegen, 8 Wochen nach der Geburt des zweiten Kindes, also mußte ich aufhören zu stillen, weil ich Cortison gegen die Schmerzen nahm. Nach einem ziemlichen hin und her in meinem Kopf habe ich ca drei Jahre später auch mit dem Kinderwunsch abgeschlossen und begonnen mich zu spritzen, mit nem Medikament, das davon abrät schwanger zu werden. Gut, soll ja eh nicht mehr sein. Leider ging das ganze nur ca zwei Jahre gut, mir war soooo übel mit den Medis, dass ich mich zum Schluss auch übergeben habe und beschloss, abzusetzen. Das war nun ende 2015 und seitdem warte ich auf den nächsten Rheumaschub (der hoffentlich noch lange auf sich warten läßt) Mir ging schon ziemlich lange die ganze Hormongabe mit der Pille auf den Senkel, grad, weil ich so lange auch heftige Medis nehmen mußte, dass ich mich vor nem guten Jahr dazu entschieden habe, die Pille abzusetzen. Wir haben dann natürlich mit Kondomen verhütet. Im April muß sich mein Zyklus verschoben haben oder ich falsch gerechnet, wir haben auf jeden Fall 1 Mal ohne und das Ergebnis lest ihr am Anfang. Ich bin also auf der Arbeit, kurz nach der Mittagspause mit dem Wissen, schwanger zu sein. ich bin dann ziemlich pünktlich aus der Firma raus und habe erst mal ganz schnell bei meiner Frauenärztin einen Termin gemacht (es war ein Freitag und für den kommenden Donnerstag habe ich den Termin bekommen), danach war ich noch zum Kaffeetrinken mit Ex-Arbeitskolleginnen verabredet. Dort habe ich mich 2 Stunden durchgeschlagen und konnte dann endlich nach hause. Mein Mann hat relativ zügig verstanden, dass mit mir nicht alles in Ordnung ist... Wir finden eine Lösung und bekommen das zusammen hin.... ich war ziemlich fertig, wußte ja auch, dass er abgeschlossen hatte und sich es gar nicht vorstellen kann. Wir haben nur ein Haus mit zwei kleineren Kinderzimmern, es ist also voll. Die Woche bis zum FA-Termin verging, und ab da hatte ich dann Gewissheit, 7SSW, Scheiße. Meine FA war wirklich toll, hatte gleich gemerkt, dass ich mich nicht so gefreut hatte. Beim Ultraschall hat sie mich gefragt, ob ich es sehen möchte und ich habe drauf verzichtet. Sie hat mir gezeigt, welche Möglichkeiten ich habe, und mir die Sicherheit gegeben, egal, wie ich mich entscheide, ist sie für mich da. Sie hat mir eine Überweisung sicherheitshalber mitgegeben und für jetzt kommenden dienstag einen neuen Termin. Zur Kontrolle, egal zu welcher. Auf dem Weg nach Hause habe ich es meinem Mann kurz geschrieben, dass es wirklich wahr ist. Ok, er hat dann fix angerufen und mir ziemlich schnell klar gemacht, dass es für ihn feststeht und er es nicht möchte, es nicht paßt und wir es nicht hinbekommen. Ich wüßte es doch auch. Ja, klar, mein Kopf sagt auch, dass es nicht einfach so geht. Aber ich spüre , dass mir übel ist, dass ich keinen Kaffee mehr mag, dass ich in einem Hängesessel nicht mehr sitzen kann, weil mir dann noch schlechter wird, dass meine Brüste echt prall sind und spannen und da war er dann mein Zwiespalt. wir haben eine Woche später ein Termin bei der AWO gehabt und das Gespräch geführt. Auch da, ganz klar, die Entscheidung liegt klar bei mir, ABER entweder das Kind oder mein Mann.... Puh, natürlich tut es weh es zu hören. Mensch, sag ich zu mir, mach deine Familie nicht kaputt, wir haben uns so viel aufgebaut, haben zwei Kinder, denen es gut geht, denen wir etwas bieten wollen Gut, jetzt war es soweit. Am Mittwoch habe ich es machen lassen... und jetzt?? ich hatte Donnerstag und Freitag noch frei, war krank