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Nach Abbruch so traurig...

Nach Abbruch so traurig...


Hallo...

Ich bin neu hier und hoffe vielleicht meine Sorgen mit jemandem teilen zu können.

Ich bin 36 und habe zwei Kinder von meinem Exmann. Seit einem dreiviertel Jahr bin ich wieder glücklich vergeben.

Und dann passierte das, was ich nie für möglich gehalten hätte. 1 Verhütungspanne und schwanger.

Wir waren beide fassungslos und nach 2 Wochen mit vielen vielen Tränen haben wir nach "vernunft" entschieden.

Ich habe vor 4 Tagen einen Abbruch machen lassen in der 7.ssw. Ich kann selbst kaum fassen, was ich da schreibe. Es fühlt sich alles wie ein schlechter Traum an.

Ich bin einfach nur traurig, traurig, traurig. Ich kann meinem freund kaum in die Augen sehen. Jedes mal sehe ich unser baby. Und jetzt ist es vorbei... Kennt jemand diese quälenden Gedanken, dass man vielleicht falsch entschieden hat?

Danke schon mal.

Cassa

25 Antworten


Guten Morgen liebe Cassa,

das war sicher die große Frage.

Nun kannst du es fast selbst nicht verstehen, wie es gekommen ist. Und es tut dir so leid.

Es tut mir auch leid, wenn ich lese, wie es dir geht.

Es macht mich immer wieder nachdenklich, wie wir mit der Vernunft umgehen. Dass wir sie für höher achten als alles andere. Warum eigentlich? Ich bin da selbst nicht fertig. Frage mich nur immer wieder: Wie trifft man eine gute Entscheidung? Wie kommt es, dass man sein eigenes Gefühl immer wieder so übergeht?

Das "glücklich vergeben" ist so schön! Und mir kommt es so vor, als wärd ihr beide zusammengeblieben in dem Gefühls-auf-und-ab. Es war nicht so, dass eins von euch stark für und einer stark gegen das Kind war. Das kann euch jetzt auch helfen, weiter zusammenzubleiben.

Ich hoffe, ihr könnt sprechen. Nach und nach auch mit Blickkontakt. Dann wird es aufrichtig und man kann einander tragen. Auch wenn jetzt unterschiedliche Gefühle bei dir und bei ihm da sind. - Das alles braucht Zeit.

Vielleicht ging es mit der Entscheidung einfach zu schnell. Es besteht ja auch Zeitdruck vor einer Abtreibung in gewisser Hinsicht.

Gib dir auf jeden Fall jetzt Zeit. Auch die Zeit, traurig zu sein.

Schreib´ auch gern wieder - oder für dich selbst. Im Schreiben merkt man gut, was einem wichtig ist und hilft. Und was aufgeschrieben ist, kreist nicht mehr ständig in Gedanken. So kannst du im Innern ruhig werden.

Liebe Umarmung von Layla


Vielen lieben Dank, Layla.

Ja, irgendwie glaube ich jetzt es war zu schnell. In der Situation allerdings musste ich entscheiden, die Ungewissheit hat mich gequält. Und jetzt quält mich die Entscheidung.

Er hätte das Kind am liebsten auch bekommen. Aber unsere Situation ist gerade noch sehr schwierig. Wit führen eine echte fernbeziehung zwischen Deutschland und Frankreich und haben beide Kinder aus einer vorherigen Beziehung. Er wird Ende des Jahres nach Deutschland ziehen, aber all das machte immer wieder den "unpassenden Zeitpunkt" zum Problem.

Er ist sehr einfühlsam und selbst total traurig. Trotzdem ist es nicht sein Körper. Er war nicht da als ich den test in der Hand hielt. Er hat den Herzschlag nicht gesehen. Er hat nicht das gefühlt, was ich gefühlt habe. Vielleicht war das auch "sein Glück". Vielleicht kann er deshalb besser damit umgehen. Er will stark sein, für uns alle. Aber ich kann das noch nicht. Ich funktioniere nur für meine beiden jungs, die es nicht verdient haben, jetzt unter der Situation zu leiden. Es geht ihnen mit meinem Freund das erste mal besser, 1,5 jahre nach der Trennung vom Papa.

