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Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch - wie geht ihr damit um?

Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch - wie geht ihr damit um?
Hallo ihr Lieben, Ich bin neu hier und, wie sollte es auch anders sein, ungewollt schwanger. Für mich kam das ganze natürlich ziemlich unerwartet. Ich bin 25, Studentin und will bald ins Ausland um mein Studium fortzuführen. Ich selbst wohne wieder bei meinen Eltern nachdem ich mich vor einiger Zeit nach 8 Jahren von meinem Exfreund getrennt habe. Seit 4 Monaten habe ich wieder einen Freund. Wie das passieren konnte, weis ich selbst nicht, doch eines steht fest: ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin war für mich von vornherein klar: ich will das Kind nicht. Viele denken jetzt sicher ich bin verantwortungslos, aber ich hab für mich eine Entscheidung getroffen und muss nun damit leben. Natürlich hab ich mich auch im Internet erkundigt und mir ist aufgefallen: wenn Frauen Zweifel haben, schon bei der Entscheidung, sagt das Herz dann was anderes als der Kopf? Gibt es Beratungen, die auch wirklich bis dorthin vordringen? Eine Freundin von mir, die auch vor solch einer Entscheidung stand hat gesagt, wenn man folgende Frage nicht mit Ja beantworten kann, ist ein Abbruch nicht das was man wirklich will: „Würde ich mich auch gegen das Kind entscheiden wenn Dinge wie Geld, das Gerede der anderen, meine Familie, die Meinung meines Partners, die aktuelle Wohnsituation usw. nicht da wären. Wenn es wirklich nur um mich geht?“ Erst dann glaube ich trifft man auf das Herz, das einem sagt was man will. Aber inwieweit kann man solche Faktoren vernachlässigen? Reicht ein: das bekomm ich schon hin? Ich für mich konnte auch diese Frage mit Ja beantworten. Schade finde ich auch, dass dieses Thema in unserer Gesellschaft totgeschwiegen wird. Man fühlt sich zunächst alleine gelassen. Natürlich erzählt man nicht jedem was geschehen ist, doch hört man genau hin, so hat jede Frau eine Geschichte und auf einmal bekommt man mit, wie viele Frauen doch schon einen Abbruch vorgenommen haben. Ich finde jede Frau die vor solch schweren Entscheidungen steht/stand ist unfassbar stark, egal wie sie sich entscheidet/enschieden hat - es macht einen noch stärker. Ich persönlich fühle mich schlecht, weil ich mir meiner Entscheidung sicher bin. Aber warum eigentlich? Ich habe die Wahl und nutze sie. Andere wären froh wählen zu dürfen. Ich suche hier keine Bestätigung für meine Entscheidung, ich interessiere mich wie es euch geht. Wie seid ihr mit all dem Umgegangen? Ganz liebe Grüße
19 Antworten
Hallo liebe EleniM, ich hab gerade deinen Beitrag gelesen und muss dir in so vieles zu stimmen. Ich hab auch erst vor ca. 10 Wochen eine Abtreibung hinter mir, leider ist es heutzutage noch ein großes Tabuthema. Mir ging es ähnlich wie dir, ich überlegte sehr lange und genau meine Entscheidung und als ich mich gegen das Baby entschied, hatte ich mich irgendwie schlecht gefühlt und mich für die Entscheidung geschämt. Zuerst wollte ich gar nicht zu meiner Frauenärztin und mit ihr darüber reden, weil ich Angst hatte das sie mich nicht versteht, doch dann kam zum Glück alles anders. Sie war sofort hinter mir gestanden und konnte meine Entscheidung total nachvollziehen, da ich seit über 20 Jahren Angstpatientin bin und es viele Schwierigkeiten in meinen Alltag gibt. Natürlich meinte sie auch, da dieses Thema heutzutage noch sehr empfindlich ist, sollte ich diese Entscheidung für mich behalten und wenn mich jemand frägt lieber sagen, das ich das Kind bei einem natürlichen Abgang verloren hatte. Am Anfang fühlte ich mich innerlich sehr schlecht, während ich diese Geschichte meinen Bekannten oder Verwandten auftischte, weil ich ein absolut ehrlicher Mensch bin, doch dann irgendwann begriff ich auch selbst, das es ein Schutz ist und ich mich dadurch nicht immer für diese Entscheidung rechtfertigen muss und ich auch selbst dieses Thema abschließen kann, auch wenn es am Anfang schwer fällt und man immer diese Gedanken im Kopf hat. Wie du schon geschrieben hast in deinem Beitrag, jeder hat seine eigene Geschichte warum er das tut, nur eines kann ich nicht nachvollziehen, ich hab in der Abtreibungspraxis Frauen getroffen, die schon das fünfte mal abgetrieben hatten oder manche die jedes Monat kommen, also das kann ich absolut nicht nachvollziehen und ist für mich auch unvorstellbar, wie man mit diesen Gefühlen selbst zurecht kommt. LG Sina
