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Erfahrung und Psyche nach Abtreibung

Erfahrung und Psyche nach Abtreibung
Hallo liebe Leute, da ich morgen einen Termin hätte für die Abtreibung und mir nicht sicher bin, hätte ich gern einmal gewusst ob mir vielleicht der ein oder andere sagen kann, ob er starke psychische Probleme nach der Abtreibung gehabt hat oder wie er damit umgegangen ist. Habe Angst in ein tiefes Loch zu fallen. Tut die Abtreibung weh? Vielen Dank für die Antworten. LG
15 Antworten
Liebe Katja, habe Dir ja schon ausführlich geschrieben (hoffentlich nicht zu viel!!!), schau doch mal im Internet bei Rahel e.V. nach, dort berichten Frauen, die eine Abtreibung hinter sich haben. Liebe Grüße, ich denke an Dich! Theresia
Liebe Katja, ich spreche jetzt nur aus eigener Erfahrung, denn ich bin eine Frau und Mutter die schon eine Abtreibung durch gemacht hat. Also ich persönlich hatte keine psychischen Probleme außer wenn man Mütter mit Kinderwagen etc gesehen hat, denkt man sicherlich mehrmals darüber nach... Außerdem kommt es sicher auch auf die persönliche Situation an denn ich bin heut immer noch der Meinung das es besser für alle Beteiligten war aber ich habe nun auch viel durch und im Normalfall hätte es gar nicht erst zu einer Schwangerschaft kommen dürfen. Vorher war ich auch kompletter Abtreibungsgegner mittlerweile sehe ich die Dinge etwas anders. Denk einfach darüber nach was du wirklich willst. Wieso du es weg machen lassen willst es ist keine einfache Entscheidung. Und zum Thema tut eine Abtreibung weh...mir persönlich tat es nicht weh aber dem ungeboren Kind auf alle Fälle!!!! LG
Ich schliesse mich das der treuen Seele 2006 so ziemlich an. Meine Abreibung liegt zwar erst 2 Wochen zurück, jedoch habe ich keinerlei räuegefühle etc. Aber in meiner Situation gab es auch kaum einen anderen Weg. Schmerzen hatte ich auch keine. Habe bereits anfangs der 7. Woche den Abbruch mit den Tabletten vornehmen lassen.
danke für deine ausführliche Antwort. Ich finde es gut wie Du schreibst, nur was ich nicht genau verstehe, soviele haben mir gesagt, dass das Kind in diesen Wochen noch garnichts merkt, woher weißt Du das? LG
Vielen Dank für die liebe Antwort. Es freut mich, dass es Dir psychisch soweit gut geht, habe bis jetzt fast immer nur das Gegenteil gehört. Hättest Du denn das Kind behalten, wenn Du in einer anderen Situation gewesen wärst? Was war denn? LG
liebe katja, das wochenende ist vorbei und ich hab’ wirklich sehr oft an dich denken müssen.... heute frag’ ich mich, wie es dir wohl jetzt gerade geht!? in deiner unsicherheit hast du dir ja unendlich viele gedanken gemacht und um erfahrungen gebeten..... konnten sie dir weiterhelfen? ich meine, bist du dir mit deiner entscheidung sicherer geworden? ich habe die hoffnung, dass du wie die ersten male, auf dein innerstes gehört hast und dich nun endlich dem babywunder in deinem bauch ganz behutsam annähern und es zulassen kannst, dass immer mehr ein gefühl der liebe und des glücks mit dem kind in dir wächst...... ich hoffe so, dass es dir gut geht! herzlichst, felicia
Hallo Leute, ich wollte nur sagen, dass ich versagt habe. Ich habe beim sechsten Anlauf abgetrieben. Es ist schlimm und wie wahrscheinlich viele Frauen bereue ich es total und komme mir vor wie der letzte Mensch. Im Spiegel anschauen kann ich mich auch nicht mehr. Jetzt habe ich mich 13 Wochen (davon ungefähr 5 gequält) und jetzt war doch alles umsonst... außer die bittere Erfahrung, die ich nun machen durfte. Ich bin fix und alle. Es tut mir leid gegenüber allen, die wahrscheinlich was anderes von mir erwartet haben. Ich denke, dass ich eines begriffen habe in der Zeit, dass die Hormone so verrückt gespielt hatten, dass ich garnicht klar denken konnte. Und nun einen Tag nach der Abtreibung ist mir klar, dass dies der größte Fehler meines Lebens war. Ich hatte alle Voraussetzungen (große Wohnung, beide feste Jobs, knapp 13 Jahre liiert, das richtige Alter) und meine Angst und meine Gefühle haben mich verrückt gemacht. Da ich glaube, dass ich aus diesem Loch nicht mehr selbst rauskomme werde ich wohl psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Euer Versager
