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Ungewollt schwanger: Meine Situation

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Ungewollt schwanger - Abtreibung nach seelisch qualvollen Fehlgeburten?!

Ungewollt schwanger - Abtreibung nach seelisch qualvollen Fehlgeburten?!
Ein herzliches Hallo an alle, zugegeben, ich bin absoluter Neuling im Verfassen eines Foren-Beitrages. Bisher bin ich immer und in allen möglichen Themen stiller Mitleser. Nun beschäftigt mich jedoch ein Thema persönlich so sehr, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß... Ich bin fast 30 Jahre alt und habe eine 18 Monate alte Tochter, sie ist unser Leben und war ein absolutes Wunschkind. Es hat 9 Monate gedauert, bis ich das erste Mal schwanger wurde und verlor das Kind in der 7. Woche. Es war ein Schock und riss mir und meinem Mann den Boden unter den Füßen weg. Es gab eine lange Trauerphase bis zu dem Entschluss, es erneut zu versuchen. Ich wurde nach einigen Monaten wieder schwanger und verlor auch dieses Kind, diesmal in der 9. Woche. Der Schmerz sitzt bis heute sehr tief. Nach zahlreichen Gesprächen mit meiner Frauenärztin beschlossen wir, es ein letztes Mal "auf natürlichem Wege" zu versuchen und endlich, es klappte. Die Schwangerschaft war sehr beschwerlich: Krankenhausaufenthalte, Erbrechen bis zu 20x täglich, schwere Eisenmangelanämie, frühzeitige Einleitung, schmerzhafte Wassereinlagerungen, aber es lohnte sich, unsere Tochter kam gesund zur Welt und ist ein absoluter Goldschatz, die Liebe unseres Lebens. Aufgrund aller Vorkommnisse beschlossen wir, es bei einem Kind zu belassen. Wir sind glücklich als kleine Familie und waren uns einig, das Schicksal nicht weiter herauszufordern. Unsere Familienplanung ist definitiv abgeschlossen. Ab August werde ich wieder arbeiten gehen, unsere Tochter kommt dann in den Kindergarten und finanziell klappt auch alles so gerade eben. Wir haben eine kleine Eigentumswohnung mit eintm Kinderzimmer gekauft und haben zwei 8-Jährige Kätzchen. Ein weiteres Kind würde einfach nicht in unseren Alltag passen. Es ist in unseren Augen unvorstellbar für unsere Tochter, die Aufmerksamkeit noch teilen zu müssen. Es ist einfach perfekt so, wie es ist. Nun bin ich - trotz Verhütung und Sex nur einen Tag nach dem Ende meiner Periode - in der 6. Woche schwanger! Ironie des Schicksals, würde ich sagen. Eigentlich sprechen alle Anzeichen dagegen (mein Mann und ich sind gleicher Meinung), aber ein ganz wichtiger Punkt "stört", die Ethik. Uns beiden war sofort klar, dass wir ein weiteres Kind nicht wollen, wie auch zuvor schon beschrieben, jedoch ist dieser psychische Kampf mit den vorangegangen Erfahrungen und der seelischen Belastung doch ein Widerspruch in sich, wenn ich nun ein Leben, um das wir zuvor so gekämpft hatten, einfach "wegmache". Wir suchen nach Leidensgenossen und hoffen auf Erfahrungen und guten Zuspruch. Ganz liebe Grüße
18 Antworten
Hallo Folge deinem Herzen in der Entscheidung! Ich bin jetzt mit dem zweiten schwanger und ich verstehe deine Angst: Hilfe, dieses Kind bringt alles durcheinander...! Das fühlt sich bei mir auch so an, obwohl es ein Wunschkind ist. Das mit der Wohnung: erst mal kein Stress, ich denke das passt so vom Wohnraum immer noch ganz gut. Wegen der Aufmerksamkeit: das verstehe ich, das war auch mein Punkt, wo ich überlegt habe, ob es gut ist noch ein Kind so schnell zu bekommen. ABER ich merke immer mehr, wie viel er sich an Altersgenossen (2) und ja, auch Babys freut. Ich freue mich nun nicht nur, dass ich das Kind bekomme, sondern, dass auch mein Kleiner beschenkt wird, der auch mein größter Schatz ist. Du schenkst deiner Tochter auch ein Geschwisterchen, du nimmst ihr also nicht wirklich was weg. Und die Liebe reicht für alle, so kenne ich das, aus der Familie, in der ich aufwuchs, mit mehreren Geschwistern. Die Freudegefühle müssen auch noch nicht da sein, zumindest bei mir mit dem zweiten Kind merke ich, dass ich die Schwangerschaft anfangs viel ruhiger erlebt habe und jetzt, wo man das Kind schon strampeln spürt, es förmlich sich ausgießt, dieses leise Freuen und Staunen über das Geheimnis in meinem Bauch, das ich in einigen Monaten sehen werde. Alles Liebe