geschrieben. Erst dachte ich, nein, warum, brauch doch nicht. Aber ich habe mich dann überreden lassen. Freitag hatten wir von meinem kleinen Sohn Klassentreffen, es war mir fast zu viel, zu viele Leute. Ich konnte am Abend nicht mehr, mußte heulen und war überfordert. Heute war es nicht viel besser. Hab ich wirklich das richtige getan? In meinem Umfeld weiß es niemand, meiner Arbeitskollegin hab ich erzählt, dass ich eine Fehlgeburt hatte, ansonsten weiß niemand etwas, nicht, dass ich schwanger war, und schon gar nicht ,dass ich abgetrieben habe... Ich habe unwahrscheinlich Angst, Angst, damit nicht klar zu kommen und Angst, nicht verstanden zu werden. Ich habe momentan keine Lust, zu lachen und zu tun, als wenn alles ok wäre. Aber meine Kinder können da nichts für, da kann muß ich doch nicht so nah am Wasser gebaut sein, da kann ich doch nicht gleich schimpfen, da kann ich mir doch nichts anmerken lassen... Wer auch immer, bis zum Schluß gelesen hat. DANKESCHÖN Habt nen schönen Sonntag
5 Antworten
gut, dass du geschrieben hast und dass du hier aussprichst, was geschehen ist. Es tut mir so leid, was du durchgemacht hast. Es ist normal, wie es dir jetzt geht, dass du trauerst ( . Sei gut zu dir und überfordere dich nicht. Und suche dir Hilfe. Mit einem herzlichen und mitfühlenden Gruß, Sanne
jetzt will ich dir noch einmal schreiben und habe deine Zeilen eben wieder gelesen. Es zerreißt mir schier das Herz, wenn ich lese, in welch wahnsinnig kurzer Zeit sich alles ereignet hat. Und wie du im Grunde mit der Neuigkeit alleine warst. In deinem Herzen hat die Schwangerschaft ganz natürlich bewirkt, dass du es dir doch vorstellen könntest. Hast an ein Mädchen gedacht. Du hast es auch unmittelbar in dir erlebt – körperlich und seelisch. Letzteres wird oft unterschätzt. Dein Mann hat die Schwangerschaft anders erlebt. Deshalb hat er so reagieren, wie er reagiert hat. Du schreibst, dass eure Ehe kriselt. Das erschwert den ehrlichen Austausch. Dass du dich zwischen dem Kind und deinem Mann entscheiden solltest, ist schier unmöglich.... Bei der Beratung und deiner Ärztin hast du auch keine anderen Gedanken gehört. Es tut mir so, so leid, dass du da so alleine gelassen wurdest - eine sehr traurige Umarmung. Einen anderen Ausweg als die Abtreibung hast du alleine nicht sehen können. Ohne Mann und Papa – ich kann dich gut verstehen, dass dir das auch riesige Angst gemacht hat. Du Liebe, ich möchte dir noch einmal zusprechen, dass du nicht alleine bist, wie es dir jetzt geht. Sicher hast du hier im Forum auch die Berichte von anderen Frauen gelesen. Es kostet dich sicher sehr viel Kraft, dir vor den Kindern nicht zu viel anmerken zu lassen. Einen Anfang hast du heute gemacht – dass du aussprichst, wie es dir geht. Gestehe dir zu, dass du trauerst. Deine Seele braucht Zeit und den Raum dafür. Mit der Zeit wird es auch wieder heller in dir werden können. Auch für dich und deinen Mann darf es Hoffnung geben. Ich möchte dir Hoffnung machen, dass es möglich ist. Liebe Bibi, noch einmal – suche dir weitere Hilfe zur Verarbeitung. Es gibt sie für dich. Mit vielen herzlichen Grüßen von Sanne