...

Danke fürs zuhören!

...

LG Cassa


Liebe Cassa,

ihr hattet ja schon eine gute Aussicht, nämlich, dass er nach Deutschland ziehen wird. Allerdings wäre davor schon die Geburt gewesen. Und er hat ja auch einen Beruf dort. Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch die Sorgen einfach zu groß waren und daher die Entscheidung schweren Herzens schnell gefällt wurde.

Es ist nicht leicht, eine Beziehung aufzubauen über so eine Entfernung. Und mit zwei Kindern. Ist ja fast ein Wunder, dass ihr euch gefunden habt.

Und dass deine Jungs sich mit ihm verstehen.

Mach´dir keine Sorgen, dass sie jetzt unter der Situation leiden könnten. Man kann nicht jedes Leid ersparen. V.a. nicht den Kindern. Ich mag das Gedicht so gern von Erich Fried: Es ist wie es ist.

Du darfst jetzt traurig sein. Und darfst ihnen auch sagen, dass du gerade traurig bist und es so begründen, wie du es kannst und wie sie es verstehen. Jedenfalls: dass es nicht wegen ihnen ist. Das wäre belastend für sie. Aber eine traurige Mama bedeutet, dass es einfach Gründe gibt, traurig zu sein. Und dann dürfen sie es auch mal sein.

Sie lernen, dass Gefühle da sind und sein dürfen und man damit umgehen kann, nicht andere dafür verantwortlich machen muss.

Vielleicht werden deine Jungs mal fühlen, was dein Liebster jetzt nicht nachfühlen konnten: Wie es für eine Frau ist, wenn sie schwanger ist. Ob sie nun jemals erfahren was war oder nicht.

Liebe Cassa, ich glaube, es gibt einen Weg, wie du wieder froh und stark werden kannst. Eine Entscheidung zu bereuen, ist schon ein großer Schritt. Das heißt, du brauchst keine Kraft mehr aufwenden, um es dir schönzureden. Es ist, was es ist. Und du liebst dein Kind. Du lässt es eine Realität in deinem Leben sein, stellst es zu deinen Jungs dazu. Dann brauchst du nicht Verlorenem nachhängen, sondern gibst deinem Kind einen Platz. In deinem Herzen hat es ja sowieso einen. Vielleicht sogar einen Namen.

Es gibt Frauen, die andere Frauen nach einer solchen Erfahrung gut begleiten. Schau´ und hör´ dich um. Sich verstanden fühlen, ist immer eine große Hilfe. Dann ist man nicht mehr allein.

Ich wünsche dir einen guten weiteren Weg. Auch euch zusammen!

Liebe Grüße von Layla


Hallo!

Ein paar Tage liegen nun hinter uns. Und wir haben viel geweint. Es scheint als ob auch mein Freund aus dem Nebel aufgetaucht ist und nun realisiert was passiert ist. Er bereut mich nicht um mehr Zeit gebeten zu haben. Und ich bereue ihn nicht eindringlicher nach seiner Meinung gefragt zu haben. Nun bleiben wir also traurig und mit reuegefühlen zurück und können nur hoffen, dass wir das alles zusammen verarbeiten können.

Oft frage ich mich warum ich jetzt so klar sehe, während ich vor dem Abbruch so verwirrt und fast unzurechnungsfähig war. Wie ferngesteuert habe ich entschieden und mir keine Zeit gelassen. Ich dachte je länger ich warte, desto schwerer wird es.

Ich denke of daran wie es jetzt schwanger wäre. Wie ich mich gerade fühlen würde. Das Gefühl der unwiederbringlichkeit ist zermürbend. Und zeitgleich war es das was ich gewählt habe, was ich so entschieden und vorangetrieben hatte.

Ich fühle mich als schlechter Mensch. Als Frau zweiter Klasse. Unfähig Verantwortung übernommen zu haben und die Situation zu nehmen, wie sie ist.

Danke fürs zuhören und loswerden!


Hallo Cassa36,

ich denke ich kann dich sehr gut verstehen.