Ich kann deine Bedenken verstehen, möchte aber zu einem Punkt etwas anmerken und dir vielleicht eine andere Sichtweise geben: Deine Tochter "muss" die Aufmerksamkeit nicht teilen, sie "darf". Das ist eine tolle Chance für ihre Entwicklung, denn es ist für ein Kind nicht gut, ständig die permanente Aufmerksamkeit von den Eltern zu haben. Teilen, Abwarten lernen, auch mal zurück stecken usw. sind Dinge, die ihr in ihrem Leben später sehr helfen werden. Du brauchst also nicht denken, dass du deiner Tochter etwas nimmst, wenn du ein zweites Kind bekommst. Ganz im Gegenteil. Ein Geschwister zu haben ist so viel wertvoller als alles Materielle. Es ist ein Mensch, dem sie ihr Leben lang nahe sein wird, auch als Erwachsene (und wenn die Eltern vielleicht schon verstorben sind).
Liebe Kirschlilly, gut, dass du das Forum hier gefunden hast und dir das alles von der Seele geschrieben hast. Mein herzliches Mitgefühl erst einmal, wegen deinen zwei ersten Babys, die du verloren hast. Du wirst sie immer in deinem Herzen behalten Für deine Tochter hast du viel auf dich nehmen müssen – und hast es geschafft – ich kann mir gut vorstellen, wie sie euer Leben bereichert. 18 Monate ist ein ganz süßes Alter! Und auch sonst passt bei euch grade alles perfekt. Ihr seid einfach glücklich, so, wie‘s jetzt ist! Verstehe sehr gut, dass die ungeplante Schwangerschaft nun alles erstmal auf den Kopf stellt und ihr euch damit ziemlich überrumpelt fühlt. Gedanken fangen zu kreisen an und kämpfen natürlich mit den unterschiedlichsten Gefühlen die aufkommen. Es sieht nach einem absoluten Ausnahmezustand aus und ich denke, es braucht alles noch etwas Zeit... 6. Woche ist ja auch noch so früh! Warst du denn schon bei einer Beratung? Gerade wegen eurer ethischen Bedenken, wäre es bestimmt hilfreich, was "Profis" dazu sagen, was denkst du? Ich hoffe sehr du kannst dir zwischendurch auch immer wieder entspannte Momente und ruhige Gedanken schaffen !? Liebe Grüße! Von Felicia
Liebe Frau vom Dorf, herzlichen Dank für deine Antwort und die lieben Worte. Und ja, natürlich steckt eine Menge Wahrheit und Plausibilität in deiner Aussage. Das ein Einzelkind soziale Kompetenzen anders erlernt wie ein Geschwisterkind, ist mir bewusst. Ich habe selbst eine Schwester, kenne viele Leute mit 2 Kindern und weiß, wie es ist. Unsere Tochter hat allerdings trotzdem viel Kontakt zu anderen Kindern (Cousin, 3 und Cousine, 2, die sie fast täglich sieht, eine Spielgruppe mit gleichaltrigen), was natürlich nie ein direkter Vergleich ist. Mir geht es allerdings wirklich nicht um materielle Dinge, sondern um die ereignisreiche Kindheit generell, Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann. Urlaube, Ausflüge, einfach "seinem Kind etwas bieten können", wie man so schön sagt. Und das würde alles auf der Strecke bleiben, da uns die finanziellen Mittel, die diese Dinge trotzdem benötigen, dann fehlen werden. Hinzu kommt, dass ich psychisch nicht die stärkste Person bin und mit ihr schon wirklich alle Hände voll zu tun habe. Ich habe wirklich Bedenken, dass sie nicht doch zu sehr aif der Strecke bleiben würde, bei einfm zweiten Kind. Ich könnte jetzt noch sooo viel schreiben, aber es ist so hoffentlich schon etwas verständlicher für Dich.
