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Die Geschichte meiner Schwester

Die Geschichte meiner Schwester
07.09.2011 12:11
Ich möchte hier gerne kurz die Geschichte meiner Schwester erzählen... Als meine Mutter 18 Jahre alt war wurde sie schwanger, ihr Freund sagte sie solle abtreiben, als sie sich weigerte schlug und bedrohte er sie, dann haute er ab. Er stand absolut nicht zu dem Kind und da sich meine Mutter für das Leben des Kindes entschieden hatte war das für ihn eine deutliche Entscheidung gegen ihn. Meine Oma war zu dieser Zeit psychisch sehr krank, von ihrer Seite und auch der meines Opas konnte sie keine Hilfe erwarten und so wendete sie sich in ihrer Verzweiflung an einen Pastor. Dieser erzählte ihr von der Möglichkeit das Kind zur Adoption freizugeben zunächst war das natürlich auch ein harter Gedanke doch meine Mutter begegnete in dieser schweren Zeit unserem Herrn und im Vertrauen auf ihn entschloss sie sich "Laura" nach der Geburt abzugeben. Sie erzählte mir das sie Laura nach der Geburt einmal über das Köpfchen streicheln durfte, dann wurde die kleine schreiend von ihr weggetragen, die Schwestern behandelten meine Mutter sehr hart und unverständnisvoll aber sie betete und wusste im Herzen das sie die Kleine in Gottes gute Hände gibt auch wenn sie äußerlich nur Menschenhände sieht. So verging kein Jahr an dem meine Mutter nicht für die kleine betete, in den kommenden Jahren lernte sie meinen Vater kennen, heiratete und gebar 3 Kinder uns erzählte sie nie von Laura doch vor 5 Jahren geschah etwas unfassbares, Laura wollte ihre Mutter kennen lernen, sie hatte ihre Adresse ausfindig gemacht und rief eines Tages einfach an. Keine zwei Stunden später stand sie dann auch vor der Tür (sie lebt nur ca.45km von uns entfernt) meine Geschwister und ich waren völlig sprachlos als wir erfuhren das wir noch eine Schwester haben und natürlich war es eine total ergreifende Situation als sie meine Mutter das erste mal seit so langer Zeit sah doch aus dieser ersten Begegnung ist nun eine wunderbare Beziehung geworden, was mich anfangs so verwunderte war, das Laura überhaupt keine Vorwürfe gegenüber meiner Mutter hatte, sie hatte eine wunderbare Kindheit und ist einfach dankbar das sie Leben darf. Jetzt hat sie selber auch schon 2 Kinder, wenn meine Mutter damals nein zu ihrem Leben gesagt hätte, dann wären die beiden süßen Mädels jetzt auch nicht da...
5 Antworten
hallo liebe leni, ich möchte dir einfach kurz sagen, dass ich deine (wahre) geschichte ganz ergreifend und wunderschön finde! herzlichen dank für deinen mut, hier zu schreiben! alles liebe, tina
hallo Leni, ich bin zutiefst beeindruckt von der geschichte deiner schwester, von der du so lange gar nichts wusstest. was muss eure mutter für eine starke mutige frau sein! offenbar hat sie deine schwester all die jahre in ihrem herzen und in ihren liebenden gedanken durchgetragen... und dann dieses wunderbare wiedersehen/finden. ich wünsche dir, deiner schwester, deiner mutter und der ganzen großfamilie alles liebe! glg jana
Vielen Dank für eure lieben Worte Ich habe meine große Schwester jetzt auch echt gern und bin so froh, das es sie gibt und wir uns so gut verstehen... meine Mutter bekam damals sehr viele Anfeindungen und viele Leute, die davon erfuhren meinten es sei besser gewesen das Kind abtreiben zu lassen als es noch ganz jung war... Heute sind alle diese Menschen (die zum Teil zur weiteren Verwandschaft gehören) ganz still. Ich glaube vielen Leuten ist echt nicht bewusst das bei einer Abtreibung ein WIRKLICHER Mensch stirbt der sich (wie ein Embryologe sagte) nicht zum Mensch sondern als Mensch entwickelt...
Liebe Leni, diese Geschichte ist so schön das ich darauf hoffe das viele Mütter die ebenfalls in der Konfliktlage sind diese lesen. Leider erwägen viele Frauen ehr die Abtreibung als die Adoption. Nun hast du noch eine Schwester, die garnicht so traurig darum ist das sie damals abgegeben wurden. Ich kenne auch Adoptivkinder die so an ihren Adoptiveltern hängen sodas diese garnicht mal wissen wollen wer sie abgegeben hat. Finde ich auch o.k. Die Adoptiveltern werden voll und ganz akzeptiert. Ich finde es auch gut das eine Mutter ein Kind zunächst in eine Pflegefamilie geben kann, bis es ihr aus welchen Gründen auch immer ,wieder besser geht. Ich freue mich über die geborenen Kinder. Liebe Grüße
Liebe Leni - das ist ja eine wunderbare, sehr zu Herzen gehende Geschichte. So schön und so tapfer, dass ich gern darüber schreiben würde. Bin Journalistin und schreibe am liebsten Geschichten, die "das Leben schrieb". Wenn du Lust auf ein Interview hast, melde dich. Herzlichst dophi