Ich selbst war letztes Jahr im Sommer schwanger und habe abgetrieben.

Letztes Jahr ging es bei mir drunter und drüber ... ich habe meine Arbeitsstelle verloren, gegen den Arbeitgeber geklagt und während diesen ganzen Stresses wurde ich auch noch schwanger. Meine derzeitige Lebenssituation ist nicht die Beste, um eine Kind groß zu ziehen. Ich lebe noch bei meinen Eltern und habe kein geregeltes Einkommen. Für mich war es eine schreckliche Erfahrung abzutreiben und ich komme bis heute nicht wirklich damit klar. Ich muss oft daran denken wie ich mich gefühlt habe, als ich noch schwanger war und auch daran, wie es sich angefühlt hat, als es nicht mehr da war....

Die Schwangerschaft an sich habe ich sehr spät bemerkt und konnte es anfangs gar nicht glauben.. ich war überfordert mit der ganzen Situation. Einerseits wollte ich das Kind haben, aber es ganz alleine großziehen, wie hätte ich das schaffen sollen?

Die Beratung war mir keine Hilfe....

Ich dachte damals auch, dass es nicht so schlimm werden würde, und ich gut damit leben kann. Aber leider erst danach, wie es meistens im Leben ist, wird man sich bewusst darüber.

Dieses Gefühl es falsch entschieden zu haben finde ich ziemlich krass...ich hoffe irgendwann, vielleicht, damit klar zu kommen.

Ich hoffe, es geht dir mittlerweile besser?


Hallo Sunflower,

ich kann das sehr gut nachvollziehen.

Kannst du auch an manchen Tagen an nichts anderes denken? Bist wie gelähmt?

Ich habe heute meine erste Periode nach dem Eingriff bekommen. Und es schmerzt. Seelisch.

Ich fühle mich allein mit meinem Schmerz und der Traurigkeit. Ich habe keine Freude an nichts mehr.

Ich möchte mein Leben zurück... und vor allem alles anders entscheiden.

Ich hoffe dieses furchtbare Gefühl hört irgendwann auf.

Wie weig warst du und wann hast du die Entscheidung getroffen?

LG Cassa


Hallo Cassa,

ja, ich muss leider sehr oft daran denken und es macht mich zu traurig...ich habe das Gefühl einen Teil von mir verloren zu haben. So schlimm sich das anhört. Auch wenn ich Babys sehe mit ihren Müttern fühle ich mich schlecht. Ich frage mich ob es nicht doch eine bessere Lösung gegeben hätte...

Es ist sehr schwer für mich damit zu leben.

Der Abbruch war sehr schmerzhaft. Ich hatte irre Schmerzen, sehr viel geweint und seelisch habe ich Wochen gebraucht bis es mir einigermassen besser ging. Ging es dir auch so?

Ich war bereits Ende der 14. Anfang 15. Woche als ich die Abtreibung hatte..es war eigentlich viel zu spät. Laut Berechnungen meines Frauenarztes, den ich direkt nach dem Test Ende Juni besuchte, war ich bereits in der 11. Woche. Ich habe innerhalb einer Woche die Entscheidung dagegen getroffen. Bis heute kommt mir alles wie ein schlechter Traum / Film vor...

Ich hätte nie gedacht, dass es so weh tun würde. Kurz davor hatte ich so ein Ziehen im Herzen, es ging durch den ganzen Körper((.

Irgendwie wusste ich es ist nicht richtig und doch muss ich jetzt damit klar kommen. Ich habe diese Entscheidung mehr vom Kopf her getroffen. Und sagte mir das und das geht nicht weil...und wegen...

Es tut gut mit jemandem zu schreiben der das Gleiche durchmacht oder erlebt hat

Was waren bei dir die Gründe, dass du dich dagegen entschieden hast?

Liebe Grüße an dich,

Sunflower


Liebe Sunflower,

es tut soo weh das zu lesen.

Mein Beileid.

Ich werde dich in mein Gebet einschließen.

Vielleicht hilft es dir, wenn du weiter offen über deine Erfahrung berichtest und andere Frauen aufklärst, den Schmerz zu verarbeiten?