Liebe Bibi, dein Posting klingt wie der Zeitraffer einer sowieso schon kurzen Zeit. Es ist alles so schnell gegangen. Und so viele Leute haben mitgeredet ... Und du hast auf sie gehört, entschieden. Was passiert ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Aber du darfst trauern, wenigstens für dich, wenn keiner dir zuhören möchte. Und schreibe hier. Das kann helfen. Hast du eine "beste" Freundin, mit der du sprechen könntest? Liebe Bibi, manchmal trifft man im Leben Entscheidungen, von denen man hinterher spürt, dass sie nicht richtig waren, oder wo die Frage auftaucht "War die Entscheidung richtig?". Manchmal kann man noch etwas ändern, sich umentscheiden. Aber manchmal, wie bei einer Abtreibung, ist sie endgültig. Man kann nichts ändern, rückgängig machen. Man kann nur hoffen und warten, dass die innere "Wunde" heilt. Vielleicht bleiben Narben im Herzen. Aber die gehören dann auch zu dir, machen dich als Bibi aus. Und ich glaube, dass fragwürdige Entscheidungen, manchmal auch in ganz wichtigen Lebensbereichen, zum Leben gehören. Wir entscheiden oftmals nicht nur nach dem eigenen Gewissen, - die Gesellschft, Umwelt beeinflusst uns, Menschen, die uns nahestehen, Freunde ... ich habe das Gefühl, dass du im tiefsten ziemlich alleine standest mit der leisen Hoffnung "Wir könnten es schaffen". Alle haben eher eine auf den ersten Blick einfache Lösung vorgeschlagen. Und diese hat die leise Hoffnung zugedeckt. - Liebe Bibi, du kannst es nicht mehr ändern. Gestehe dir selbst zu, zu trauern, und lass allem Zeit, zu heilen. Du musstest jetzt eine ganz schwere Erfahrung machen. Wunden, auch Wunden des Herzens, brauchen Zeit, zu heilen. Ich wünsche dir, dass die Beziehung zu deinem Mann wieder ins Lot kommt, dass ihr zusammen nach vorn schauen könnt. Vici
Hallo Sanne, vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich war heute wieder arbeiten und das tat mir ganz gut. Meine Arbeitskollegin ist die einzige, die weiß, dass ich eine Ausschabung hatte - allerdings hatte ich gesagt, dass es eine Fehlgeburt war. Ich muß leider sagen, dass ich nicht ganz dazu stehen kann, dass ich mich bewußt dazu entschieden habe. Die Abende, die ich jetzt seitdem alleine verbringen mußte, weil mein Mann arbeiten war, habe ich für mich gebraucht. Ich brauche manchmal einfach nichts um mich rum. Wir haben uns im Januar einen Hund angeschafft und dieser ist soooo toll. Dieses Verständnis, wenn es einem nicht so gut geht und er einen dann nicht von der Seite weicht, aber einen dann halt so akzeptiert, wie man ist. Na ja, ich werde noch etwas Zeit brauchen und ich werde wahrscheinlich immer und immer wieder dran denken. Der 06.06. wird dieser eine Tag sein und Neujahr, wenn meine Schwiegermutter und mein Mann Geburtstag haben, werde ich wohl auch denken, dass es jetzt wohl soweit sein würde.... Vor 12 Jahren hatte ich eine Fehlgeburt und jedes im Oktober denke ich dran, ganz vergessen werde ich es nicht und möchte es auch nicht. Es gehört nun zu meinem Leben dazu.
Liebe Bibi, du machst es sehr gut. Du darfst entscheiden, wem du was erzählst. So schützt du dich. Dass du spürst, was du brauchst, dich abgrenzt, finde ich voll in Ordnung und wichtig. Halte es für dich fest und geh' weiter so. Darin zeigt sich Stärke - zu wissen, was einem gut tut und was man jetzt braucht Auch die Gedenktage sind wichtig. Du bist Mutter und diese beiden Kleinen darfst du in lieber Erinnerung behalten. Vielleicht findest du eine gute, ruhig auch fachliche Begleitung für dich – wann und wie du es für dich für passend hältst. Was für ein liebevoller und tröstlicher Begleiter ein Hund in so besonderen Lebensabschnitten (und auch sonst) sein, kann, habe ich schon oft gehört. Kann ich mir gut vorstellen... wie schön, dass du ihn in dieser Zeit hast! Alles, alles Liebe für dich noch einmal. Herzlich, Sanne