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Meine Entscheidung für das Kind

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Keine Ausbildung, kein Freund, kein Geld, und der Zeugungssex war noch nicht mal freiwillig

Keine Ausbildung, kein Freund, kein Geld, und der Zeugungssex war noch nicht mal freiwillig
Hi, ich möchte meine Geschichte erzählen um anderen Mut zu machen. Mit meinem Freund kam ich zusammen, weil alle zu der Zeit einen Freund hatten und ich kein Außenseiter sein wollte. Dümmste aller dummen Ideen! Bisher hatte es zwar einige Interessierte gegeben, aber der Richtige war nicht dabei und ich hatte mich distanziert gehalten. Tja, und dann nehme ich mir ausgerechnet jemanden, den ich kaum kenne und deshalb auch keine Abneigung gegen seinen Character entwickeln konnte. Wie ich leider sehr langsam herausfand war er ein Lügner und mir gegenüber Gewalttätig. Nicht nur das, er betrog mich von Anfang an, hatte heimlich immer etwas nebenher laufen, wie ich später herausfand, und stahl seinen Eltern und mir Geld aus den Taschen. Leider dauerte es eine Weile bis ich einiges herausfand, so dass ich leider doch an ihm hing und unfähig zur Trennung war. So kam es auch, dass ich in einer Ausbildung war, die Firma schloß, als ich mittendrin war und ich feststellte, dass ich aus einer unfreiwilligen Sexuellen "Zusammenkunft" mit meinem Freund schwanger war. Ich kam aus einer armen Familie, die mich nicht finanziell unterstützen könnte und auch über keinerlei Beziehungen um mir zu helfen. Von ihm kam dann Druck abzutreiben, auch seine Eltern mischten sich ein und arrangierten eine Beratungstermin, während ich noch verwirrt und unschlüssig war. Ich malte mir die Konsequenzen eines Baby s in dieser Situation in den schlimmsten Farben aus. Ich wäre vielleicht Mitte zwanzig, wenn ich mit einer Ausbildung neu anfangen könnte und bis dahin völlig mittellos, mit diesem Kerl könnte ich nicht so weiterleben, schon gar nicht mit Kind, das würde er sicher eines Tages totschütteln oder -prügeln. Ich hätte sicher weniger Auswahl unter Männern und eine neue Beziehung, nur mit jeder Menge Kompromisse von meiner Seite möglich. Er zerrte mich zum Beratungstermin. Dort konnte ich mit nicht mit dem Berater alleine sprechen und als ich ihn fragte, ob es noch andere Alternativen zur Abtreibung gäbe, sagte er genervt, er wüsste nicht was ich meine! Ich fühlte mich im Stich gelassen, diesem Druck von ihm und seinen Eltern ausgesetzt und da ich nicht wusste was ich tun sollte, denn schließlich ging es um MEIN Kind, wollte ich den Druck verringern um einen klaren Gedanken fassen zu können. Also sagte ich allen, ich hätte mich entschieden und würde das Kind behalten. Tatsächlich ließ der Druck dann spürbar nach und ich konnte in Ruhe überlegen. Ich würde alleine die Entscheidung treffen, weil ich den wichtigsten Schritt alleine gehen müsste und vor mir diese Entscheidung für den Rest meines Lebens verantworten müsste. Ich würde auf keinen Fall, das tun, was andere von mir wollten, schon gar nicht deren egoistische Wünsche auf meine Kosten erfüllen. Ich informierte mich zu Pro und contra einer Abtreibung. Sah mir Bilder dazu an. Ich bin dafür, dass man wissen sollte, was man tut. Ich muss schon sagen, die Nebenwirkungen, Unfruchtbarkeit, sogar Tod, sind nicht zu verachten. Ich hielt es auch für kein Gerücht, da die Mutter eines mir bekannten Mädchens auf dem OP-Tisch während einer Abtreibung starb. Was mir half, waren die Unterstützung meiner Eltern, die mich bei sich Aufnahmen und keinen Druck auf mich ausübten und die Geschichte über die Schwangerschaft meiner Mutter mit mir. Beinahe wäre ich eine Fehlgeburt gewesen, hätte meine Mutter nicht ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Nun sollte ich das Gegenteil tun? Ich war damals auch nur ein Winzling im Bauch meiner Mutter und nun auf der Welt und gar nicht unglücklich darüber. Warum sollte ich jetzt MEIN Kind töten, nur weil die Situation blöde war. Also entschloß ich mich trotz Drohungen meines Ex, das Kind zu bekommen. Mein Vater schleppte mich zu einer katholischen Beratungsstelle, die mich anders als die andere Beratungsstelle pro Baby beriet und mich beratend und finanziell unterstütze. Ich bekam Sozialhilfe. Trotzdem bekam ich einen neuen Freund. Ein Jahr nach der Geburt fand ich eine gute Ausbildungsstelle, meine Mutter versorgte das Kind, und im Anschluss bekam ich einen unbefristeten Vertag und konnte mit Freund und Kind in ein Haus ziehen. Heute habe ich noch zwei weitere Kinder und bin der Überzeugung, dass die Entscheidung gegen die Abtreibung die Beste Entscheidung meines Lebens war. Für den Kummer und die Angst und die Entscheidung für das Leben eines anderen gegen meine persönlichen Bedürfnisse bin ich überreich belohnt worden. All die glücklichen Zufälle hinterher, mit denen ich das ein oder andere bekam waren wirklich erstaunlich. Viele Gebete wurden erhört, obwohl ich Nicht gläubig war und nur aus purer Verzweiflung betete. Das hat viele Jahre später auch noch dazu führte, dass ich katholisch wurde und seitdem mein Leben noch besser.