Liebe Felicia, ein ganz herzliches Danke für deine verständnisvollen Worte Und auch wegen deines Mitgefühls für unsere Sternchen. Es tut sehr gut, wirklich verstanden zu werden... Ich versuche, immer wieder klare Gedanken zu fassen, was mir aber gerade wirklich schwer fällt. Meinem Mann geht es übrigens genauso. Ich habe am Donnerstag einen Termin zur Beratung und hoffe, dort eine klarere Richtung für uns zu finden... Ich fühle mich schrecklich, überhaupt so zu empfinden, wie ich empfinde. Ich bin innerlich so leer und kriege den Alltag kaum bewältigt. Das Schlimmste ist, dass ich für dieses Kind in meinem Bauch einfach nichts empfinden kann, keine Liebe, nichts. Gott, ich hasse mich dafür und weiß ja auch genau, wie sich die andere Seite anfühlt. Bei meinen Fehlgeburten habe ich die Frauen verabscheut, die eine Schwangerschaft "aus, egoistischen Gründen" abbrechen... Es war mir einfach unvorstellbar. Und nu? Bin ich eine dieser Frauen, aus einer ganz anderen Situation heraus. Ich möchte hiermit natürlich niemandem zu nahe treten und weiß, dass es immer Gründe gibt. Nur zur damaligen Zeit, als ich so gebrochen war, wollte ich es einfach nicht verstehen.
Danke für deine Antwort. Ja, das verstehe ich gut. Das Gefühl, dass die Kraft nicht reicht und man sich total überfordert hatte ich ja auch in der Schwangerschaft so stark, dass ich sie abgebrochen habe. Das wiegt auch viel mehr als "äußerliche Probleme" , denn eine zu kleine Wohnung etc. sind Dinge, die man langfristig verändern kann aber wenn die Psyche nicht mit macht, kommt man sich so hilflos vor. Es ist keine leichte Entscheidung, ich wünsche dir ganz viel Kraft dafür.
Ich danke Dir vielmals, liebe Frau vom Dorf. Darf ich fragen, hast du bereits Kinder gehabt, als Du deine Schwangerschaft abgebrochen hast? Und wie gehst Du heute damit um?