ich brauchte erst eine Weile, bis ich den wahrscheinlichen Tippfehler entschlüsselt hatte und von dann, glaube ich, verstehen zu können, was du fragst. Das "Entschuldigung" heißt wahrscheinlich "Entscheidung", oder? Dann würde es passen. - Die Schwangerschaft hat dich sehr überrascht. Das spürt man. Aber du machst dir viele Gedanken, möchtest dir sicher sein. Möchtest mit der Entscheidung, die du für dich getroffen hast, gut weiterleben können. Weißt du, ich denke, oft stellt das Leben selbst uns Aufgaben, Herausforderungen, die uns in unserer menschlichen Entwicklung weiterbringen, die uns neue Dimensionen des Lebens eröffnen. Das beginnt bei unserer Geburt (ich glaube, kein Kind würde freiwillig den geschützten Raum in Mamas Bauch verlassen), die ersten Schritte, der Reiz, das Spielzeug erreichen zu wollen, der Mut macht, auch nach dem Hinfallen wieder aufzustehen .... Das könnte man unendlich fortführen; Arger, Freude, Trauer ... die ich mir nie ausgesucht hätte, durch die ich aber reifer werde, mehr verstehen lerne, anders Liebe und Mitgefühl erfahre und schenken kann ... Und ich glaube, im Leben einer Frau eröffnet eine Schwangerschaft eine neue Dimension. Mama sein ist ganz besonders.Nicht immer schön, rosarot - aber einmalig und besonders. Dir hat das Leben jetzt diese Herausforderung gestellt. du hast dir die Schwangerschaft nicht ausgesucht. Es ist "passiert". Aber es ist jetzt so. In dir wächst ein kleiner Mensch, der für dich und für den DU einmalig bist in der Beziehung zueinander. Weißt du, das wäre die Frage, die ich den Fragen, die dir deine Freundin gestellt hat, noch anfügen würde: Würde ich mich gegen das Kind entscheiden, auch wenn ich es jetzt sehen könnte, wenn es ein Jahr alt wäre und ich alle anderen vorher gestellten Fragen mit "Ja" beantwortet hätte. Dieses Kind ist jetzt schon genauso da, wie in einem Jahr, wie in 10 Jahren. Ja, es wächst, aber es kommt nach der Zeugung nichts mehr hinzu. Es gibt nicht diesen magischen Moment, in dem dann nach 12 Wochen Schwangerschaft die "Zellen" auf einmal ein Mensch sind. Es entwickelt sich, wächst. So wie ein Kind nach der Geburt auch noch lange kein selbstständiger Mensch ist, kein Erwachsener. Es braucht genauso diese Zeit der Entwicklung, diese Sorge. - Liebe Eleni, hast du denn für dich schon einmal durchgedacht, wie es mit Kind gehen würde. Wie wäre es, wenn du dir und diesem kleinen Zwerg in dir die Möglichkeit schenkst, euch mehr kennen zu lernen, das Leben zu teilen? - Klar, ein völlig neuer Weg, viele Möglichkeiten würde es auf den ersten Blick nciht mehr geben - aber es gibt auch viele Hilfsangebote, vielleicht Eltern, die helfen .... Und es würde andere Möglichkeiten geben. Deine Zeit im Ausland - das klingt erstmal schwierig. Aber bei vielen Dingen muss man erstmal genauer hinschauen. Es gibt auch Lösungen im Plan B. Hast du diesen Abzweig auf deinem Lebensweg schon mal durchdacht? Warst du schon bei einer Beratung? - Du schreibst selbst am Anfang; Es ist passiert und ich kann es nicht rückgängig machen. Die Aussage stimmt genau. Auch durch eine Abtreibung kannst du diese Schwangerschaft nicht rückgängig machen. Sie wird immer zu deinem Lebensweg gehören. Genauso wie vorher wird es nciht weitergehen. Mir kam auch noch die Fragen: Was sagt dein Freund dazu? Hast du mit ihm zusammen überlegt? ..... Liebe Eleni, schreibe gern wieder. Ich denke, ich bin heute Abend noch mal online. Schaue dann gleich, ob du geschrieben hast. Vici
Hallo ihr Lieben, ich freue mich wirklich sehr über eure Antwort. Ich war heute beim Frauenarzt. Sie konnte anhand des Ultraschalls noch nicht sagen, ob ich wirklich schwanger bin. Ich weis die Tests sind nur positiv wenn die Eizelle befruchtet wurde. Sie meinte zu mir, ich soll in einer Woche wieder kommen, denn wenn sie überhaupt was erkennen kann, dann nur einen mäßig entwickelten Fruchtsack. Seit einer Woche habe ich jedoch immer wieder starke Unterleibsschmerzen. Sie will mich aber nochmal sehen, denn es könnte ein Abgang sein. Direkt nach dem Termin haben leichte Blutungen angefangen. Ich muss jetzt einfach abwarten, denn vielleicht wurde mir meine Entscheidung abgenommen. Was mich jedoch viel mehr beschäftigt, ist das Thema drum herum. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich in in der Schule in Religion ein Referat über Abtreibung halten musste. Das ist aber schon Jahre her und hier war von vornherein klar: Es ist Mord. Man findet nur schreckliche Bilder und wird zunächst falsch informiert. Jetzt würde ich die Sache natürlich viel anders angehen und versuchen hinter die Gesichter zu blicken. Viel mehr sollte sich eine Frau in so einer Situation nicht auch noch schuldig fühlen. Sie sollte entscheiden dürfen. Jeder hat seine eigene Meinung, das ist auch gut so, das bringt uns voran, aber verurteilen sollte man jedoch nicht vorschnell. Man fühlt sich so allejne gelassen und es bricht wirklich nur negatives über einen herein. Unterstützung findet man dann bei so lieben Leuten wie euch im Forum - hier ist man ja auch anonym. Man zeigt aber auch nur einen Teil von sich, von der Geschichte, man traut sich nicht wirklich mit Leuten das Gespräch zu suchen. Das Thema wird wirklich totgeschwiegen und um wirkich herauszufinden was man will, das dauert. Ich hoffe es berichten noch einige von euch wie es sich angefühlt hat. Liebe Grüße
Hallo Vici, Vielen Dank für die lieben Worte. Natürlich habe ich auch in diese Richtung gedacht. Unterstützung würde ich auf jeden Fall von meinen Eltern bekommen und auch der Vater steht hinter mir, egal wie ich mich entscheide. Was ich mir schon gedacht habe ist, dass mir diese Entscheidung vielleicht so leicht fällt, weil ich doch garnicht schwanger bin? Irgendwie hat mir mein Bauchgefühl gesagt, das stimmt was nicht, warte ab. War es vielleicht diese weibliche Intuition? Ich habe wirklich viel darüber nachgedacht und bin aber immer wieder zu dem gleichen Entschluss gekommen. An Unterstützung würde es nicht mangeln. In der Überschrift hatte ich mich tatsächlich verschrieben Wurde zum Glück ausgebessert. So Leuten wie dir kann man wirklich nur Danke sagen. Ich finde es wirklich bewundernswer, dass du einem so lieb antwortest und nicht verurteilst. Man fühlt sich wirklich alleine gelassen, deine Worte muntern einen auf. Vielen Dank
Liebe Eleni, ich habe jetzt gleich geschaut, ob du dich wieder gemeldet hast. Danke für deine Antwort. Das, was du schreibst, klingt ja erstmal ein bisschen nach Entspannung. Also heißt es jetzt abwarten. Weißt du, was ich beim Lesen deines 1. Postings heute Abend dachte? - Du spürst schon, wie Herausforderungen, unerwartete Ereignisse im Leben dich wachsen und reifen lassen. Das, was du über deinen Vortrag schreibst, kann ich verstehen. Und es ist auch gut, dass man sich mit solchen Themen auseinandersetzt, wenn man noch nicht betroffen ist. Und vielleicht nimmt man da auch Grundeinstellungen, Wertvorstellungen mit, die einem im Leben bei Entscheidungen helfen können. Aber man sollte sich davor hüten, andere zu verurteilen, über andere den Stab zu brechen. Und ich glaube, das lernt man, indem man selbst in verschiedenen Situationen im Leben steht, gestanden hat, vor Fragen stand, die ganz leicht zu beantworten sind, wenn man selbst nicht betroffen ist. Und ideale Vorstellungen gibt es genug. Liebe Eleni, ich denke an dich und hoffe mit dir, dass es "blinder Alarm" ist. Melde dich gern wieder, wenn du näheres weißt. - Was du über deinen Freund, deine Eltern ... schreibst, klingt sehr gut. Du hast ein Netz, in dem du aufgefangen und geborgen bist, egal, was das Leben bringt. Das gibt Sicherheit und die Möglichkeit, souverän zu entscheiden, nicht durch Angst oder, oder, oder getrieben. Schlafe nach dieser doch erstmal beruhigenden Nachricht gut. Vici
Hallo Eleni, wie ist es denn mit den Blutungen weitergegangen? Es ist in der Tat oft so, dass einer Menstruation eine ganz mini-kurze Schwangerschaft vorausging, die eben nicht intakt war. Da verläuft das alles, was Dich jetzt so beschäftigt - unbemerkt. Und dann gibt es Momente, wo es einem bewusst wird, was abläuft und was alles möglich ist … So geht es Dir gerade. Vielleicht machst Du Dir für den Moment fast zu viele Gedanken ... Was Dich so bewegt, kannst Du ja schon mal mit Deinem Freund und Deinen Eltern bereden. Von diesen beiden Seiten kommt es ja nicht, das "Negative, das über einen hereinbricht", oder? Ich musste schmunzeln über Deinen Satz bzw. über den Zusammenhang, den Du vermutlich auch nicht so gewollt hast: "Seit 4 Monaten habe ich wieder einen Freund. Wie das passieren konnte, weis ich selbst nicht, doch eines steht fest: ich kann es nicht mehr rückgängig machen." Dass Du es auch nicht mehr rückgängig machen willst, hoffe ich für Euch beide! Ist das in Deinem Sinn? Ja, und dafür ist so eine unklare Situation dann auch wieder gut: sich schon mal über die eigene Lebenssituation klar zu werden und zu überlegen, wie es wäre, wenn ein Kind unvorhergesehen käme. Aber im Moment ist ja erstmal noch alles offen und Du musst nicht mit ganzem Ernst drangehen. Und das wäre dann sogar eine Übung für den Fall, wenn es wirklich ernst ist: dann ist man nicht verbissen, weil man schon mal durchgespielt hat, was ein Weltuntergang wäre und was nicht. Diese Woche hast Du jedenfalls eine Art Vorläufigkeit. Dafür wünsche ich Dir gute Nerven! Liebe Grüße von Layla
Hallo Eleni, ich wollte zu deiner zweiten Nachricht noch was schreiben. Du meintest, das du früher ein Referat über Abtreibung halten musstest und das es für dich zu damaligen Zeit Mord war, wenn ich ehrlich bin hab ich mich die Tage auch danach so gefühlt, als wenn ich zustimme, das jemand mein Kind umbringt um es so krass auszudrücken. Die Tage zuvor war ich noch beim Frauenarzt und beim Ultraschallbild konnte ich alles genau ansehen und sah auch das kleine Herzchen schon ordentlich schlagen. Und dann stellte ich mir es immer bildlich vor, was so bei einem Schwangerschaftsabbruch gemacht wird und dann kamen natürlich heftige Schuldgefühle, ob ich wirklich ein guter Mensch bin, weil es so meine Entscheidung war, doch mittlerweile denke ich anders darüber. Ich stelle mir oft vor, das meine jetztige Lage keine gute Situation für mein Kind gewesen wäre und ich nicht nur 18 Jahre die Verantwortung tragen hätte müssen, sondern ein lebenlang, da ich selbst viele Schwierigkeiten hab wäre das unvorstellbar. Wie du schon geschrieben hast, jeder hat seine eigene Meinung über diesen Thema und so wird es auch immer bleiben und sein, doch das wichtigste ist es, das man selbst mit seiner Entscheidung glücklich und zufrieden leben kann und vor allem das man das richtige für sich selbst macht. Ob es wirklich Mord ist, oder nicht???!!! darüber kann man auch viel diskutieren. LG Sina
Hallo Eleni, wie geht es Dir? Im Kopf - und im Körper? Liegt ja auch sonst manchmal näher beieinander und manchmal nicht so nah ... und jetzt besonders. Ich hoffe, es hat sich alles geklärt für Dich oder es ist dabei bzw. Du bist dabei. Schreib´ doch gerne wieder, wie es inzwischen steht und wie Du zurechtkommst. Liebe Grüße von Layla
Hallo, ich bin neu hier und durch eine hilfe suche auf dieses forum gestossen. Eigentlich weiss ich nicht ob es mich weiter bringt oder mir meine schuldgefühle nimmt wenn ich hier schreibe. Ich habe vor zwei wochen erfahren das ich schwanger bin- ungewollt trotz verhütung- ein tolles gesundes kind im alter von sieben jahren habe ich schon. Nach der trennung vor einem jahr war mir klar das ich bie wieder ein kind bekommen möchte und nun stehe ich / bzw mein partner und ich da. Sofort als ich wusste das ich schwanger bin, lief mein plan im kopf was zu tun ist und dennoch fliessen viele tränen. Mein partner steht mir zur seite, wir reden viel darüber aber dennoch fühle ich mich schuldig. Als versager, feige ja ich lösche leben aus. Morgen ist es soweit und ich habe den termin bei einer ärztin. Ich habe angst ob alles gut geht da ich die medikamentöse variante wählte. Ich will es einfach hinter mich bringen und plage mich dennoch mit schuldgefühlen. So sehr wie mein partner da ist , so einsam bin ich auf diesem weg dennoch und ja auch ich trauere . Ich glaube keine frau kann nachvollziehen welche psychische belastung auf einem ruht in dieser zeit , die solch einen schritt nicht auch gewählt hat. Man wächst durch seine erfahrungen und entscheidungen und hat die vollsten konsequenzen zu tragen, aber das gewissen? Wie ist das zu beruhigen? Meine schwester ist parallel schwanger nach einigen komplikationen- ich kann mit ihr nicht darüber reden. Sie würde es nicht verstehen oder mir sogar vorwürfe machen. Es stellt sich mir die frage: bin ich ein schlechter mensch durch meine entscheidung ? Dadurch das ich eine wahl hatte und sie für mich getroffen habe? Wie geht man damit um? Ist es falsch zu trauern und zu weinen, weil es schliesslich meine entscheidung war ? Es tut mir leid für den langen text, aber ich weiss einfach nicht mit wem ich sonst mich austauschen könnte ,... ????????????