Ich weiß nicht wie es zustandekommt, aber laut Studien geht es ja den Frauen gut nach der Abtreibung und so wird es auch in die öffentliche Debatte getragen, dass man sich da keine Sorge um die Frau machen muss.

Ich wünsche dir Heilung und Trost.


Hallo liebe sunflower,

Das klingt wirklich furchtbar. Tut mir leid das zu lesen. Ich mag mir gar nicht Vorstellen, was du durchgemacht hast. Hast du jemandem, mit dem du sonst reden kannst? Was ist mit dem kindsvater?

Ist es normal dass es so schmerzt? Das hatte ich nicht.

...

Bei mir war es etwas anders... ich habe bereits 2 wunderbare junge mit meinem Exmann. Mein Freund ist Franzose und wir führen eine klassische fernbeziehung zwischen Deutschland und Frankreich. Ich wusste quasi schon vor dem Test und ausbleiben der Periode, dass ich schwanger bin. Wir waren einfach überfordert in der Situation. Wir nahmen uns nicht genug Zeit. Wir suchten nicht nach Lösungen. Wir entschieden einfach dass es "besser" wäre. Und ich bereue dieses Verhalten zutiefst.

Ich bin bereits 36. Vielleicht war es meine letzte Chance. Während des Eingriffs saß mein Freund im Cafe nebenan und hat weinend einen Kaffee getrunken weil er wusste, dass es zu spät war. Ich bin unter Tränen in den OP gegangen. Wir hätten handeln sollen, aber haben es einfach geschehen lassen. Und ich schäme mich zutiefst dafür. Und ich fühle mich unfassbar einsam.

Bin hier zum reden, sunflower!

Liebe grüsse


Hallo Cassa,

es wäre echt schön jemandem zum Reden zu haben. Da aber wirklich niemand davon weiss, ausser der Mann, von dem ich schwanger war, versuche ich so gut wie möglich alleine damit klar kommen.

Wir hatten uns letztes Jahr gerade 3 mal gesehen und noch nicht wirklich gut gekannt, als ich schwanger wurde. Er lebt weit weg von mir und hat auch bereits Kinder aus seiner früheren Partnerschaft. Als ich ihm damals von der Schwangerschaft erzählte war er natürlich geschockt. Er hat mir überlassen die Entscheidung zu treffen, ich denke nicht, er wollte, dass ich so entscheide.

Es gab diesen einen Tag, wo ich mir so sicher war, dass ich es bekommen wollte....! Dass ich es dann anders entschieden habe war direkt nach der Beratung, zu der ich ging....

ich fühlte mich einfach so alleine und ich hatte auch Angst ... dachte mein Leben ist vorbei. Ich wollte eigentlich nur schnellstens mein altes Leben zurück. Es hat sich aber etwas in mir verändert nach dem Ganzen...

Zudem habe ich früher immer gesagt, wenn ich mal schwanger bin, werde ich niemals abtreiben. Denn das könnte ich nicht. Auch das macht mich so unheimlich traurig.

Ich weiss nicht, warum es so geschmerzt hat. Vielleicht, weil ich schon so weit war? Ich habe kurz danach nichts gemerkt und dann kamen die körperlichen Schmerzen und dazu der seelische Schmerz.

Als ich dann im Hotel war konnte ich nicht mehr aufhören zu weinen...

Wenn ich vorher gewusst hätte, wie ich mich fühlen werde, hätte ich es anders entschieden.

Es tut einfach zu sehr weh. Ich kannte so einen Schmerz in meinem bisherigen Leben nicht.

Es ist gut, dass du deine Jungs hast. Ich kann mir vorstellen sie geben dir viel Kraft und auch dein Freund. Oder?

Liebe Grüße

Sunflower


Liebe Cassa, auch dir mein herzliches Beileid.

Mögen deine Wunden heilen und der Tag wieder hell werden.

Mögest du auch Menschen finden, die dir zuhören und mit dir weinen können.

Alles Liebe!


Hey!

Sorry dass ich so lang nichts geschrieben habe. Ich versuche meinen Alltag zu meistern und zu "vergessen".