es tut mir sehr leid für dich, dass du so unglücklich mit deiner Entscheidung bist. Du hast dich sehr damit gequält zu einem Entschluss zu gelangen. Aus deiner mail schließe ich, dass du in deiner Umgebung nicht den richtigen Beistand hattest, um dich der neuen, unerwarteten Situation zu stellen und dass du von den Hormonen sehr gebeutelt warst. Quäle dich nicht weiter mit der Vergangenheit, du kannst sie nicht ungeschehen machen. Du hast deine Entscheidung getroffen und auch wenn du sie im Nachhinein als falsch betrachten magst, nützt es jetzt nichts mehr damit zu hadern. Lasse nicht zu, dass diese Abtreibung dir dein ganzes Leben verdunkelt - du kannst immer noch Kinder bekommen und wirst sie jetzt vielleicht mehr zu schätzen wissen als du es sonst jemals gekonnt hättest. Ich weiß nicht, ob du an Gott glaubst, aber ich werde dein Kind in mein Gebet mit einschließen und bin mir sicher, dass es bei Ihm eine Heimat gefunden hat. Ich wünsche dir alles Liebe und viel Kraft, fühle dich gedrückt , Sonnenkorn
Liebe Katja, es tut mir so leid, daß Du das durchmachen mußt, fühle Dich ganz fest gedrückt von mir!!! Bezeichne Dich nicht als Versager, schaue Dich auch im Spiegel wieder an! Sicher, Du hast einen Fehler gemacht, aber jeder Mensch macht auch Fehler und das Wichtigste, Du bereust ihn und würdest wahrscheinlich alles dafür geben, die Entscheidung rückgängig machen zu können! Glaubst Du an Gott? Oder hältst Du zumindest für möglich, daß es ihn gibt? Dann sprich mit ihm, rede von Deiner Reue, von Deinem Leid! Er wird dann ganz besonders nah bei Dir sein und Deine Seele heilen können. Denn das kann nur ER, auch wenn psychologische Hilfe wertvoll sein kann. Vielleicht kannst Du hier beim Forum dabeibleiben und Frauen bei der Entscheidung helfen?! Es ist doch wichtig, daß nicht nur die Betroffenen schreiben, für die die Abtreibung kein Problem war bzw. zu sein scheint. Leider ist die Gesetzeslage ja nun mal so (und daran wird sich wohl so schnell leider auch nichts ändern), daß ungewollt Schwangere in einem Zustand über Leben und Tod entscheiden müssen, in welchem sie gar nicht so recht entscheidungsfähig sind wegen der Hormone, der Übelkeit, der Angst... Da zählt jede Stimme, die ihnen hilft, zu einem Ja zum Kind zu finden. Es gibt viele Möglichkeiten, etwas in dieser Richtung zu tun. Auch bei ProFemina gibt es mehrere gut durchdachte Aktionen, an denen man sich auch als "Normalbürger" beteiligen kann. Ich würde Dir sowieso empfehlen, da mal anzurufen, die sind sehr nett und helfen Dir bestimmt auch, mit Deiner jetzigen Situation umzugehen. Liebe Katja, ich hoffe, ich überfordere Dich nicht mit meinen Gedanken, die "Flucht nach vorn" wäre wahrscheinlich mein Weg, damit umzugehen, in der Hoffnung, daß sich der Schmerz nach und nach wandelt und die Erfahrung wertvoll werden kann in der Hilfe für andere. Dein Weg kann auch ein ganz anderer sein. Ich wünsche Dir alles, alles Gute, auch ich werde Dich, Deinen Mann und Euer Kind in mein Gebet mit einschließen! Und falls Du Trost brauchst oder einfach jemanden zum Zuhören, Du kannst mir jederzeit schreiben, ich antworte Dir auf jeden Fall! Ganz, ganz liebe Grüße Theresia
Liebe Katja, es tut mir so leid für Dich, dass Du das durchmachen musst. Dass Dir jetzt klar wurde, dass es die falsche Entscheidung war, die man leider nicht mehr rückgängig machen kann. Versuche nach vorn zu schauen. Vielleicht kannst Du in dem unten angefügten Gedicht von Eva Strittmatter etwas Trost finden. Es drückt eine ganz ähnliche Situation aus. LG Isabelle Interruptio Ich muss meine Trauer begraben Um das ungeborene Kind Das werde ich niemals haben. Dämonen pfeifen im Wind Und flüstern im Regen und speien Mir gerade ins Gesicht. Und mag auch Gott mir verzeihen. Ich verzeihe mir nicht. Es hat mich angerufen, Es hat mich angefleht, Ich soll es kommen lassen. Ich habe mich weggedreht. Es gab mir kleine Ziechen: Eine Vision von Haar. Und zwei drei Vogellaute Eine Stimme von übers Jahr. Ich hätte es sehen können, hätt ich es sehen gewollt. Es war ja in mir entworfen. Ich aber habe gegrollt Über die Tage und Jahre, Die es mir nehmen wird, Und um meine grauen Haare, Die Krankheit. Und wahnwitzverwirrt, Hab ich mich darauf berufen, Ich sei zum Schreiben bestellt. Dabei war vielleicht diese Hoffnung Viel wichtiger für die Welt Als all meine Selbstverzweiflung Und die kleinen Siege in grün Die ich dem Leben abringe Und den Dingen, die dauern und fliehn. Das schwere Recht der Freiheit Hab ich für mich missbraucht. Und hab mich für immer gefesselt. In Tiefen bin ich getaucht, In Trauer bis zum Irrsinn. Es brodelt noch neben mir. Die unsühnbare Sünde Unterscheidet mich vom Tier.