habe mich gleich heute abend noch angemeldet, um dir antworten zu können, damit zumindest durch den ersten Kommentar sichtbar wird, du bist nicht allein hier im Forum, auch wenn Du Dich so fühlst. Mit deinem Freund kannst du über deine Traurigkeit reden? Wie sind seine Gefühle? Durchlebt er gerade die gleiche Not wie du auch? Du schreibst, du hast dich entschieden, aber du schreibst nicht genau, was die Gründe sind. Was ist passiert, daß du kein weiteres Kind bekommen möchtest? Oder möchtest du eigentlich und kannst nicht wegen ....? Wenn dein Gewissen sich meldet und diese Entscheidung jetzt nicht mitträgt, dann ihm doch noch mehr Zeit sich zu entscheiden bevor es final ist. Und nutze diese Zeit für mehr Antworten auf deinen Kommentar hier im Forum und für die Suche nach jemanden mit dem du reden kannst per Telefon oder sogar persönlich. Es gibt vielleicht doch jemanden in deinem Umfeld an den du noch gar nicht gedacht hast? Liebe Grüße Suki
Liebe Ophelia! Wie gut, dass du deine Trauer einmal hier in Worte gefasst hast! Heute hast du schon deinen Termin – und deswegen fließen bei dir so viele Tränen ( . Sicherlich ist es nicht falsch zu trauern! Es ist offensichtlich eine große Stärke von dir, deine Gefühle wahrzunehmen und sie auch zuzulassen! Wenn du deine Tränen befragen könntest, wozu sie fließen und was konkret sie beweinen – was würden sie antworten? Zum einen sind es vermutlich die Schuldgefühle, die dich jetzt schon traurig machen. Zum anderen betrauerst du möglicherweise deinen Entschluss, nie wieder ein Kind zu bekommen, kann das sein? Oder schwingt noch etwas anderes mit? Du Liebe, wenn du jetzt schon so traurig bist, wie mag es dir denn dann erst nach dem Schritt gehen, den du dir vorgenommen hast? Ich weiß nun nicht, ob du das noch rechtzeitig liest: Ich wünschte, du könntest noch einen Moment innehalten. Es fühlt sich für mich an, wie wenn du deinem Verstand folgen möchtest, der sich vor einigen Jahren gegen ein weiteres Kind entschlossen hat – unter belastenden Umständen. Dein Herz spricht aber gerade eine ganz andere Sprache. Wie ist es für dich, wenn du einmal dieser Stimme Gehör schenkst? Jetzt ist offensichtlich eine andere Zeit als damals, eine bessere hoffentlich? Ist der Entschluss von damals möglicherweise überdenkenswert? Für die Vergangenheit passend, für die Gegenwart nicht mehr? Gibt dir das heute eine neue Entscheidungsmöglichkeit – in aller Freiheit? Wie steht denn dein Partner zu eurer Schwangerschaft? Würde er eventuell auch an deiner Seite stehen, wenn du einmal eher in Richtung „Kind“ denken würdest? Wenn dich diese Nachricht noch rechtzeitig erreichen sollte, was ich sehr hoffe: Bitte gib dir noch Bedenkzeit, bis du nicht mehr den Eindruck hast, dass es dich innerlich fast zerreißt. Ich sorge mich im Moment sehr um dich. Du bist ein freier Mensch und kannst dich jederzeit umentscheiden! Kannst deine Wahl neu treffen, wenn du noch Zweifel hast. Viel Mut dazu! Delphinnase