Das klingt wirklich schlimm mit dem Aufenthalt im Hotel und die ganze Situation ist so beklemmend. Hast du nicht eine Freundin, der du dich anvertrauen kannst?

Es tut mir sehr weh das zu lesen, da ich weiss wie sich der seelische Schmerz anfühlt.

Mein Freund ist auch traurig, zugleich aber eben ein Mann und versucht das zu verdrängen. Es tut ihm weh darüber zu reden, daher geht es mit ihm halt nicht so wirklich.

Ich empfinde das oft als Gleichgültigkeit, weiss aber dass er sich nur versucht zu schützen.

Zeitgleich plant der ein baby in Zukunft mit mir. Und dann tut es noch mehr weh. Gerade war es nicht der richtige Zeitpunkt aber später ist es super?!?! Das will nicht in meinen Kopf.

Ich zähle noch immer die Wochen und wie weit ich jetzt wäre. Ich wünschte es würde aufhören.

Wie geht es dir aktuell, sunflower?

LG Cassa


Hallo liebe Cassa36,

ich teile dein Leid. Ich habe vor 2 Wochen einen Abbruch machen lassen. Habe auch 2 Kinder und Familienplanung war abgeschlossen. Mein Mann wollte keine Kinder mehr, das wusste ich. Und ich habe Panik bekommen, es mit 3 Kindern nicht zu schaffen. Ich bereue meine Entscheidung so sehr. Ich verstehe auch nicht wie 90% der Frauen damit überhaupt keine Probleme haben. Ich habe unendliche Schuldgefühke diesem kleinen unschuldigen Baby gegenüber und ich vermisse dieses Baby. Jeden Tag denke ich daran. Und jeden Tag wünsche ich mir Die Zeit zurückzudrehen und mich für das Baby zu entscheiden. Es ist so schwer mit dieser Last zu leben. Es tut gut mal mit anderen zu sprechen die auch so fühlen.

Liebe Grüsse


Hallo Lonely,

deine Geschichte klingt wirklich ähnlich.

Tut mir leid, dass du auch diese Zeit jetzt durchmachst. Aber ich bin auch ein bisschen froh , Frauen mit den gleichen Sorgen zu treffen.

Die Schuldgefühle sind das schlimmste. Ich schäme mich so sehr.

Mir kommt manchmal alles vor wie in einem Alptraum und ich wache einfach nicht auf.

Kannst du mit deinem Mann darüber reden? Über diese unfassbare Traurigkeit? Oder mit jemand anderem?

Bei mir weiss es niemand ausser mein Freund und eine Freundin, die sich leider unmöglich verhalten hat in der Situation. Leider haben wir seitdem keinen Kontakt mehr

Wie versuchst du deinen Alltag mit deinen Kindern zu schmeißen? Das fällt mir manchmal so schwer... dann ist alles schwer und ich will nur noch ins Bett und weinen.

Ich kann einfach nicht vergessen.

Wie weit warst du als du dich entschieden hattest?

LG Cassa


Ich konnte mit meinem Mann darüber reden, aber mittlerweile ist er es leid wie er heute sagte. Ich soll mich zusammenreißen, habe schließlich 2 wunderbare kinder für die ich da sein muss. Hat er ja auch recht, aber er versteht nicht wie sehr man sich schämt und schuldig fühlt und diese leere. Für ihn ist das Thema gegessen, er ist froh darüber. Der Alltag fällt mir schwer, ich bin auch oft antriebslos, was vorher überhaupt nicht war. Ich habe aber das Glück, das ich mit vielen darüber reden kann, meine Mama, Schwester, Cousine. Ich habe es nicht unter den Tisch gekehrt sondern spreche offen darüber. Macht die Schuldgefühle aber nicht einfacher. Sobald man mit seinen Gedanken alleine ist, ist alles wieder da. Das ist schade, dass du in deiner Umgebung niemanden wirklich hast mit dem du reden kannst und das deine Freundin so schlecht und wahrscheinlich mit Vorwürfen reagiert hat.