2 Antworten
Hallo dreimalrichtig, also auf jeden Fall ist es jetzt ein viertes Mal genau richtig, dass du hier mit deiner unglaublichen Geschichte anderen Frauen Mut machen möchtest! Ich hab wirklich eine Gänsehaut bekommen, als ich grade von deinen Erlebnissen gelesen habe! Und es freut mich echt gaaaanz arg für dich, dass deine Lebensreise so einen guten Weg bis hierher genommen hat ! Ja, ich glaube auch, dass eine Entscheidung für das Leben des eigenen Babys und damit für die Liebe immer eine positive Wendung auch für das eigene Leben nach sich zieht. Natürlich ist es dennoch manchmal auch anstrengend, ein Kind zu bekommen, wenn die äußeren Umstände nicht so günstig sind, wie man sich das wünschen würde. Sicher hast du auch einmal solche Zeiten erlebt... Doch an deiner Geschichte kann man deutlich sehen: Es gibt immer Hoffnung und die Liebe findet einen guten Weg! Wie du so schön geschrieben hast: Das was du an Kummer, Angst und auch im Verzicht auf manche eigenen Bedürfnisse für dein Baby eingebracht hast, ist durch die vervielfachte Liebe zu dir an Gutem zurückgekommen. Wie wunderbar!!! Ich danke dir sehr, dass du deine Erlebnisse hier mit uns teilst und wünsche dir von Herzen weiterhin alles Gute, sowie reichen Segen für deine Familie! Liebe Grüße , Andrea
Wow... du hast offensichtlich nicht nur dreimal sondern seit deiner starken Entscheidung für dein erstes Kind, überhaupt ALLES richtig gemacht! Deine Geschichte gibt echt Mut, in schwierigen Situationen einfach bei sich zu bleiben und seinen innersten Werten nachzuspüren! Du bist damals ja in eine sehr unschöne Beziehung geraten und hast mit deinem ersten Freund einiges ausgehalten! - was ihn wohl in seinem Leben so negativ geprägt hat, dass er dich so respektlos und gewalttätig behandelt hat!? – Nichtsdestotrotz hast du dich nicht unterkriegen lassen! Das war in deiner damaligen Situation wirklich sehr cool. Deine Herangehensweise um dich von ihm "frei" zu machen war echt klug! Irgendwie hat dich diese Erfahrung wohl auch dazu gebracht nach den Dingen zu suchen, die im Leben wirklich zählen... hast also dein ganz eigenes Potenzial entdeckt und es mit Hilfe deiner lieben Eltern geschafft, dein Leben in richtig glückliche Bahnen zu lenken. Die kummervolle Zeit und deine Bereitschaft dich dem zu stellen was das Leben von dir fordert hat sich somit nur zum Guten gewendet! Was für ein wunderbarer Beitrag! Sehr motivierend für alle Frauen, sich in solchen Nöten nach ihrer innersten Sehnsucht zu orientieren! Ich wünsch’ Dir weiterhin ein so gut gelingendes Leben und dazu ganz viel Liebe für dich und deine wunderbare family! Sehr herzliche Grüße von Felicia