Liebe Ophelia, ich muss gleich zur Arbeit, habe jetzt hier eher durch Zufall noch mal geschaut und daher nicht viel Zeit zum Schreiben. Nachdem ich gelesen hatte, was du geschrieben hast, war in mir der Impuls, dich in den Arm zu nehmen, bei dir zu sein. Du bist nicht allein! Und die trauer die du spürst, all diese Gefühle in dir, machen auf mich den Eindruck, als würde dein Herz schreien: Nimm dir Zeit. Ophelia, tu bitte nichts, an dem du dann dein Leben lang leiden musst. Du hast die Zeit. Wäge die Gründe ab, die des Kopfes und die des Herzens. Du musst diesen Schritt jetzt, heute nicht machen. Bitte gib dir selbst Zeit. Liebe Ophelia, egal wie, schreibe wieder. Ich schaue heute Abend wieder rein. Ich denke an dich. Mit den Gefühlen in sich sollte man diesen Schritt nicht machen. Vici
liebe Ophelia, und eben habe ich dir eine Nachricht geschrieben - liegt in deinem Postfach Ganz liebe Grüße von Sanne
Hallo Layla, Ich hab letzten Freitag erfahren, dass ich schwanger bin, also das alles noch in Takt ist. Meine Frauenärztin will mich diesen Freitag nochmal sehen, ich denke sie hofft das es von alleine abgeht... Ich hätte geratene eigentlich den Beratungstermin gehabt, musste ihn aber absagen weil ich richtig krank wurde. Es hat mit Halsschmerzen angefangen und dann zum Abend hin hatte ich über 39 Grad Fieber Zum Glück ist mein Onkel Arzt, der ist dann vorbei gekommen. Ich muss jetzt Antibiotika nehmen. Dieses ständige hin und her ist wirklich sehr anstrengend... ich will es eigentlich alles hinter mich bringen Meine Entscheidung steht auch weiterhin noch fest, ich will nur einfach nicht mehr. Es ist zur Zeit einfach zu viel Liebe Grüße
Vielen dank für eure lieben worte! Warum ich mich damals so entschieden habe? Ich wollte immer entweder zwei kinder nacheinander oder nur eins. Nach 12 jahren beziehung- davon sieben jahre ehe- ging dies zu bruch. Seit über einem jahr lebe ich mit meinem sieben jahre jungen kind alleine. Mein partner und ich sind erst frisch zusammen. Er selbst hat auch zwei kinder. Von anfang an war uns klar das wir keine kinder mehr haben möchten. Trotz verhütung bin ich nun doch schwanger geworden. Heute wäre der medikamentöse abbruch gewesen, es wurde festgestellt das es zwillinge sind also war er nicht möglich. Nun steht für nächste freitag der termin in der klinik. Meine emotionen stehen natürlich für die trauer weil ich/ wir so eine situation niemals wollten. Es mir parallel auch für die menschen leid tut, die sich sooo gern kinder wünschen und es nicht funktioniert. Ich habe so ein geschenk der natur bekommen und möchte es einfach nicht. Meine entscheidung bereue ich nicht, weil ich weiss das sie richtig ist. Aber dennoch tut sie mir leid!