Ich fange eine Therapie an und erhoffe mir so ein wenig Aufarbeitung und ein bisschen zur ruhe zu kommen. Ich habe auch morgen einen Termin mit einer Pastorin, habe dem kleinen Würmchen einen Abschiedbrief geschrieben und den wollen wir dann vergraben, damit ich Abschied nehmen kann. Irgendwie muss man weitermachen, ich hoffe ich schaffe das irgendwann. Ich habe auch viel gebetet und um Vergebung gebeten, auch bei meinem kleinen Baby.

Ich wünsche dir viel Kraft. Fühl dich umarmt


@Lonely

Ich finde es toll, dass du dir Hilfe holst und deine negativen Gefühle so bewusst verarbeitest.

Das wird dir sicher helfen.

Ich wünsche dir viel Kraft und dass du dir selber verzeihen kannst.


Hey Lonely,

ich denke, dass du wirklich den richtigen Weg gehst, das zu verarbeiten. Jedenfalls gehst du es aktiv an. Ich wünsche dir, dass du damit ein wenig besser zurecht kommen wirst.

Irgendwie fühlt sich leider nichts davon richtig für mich an. Meine Scham ist zu gross als dass ich davon jemandem berichten könnte.

Das quält auf der einen Seite sehr aber für ein offenes sprechen darüber fehlt mir der Mut und die Courage.

Ich habe die Reaktion meiner Freundin gesehen. Und entgegen des ersten Eindruck war sie komplett dagegen das Baby zu behalten. Sie meinte ich wäre wahnsinnig und selbstsüchtig, wenn ich das Kind bekommen würde. Hat mir ihre Meinung regelrecht aufgedrückt und war überzeugt, dass Abtreibung der einzig wahre Weg ist. Das schockt mich noch heute und ich habe seit diesem Tag den Kontakt komplett abgebrochen und mich davon nicht beeinflussen lassen. Doch es hat mir gezeigt, dass es schwierig ist, über dieses Thema zu sprechen ohne zu emotional zu sein und zu werden.


Hallo Cassa,

mir geht es soweit ganz gut, ich bin ziemlich beschäftigt durch meine Weiterbildung. Darüber bin ich echt froh. Jedoch habe ich Tage, an denen alles wieder hoch kommt. Damals war ich mir so unsicher, dachte gleich anfangs das schaffe ich nie...aber dieses Gefühl war schon für das Baby und ich wusste auch, dass es für mich schwer werden wird damit klar zu kommen...

Eine gute Freundin, mit der ich hätte darüber reden können hätte ich gebraucht. Wer weiss, vielleicht hätte ich mich noch umentschieden.

Männer glaube ich können nicht so nachempfinden, wie wir uns damit fühlen und dass es so schrecklich weh tut.

Ich frage mich ob ich je Kinder haben werde? Den Schmerz den ich durch die Abtreibung erfahren habe sitzt bei mir tief. ( (

Wie geht es dir jetzt?

Liebe Grüße und hab eine schöne restliche Woche

Sunflower


Hi sunflower,

Weiterbildung klingt gut um sich etwas abzulenken. Das verstehe ich gut und tut sicher auch gut. Aber ich kenne dieses bohrende Gefühl, was immer und immer wieder kommt. Manchmal unvermittelt von jetzt auf gleich. Manchmal unterschwellig den ganzen Tag. Ubd manchmal haut es mich komplett um und ich kann nichts anderes mehr machen.

Das schlimme ist eigentlich, dass ich auch dachte, wenn ich mich einer Freundin anvertraue, dann wird es besser für mich. Aber das hat alles nur auf die Spitze getrieben, weil sie mich geradezu gedrängt hat abzutreiben

Mit ihrer art. Sie meinte ich würde meinen Kindern nicht gerecht werden und wäre egoistisch das Kind zu bekommen. Jetzt weiss ich dass es nir ihre eigene Kinderlosigkeit war, die sie dazu gebracht hat, mich zu anzugehen. Sie versucht zwar jetzt immer wieder Kontakt aufzunehmen, aber ich kann ihr dieses Verhalten nicht verzeihen. Ich brauchte ihre Meinung nicht, ich brauchte nur jemanden, der zuhört und da ist.