was für eine Überraschung und ein Schock, daß es jetzt Zwillinge sind. Was sind deine Gefühle jetzt? Und was sagt dein Gewissen? Meldet es sich jetzt noch mehr zu Wort oder weniger, weil es noch unmöglicher erscheint? Wie hat dein Freund reagiert? Und was hat der Arzt gesagt, er hat es vorher nicht gesehen? In der wievielten Woche bist du jetzt? Bei dem ganzen Unglaublichen, was dir gerade passiert, denkst du auch noch an die anderen, die dir leid tun, weil sie keine Kinder bekommen können. Dabei denkst du vermutlich besonders an deine Schwester, die lange warten musste bis sie schwanger wurde und jetzt ihr erstes Kind erwartet? Und ihr Glück kaum fassen kann, während es bei dir genau anders herum ist bzw. es 6 Jahre früher hätte passieren sollen und dann wäre alles ganz anders gewesen? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Du gehst mutig und konsequent deinen Weg wie mir scheint, was bemerkenswert ist. Liebe Grüße Suki
Liebe Eleni, dann bist Du jetzt also zwischen den beiden Kontrollterminen. Die ganze Aufregung und alles war wohl doch viel in den letzten Tagen. Und nun hast Du diese "Pause" bekommen. Wie gut, dass Dein Onkel Dir gestern sofort beistehen konnte! Ich wünsch Dir gute Besserung, und dass Du auch innerlich etwas zur Ruhe kommen kannst! Du warst ja schon vor dem letzten Freitag so voller Gedanken .... Deine Frauenärztin hat das wohl so gut gespürt, dass sie schon selbst hofft, dass sich die Schwangerschaft nicht stabilisiert. Wie mitfühlend das doch ist! Liebe Eleni, ich glaube, Du möchtest alles ganz richtig machen. Du hattest Dir ja in Deinem ersten Posting schon so viele Gedanken von der Seele geschrieben. Wer weiß denn eigentlich im Moment von Deiner Situation? Nur Deine Freundin, die selbst vor der Entscheidung stand - und wohl gegen das Kind entschieden hat. Oder doch auch Dein Freund oder Deine Eltern? Du hattest geschrieben, dass es für Dich von vornherein feststand, dass Du das Kind nicht möchtest. Dann war eigentlich gar nicht wirklich eine Entscheidung zu treffen. - Warum eigentlich ist es für Dich so unmöglich? Hängt Dein Herz noch an Deinem früheren Freund? Oder ist Dir die neue Beziehung einfach noch zu instabil? Ich würde Dir wünschen, dass Du Dir nun alles wirklich in Ruhe nochmal durch den Kopf gehen lassen kannst. Dabei ist es nicht wichtig, wie andere denken und wie sich was begründen lässt. Wichtig ist zu spüren, wie es Dir geht: bei diesem Gedanken und bei jenem. Bei dieser Vorstellung und bei jener. Jetzt ist einfach mal Zeit dazu... Und - wer weiß - vielleicht ist es am Freitag wirklich so, wie es Dir am liebsten wäre. Und wenn nicht, ist es trotzdem wertvoll, Dir jetzt mal alles vor Augen zu halten: Was Dir wichtig ist im Leben und was das mit dieser Entscheidung zu tun hat. Das ist sicher die gute Seite an der Krankheitszeit. Wenn Du es mal von dieser Seite betrachten magst. Schauen Deine Eltern auch nach Dir? Du wohnst ja bei Ihnen oder eher in einer eigenständigen Wohnung in ihrem Haus? Hab´ einen guten Abend noch und eine gute Nacht, liebe Eleni! Liebe Grüße von Layla
Liebe Ophelia, jetzt kam meine Nachricht an Eleni unter Deiner Nachricht bzw. der neuesten Nachricht an Dich zu stehen .... Du hast ja heute einen Tag erlebt, der mit einer bestimmten Perspektive begonnen hat - und mit einer anderen endet. Was für ein Schock oder Staunen muss das heute gewesen sein!? Warum war der medikamentöse Abbruch nicht möglich? - Liebe Ophelia, am Ende Deines Eintrags steht auch heute, dass Dir Deine Entscheidung leid tut. Das Erstaunliche an diesem Tag ist doch: Du hast noch alles in der Hand. Anders als gedacht. Darf ich das mal so unbekümmert feststellen? Du musst noch gar nicht trauern, weil noch nichts geschehen ist, was zu betrauern wäre. Und das kommt durch "das Zweite". Deine bisherige Entscheidung ist genaugenommen nicht bindend, sondern Du kannst damit machen, was Du möchtest. Wenn Du Dir die Trauer ersparen möchtest. Aber was gäbe es dann in Deinem Leben? Weißt Du, ich kann mir gut vorstellen, dass Du unter den schmerzlichen Eindrücken der zunächst schwieriger werdenden Ehe und dann der Trennung von Deinem Mann zu Deinem festen inneren Entschluss gekommen bist. Grundsätzlich. Und dieser Entschluss sollte dann in Kraft treten, wenn Du schwanger werden solltest. Auch als Schutz für Deinen Sohn vielleicht. Eine Art Sicherheits-Vorentscheidung, damit Du bestimmte Moment nicht erleben musst, die Du nie erleben wolltest. Und nun stehst davor, diese Entscheidung in die Tat umzusetzen. Aufgrund Deiner eigenen Vorentscheidung. Jetzt geht es Dir aber auch damit nicht wirklich gut. Du fühlst Dich sogar allein, hast Du gestern geschrieben, obwohl Dein Partner Dir nahe ist. Vielleicht hast Du deshalb bei Eleni im Thread gepostet, weil es bei ihr auch so eine Art "Vorentscheidung" gibt. Liebe Ophelia, Du bist immer noch frei in Deinen Entscheidungen. So wie in Deinem Leben Manches anders gelaufen ist, als Du gedacht oder gewollt hattest, so kannst Du auch mit Deiner Vorentscheidung in aller Freiheit umgehen. Grade weil Du merkst, was es Dich kostet. Das Gewissen ist ja eigentlich genau die Instanz, die sagt: "So machen, dann wird´s gut!" Was steht für Dich noch drüber über dem Gewissen? Woher weißt Du, dass die Entscheidung richtig ist? Das mit den Zwillingen ist schon verrückt. Klar - zu einem hättest Du Dich evtl. noch durchringen können und hast es vielleicht auch überlegt in den letzten beiden Wochen. Dann hättest Du "auch zwei" gehabt, wie Du von Deinem Partner schreibst: er hat auch zwei Kinder. Aber jetzt zwei - das bringt ja eine Wunschmama erstmal aus der Spur, wenn sie nicht eine ganz besondere Frau ist. Nur - in Deinem Fall ist es ja so, dass es zum Durchringen ab heute keine weitere Gelegenheit mehr gegeben hätte, wenn es "nur eins" gewesen wäre. Also - es geht jetzt um zwei. Aber um sie geht es noch! Und es geht auch um viel Angst bei Dir. Das kann ich nur erahnen. Kannst Du Dir vorstellen, Deine Angst mal auszusprechen? Vor Dir selbst, vor Deinem Partner? Oder aufschreiben: Warum es schlimmer wäre, das Kind (oder eben die Kinder) zu bekommen? Warum es noch schlimmer wäre als die Abtreibung nächste Woche, wo Du doch vorher schon trauerst? Wenn mal alles auf dem Tisch ist, dann kann man die Dinge wieder in die Hand nehmen. Wie bei einem Spiel. Ich meine das nicht banal! Sondern wirklich: mal durchspielen. Was wäre wenn? Wäre es so schlimm? Was wäre auch gut? Eine Woche hast Du jetzt jedenfalls, wo Du einfach mal so tun könntest, als würdest Du beide bekommen. Immerhin einen Teil der Woche so tun als ob ... Welche Gefühle stellen sich da ein bei Dir? Nimm Dir doch jetzt die Zeit dafür! Und schlaf gut! Du bist sicher erschöpft heute! Layla
Guten Morgen, liebe Ophelia! Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du deinen nächsten Termin also heute in einer Woche, oder? (Ich war mir erst nicht ganz sicher, ob du nicht sogar den heutigen Freitag meintest.) Du hattest deine erste Nachricht hier damit begonnen, dass du nicht weißt, ob dich das Schreiben im Forum weiterbringt und hilft, dir deine Schuldgefühle zu nehmen...wie geht es dir denn heute? Bist ein bisschen weiter gekommen? Du wolltest „es“ am Mittwoch ja eigentlich möglichst schnell hinter dich bringen. Dir quasi Entlastung schaffen, damit du alles wieder aus dem Kopf (und aus dem Bauch) hast. Damit du frei bist von dieser ungeheuren psychischen Belastung, die du gerade durchmachst . Das wäre die schnellste „Lösung“ gewesen. Doch nun hast du noch einmal eine Bedenk-Zeit eingeräumt bekommen. Wie geht es dir denn damit? Quält sie dich und hält deine Psyche weiterhin in höchster Anspannung? Eben denke ich mir, vielleicht kannst du dieses Innehalten auch als eine „Geschenk“-Zeit sehen? Ein tolles Kind hast du schon, wie du so liebevoll formulierst. Ihr beide seid sicherlich ein großartiges Team geworden, über die Jahre fest zusammengeschweißt. Und jetzt hättest du die Chance, noch zwei tolle Kinder zu bekommen. Momentan siehst du sie eher noch als Bedrohung deiner Pläne, nicht wahr? Ich vermute, du bist eine Frau, die sehr konsequent und diszipliniert ihren wohl durchdachten Entschlüssen treu bleiben möchte. Das verhilft dir zu einer Klarheit und Geradlinigkeit. Passt das zu dir? Hast du denn auch schon Momente erlebt, in denen es angebracht war, deine ursprüngliche Meinung zu ändern? Was konnte dir zu dieser Flexibilität helfen? Magst du einmal erzählen, weshalb eine Schwangerschaft (du nennst sie „ein Geschenk der Natur“ ) momentan konkret nicht in dein Leben passt? Gäbe es denn eine Möglichkeit, dein Leben (mit Zwillingen) zu erweitern? Mit Unterstützung vielleicht auch? Dein Partner stünde dir auf jeden Fall zur Seite , vermute ich. Wären in dem Fall die Schuldgefühle und die Trauer weg? Mit diesem Gedankenspiel wünsche ich dir ein erholsames Wochenende! Eines, an dem du auch ein paar schöne Stunden ohne belastende Überlegungen erleben darfst! Delphinnase