Am Dienstag habe ich mir die Spirale einsetzen lassen und ich habe mich gefühlt wie vor der OP. Ich musste Zettel unterschreiben. Der Behandlungsraum glich einen OP und mir lief das Blut die Beine herunter, da das einsetzen während der periode gemacht wird. Es war ganz schrecklich und ich war froh dass es schnell vorbei war.

Als ich mit meiner schwester über die Spirale sprach meinte sie: Ach schade, kein Deutsch-Französisches Baby?

Es hat mir fast das Herz zerrissen. Diese Worte gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.

Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen!

Ich hoffe deine Woche ist nicht so stressig. Bald steht das we vor der Tür!

LG Cassa


Hallo

Ich bin auch neu hier und kann es ganz gut nachvollziehen da ich letztes Jahr im Oktober einen Abbruch machen lassen habe...

Mein Ex wollte das Kind akut nicht haben und hat mich regelrecht gedrängt einen Abbruch machen zu lassen....

Muss dazu sagen war mit meinem Ex 9Jahre zusammen, und sind vor der ungeplanten Schwangerschaft in ein Haus gezogen haben bereits einen 4jährigen Sohn zusammen, und dann kam der Hammer 2monate nach dem Umzug wollte er die Beziehung nicht mehr....

Es kam raus das er eine Weile eine 18jährige hat, und sich nur sicher sein wollte das ich mit unserem Sohn da bleibe...

Als ich erfuhr das ich Schwanger bin war ich fertig und wusste auch nicht was ich tun sollte...

Hab es ihm natürlich gesagt und ihm war nur sein Haus wichtig und das ich es sofort weg machen lasse...

Seiner 18jährigen Freundin hat es auch nicht gepasst...

Konnte mich dazu aber nich durch ringen und so kam es das er mich nervlich mit ihr so bearbeitet hat das ich es doch habe machen lassen...

Nach dem Abbruch hab ich kein Wort mit ihm geredet und bin sogar aus dem Haus ausgezogen mit unserem Sohn dazu gesagt....

Ich konnte es verdrängen eine Zeit lang und es kommt aber in meiner Neuen Beziehung wo ich endlich wieder glücklich bin und mich geborgen fühle hoch das ich regelrechte Albträume habe und kaum zum schlafen komme...

Meinen Ex kann ich seitdem auch nicht anschauen oder ertragen, denn sowas kann man nicht vergessen...

Er kam nach 3wochen an und wollte dann die Beziehung zu mir doch wieder und ein 2.kind nach dem ich unser Baby abgetrieben habe was für mich die Hölle war...

Seine 18jährige Freundin wohnt mittlerweile so wie ihr Plan war in dem Haus und versucht sich überall mit einzumischen selbst bei unserem Sohn dazu gesagt...

Bei dir ist es aber so dass ihr es zusammen entschieden habt und euch im klaren wart was ihr möchtet...

Rede mit ihm am besten wie du dich fühlst nach dem Abbruch und wie es in dir aussieht das ist wichtig denn vielleicht geht es ihm genauso wie dir damit...

Vielleicht hilft es dir wenn ihr einen Brief schreibt an euer ungeborenes Kind und mit euren Gefühlen verabschiedet damit du es verarbeiten kannst mit deinem Partner...

Hab mit meinem neuen Partner auch versucht drüber zu reden wie es mir geht und er ist der beste denn setzt mich nicht unter druck wodurch ich es alles zulassen kann den Schmerz und auch den Verlust...

Werde mein ungeborenes Baby immer vermissen doch ich hab meinen Neuen Partner sowie meinen 4jährigen Sohn die mir halt geben womit ich besser damit umgehen kann in naher Zukunft und bin auch am überlegen mir Hilfe zu holen...

Tut mir leid für den langen Text doch müsste es auch mal los werden????


Liebe Tine,

das ist wirklich gut, dass du dir alles von der Seele geschrieben hast.

Es kam im letzten Jahr viel viel zusammen für dich.

Die schöne Aussicht: ein Haus für die Familie. Und dann diese Enttäuschung, eher sogar ein Schock.

Unter all den Turbulenzen war für dich gar nicht die Ruhe, um eine klare Sicht zu gewinnen und zu erkennen, was für dich gut ist. So stelle ich es mir vor. Und dass du kaum mit jemand darüber sprechen konntest, bevor es zum Abbruch kam.

Wie gut, dass dein neuer Partner dir nun einen Raum gibt, wo du Schmerz und Verlust zulassen kannst. Und dass du auf dem Weg bist, dir Hilfe zu holen.

Hast du selbst so einen Brief an dein ungeborenes Kind geschrieben?

Das alles sind hilfreiche Schritte. Dass du hier geschrieben hast, ist wohl auch einer davon.

Ich wünsche dir sehr, dass du gute Schritte weitergehen kannst und wieder festen Boden unter deine Füße bekommst.

Alles Liebe für dich!

Layla


Hallo

Ja ich hab versucht mit der Beratungsstelle wo ich damals war zu reden, jedoch kam dabei nix raus, denn es wollte sich wer melden und kam nie zu einem Rückruf wodurch ich beschlossen habe es bleiben zu lassen mit wem fremdes darüber zu reden, wenn es nix bringt und man das Gefühl bekommt alleine gelassen zu werden...

Mein neuer Partner ist eine echte Stütze für mich und gibt mir halt, wenn ich wieder das Gefühl habe einfach nur zusammen zu brechen...

Er weiß das ich nur im Doppelpack zu bekommen bin und akzeptiert das ohne wenn und aber...

Nein habe mich nie getraut einen Brief oder was anderes zu machen, wenn ich ehrlich bin, denn nie der Gedanke an mein Baby lässt mich einfach nur weinen...

Das schlimmste ist für mich das mein Ex Partner danach kam das er zurück möchte seine Familie wieder haben will und ein 2.Kind nachdem er mich dazu gedrängt hat mit seiner Affäre unser Kind zu töten...

Mir hat es einfach den Boden unter den Füßen weg gezogen, sodass der Verlust noch schlimmer wurde für mich...

Werde es für den Rest meines Lebens bereuen und hab einfach nur Hass und Wut in mir gegen meinen Ex Partner, aber vorallem gegen mich selber weil ich nicht für das einstand was ich wirklich wollte da mir die Kraft und die Unterstützung gefehlt hat...

Aber hinterher wollen sie alle wieder ankommen und es gut machen nur das man es nie gut machen kann...

Irgendwann werde ich mit meinem Sohn auch drüber reden können das er versteht warum es so kam wie es ist nur jetzt ist er zu klein und ich möchte das er eine normale Kindheit bekommt daran setzte ich alles...

LG Tine


Das ist schlimm, was dir geschehen ist. Aber festhalten an Hass und Wut ist nie gut. Hass und Wut sind Gifte, die auf Dauer die Seele zerstören. Vergebung ist das Gegenmittel. Anderen vergeben, sich selbst vergeben.....vermutlich die schwierigsten Aufgaben des Menschseins. Aber Vergebung ist das einzige Heilmittel. Jeder Mensch braucht davon, die einen mehr, die anderen weniger. Ich wünsche dir, dass du den anderen, aber auch dir selbst vergeben kannst.


Hallo Lenitas

Ja gut ist es bei aller Liebe nicht das stimmt wohl... Nur ist soviel passiert was man nicht einfach vergeben kann...

Aber ich arbeite dran damit es mir besser geht mit der Zeit auch, wenn es noch ganz viel Arbeit ist...

Habe leider immer noch extreme Albträume davon und versuche es zu kontrollieren das ich daran nicht noch mehr zerbrechen als jetzt schon...

Es tut aber gut hier zu schreiben und das man nicht alleine ist...

Ich hoffe das ich irgendwann mit meinem neuen Partner ein Leben habe ohne Angst haben zu müssen immer wieder Albträume zu haben...

Mein Kind wäre jetzt bald auf die Welt gekommen und denke jeden Tag daran was es geworden wäre sowie das es so viel Liebe bekommen hätte doch leider wird das nicht passieren... Bleiben weiterhin nur die Gedanken daran...

LG Tine