Liebe Kirschblüte, Nimm dir bitte Zeit für die Gefühle. Es kam unerwartet, es ist eine gewaltige Veränderung, es muss nicht sofort so sein, dass du dich freust. Fühl dich da nicht unter Druck gesetzt, von den vielen glitzernden Wunschkindergeschichten. Du hast es mit dem ersten Kind geschafft, da wusstest du nicht einmal, wie es ist, Mama zu sein. Und weißt du was, ich denke du schaffst es auch mit dem zweiten sehr gut. Es gibt einfach keinen Grund, dass es anders werden sollte, oder? Wie du gesagt hast - Glück liegt nicht darin, was man sich für Geld kaufen kann. Stell dir einfach Mal vor - das Geld reicht, das Kind ist da, deine Tochter freut sich. Warum es auch schön ist, ein zweites Kind zu haben? Weil Kinder so verschieden sind, so verschieden aussehen können. Eure Familie wird ein bunteres Gesicht bekommen und du erfährst mehr darüber, wie verschieden und bemerkenswert sich eure Gene zusammentun können. Vielleicht ist es eine zweite Tochter, ein zweiter, einzigartiger Goldschatz, oder ein Junge, ist es nicht interessant, das zu erleben? Das sind die Gedanken, die mich in meiner zweiten Schwangerschaft begleiten, ich denke, du hast da noch viel mehr, was du an Schönem finden kannst mit zwei Kindern. Viel Kraft und alles Liebe!
Das wegen dem Alltag bewältigen, du kennst es ja selber aus der ersten Schwangerschaft - es ist hart schwanger zu sein vor allem am Anfang, vor allem, wenn es unerwartet kam und du mit deinen Gedanken klarkommen musst. Aber das wird wieder und vor allem jetzt gebührt dir auch einfach gute Unterstützung, dort wo du sie brauchst.
Hallo Kirschlilly, die plötzliche Schwangerschaft ist doch noch ziemlich neu... es ist ganz normal, dass du da jetzt einfach total durch den Wind bist und nicht weißt, welche Entscheidung die richtige sein könnte. Ich hab‘ den Eindruck, du hast ein sehr feines Gespür dafür, was du für dich verantworten kannst und was nicht. Nur jetzt, im Aufruhr der Gefühle, kannst du es eben nicht so wahrnehmen. Die Situation kostet gerade endlos viel Kraft. Daher ist es auch sehr verständlich, dass du dir jetzt kein zweites Kind zutrauen willst/kannst. Du bist dir im Moment deiner Stärke (die in dir steckt!) nicht bewusst! Und, dass es deinem Mann irgendwie genauso geht, zeugt von eurer großen Verbundenheit. Hey, ihr werdet zusammen bestimmt bald eine gute, für euch einfach stimmige Entscheidung treffen können. Ich hoffe mit dir auch auf die Beratung morgen. Oft kommt man ja mit Außenstehenden, die sich in den Dingen auskennen, besser auf den richtigen Weg und kann Lösungen für alle möglichen Ängste finden! Ich denk' weiter sehr an dich, Felicia
@Kirschlilly Nein, ich hatte keine Kinder. Zwar einen großen Kinderwunsch aber den wollte ich (wegen meiner psychischen Erkrankung) nicht umsetzen. Ich kann heute gut damit umgehen. Es ist zwar traurig aber ich komme mittlerweile gut damit klar. Das erste Jahr danach war etwas schwierig aber jetzt belastet es mich nur noch wenig.
@Frau vom Dorf Mich berührt, dass du so ehrlich schreibst und so viel Mut machst. Fast so, als möchtest du, dass eine andere Frau das schafft, was für dich damals zu schwer war. Jetzt hast du Kinder, oder? Weil du das mit den Geschwistern so gut vorstellbar beschreibst. Kann natürlich auch deine eigene Kindheitserfahrung sein. @Kirschlilly Was du erlebt hast, berührt mich auch sehr. So ein langer Weg zu eurer Tochter. Und so ein schmerzhafter und anspruchsvoller Weg dann in der Schwangerschaft. Und nun endlich angekommen! Da will man natürlich bewahren, hüten, beschützen und keine Unsicherheit und Erschütterung mehr. Hast du denn auch Sorge (oder besonders Sorge), dass die Schwangerschaft wieder so schwer werden könnte? Oder gelten deine Sorgen mehr der Zeit, wo du zwei Kindern alles das geben möchtest, was du eben geben möchtest? Es ist wohl wirklich leichter (ohne es abtun zu wollen!), als du dir im Moment vorstellst. Die Erlebnisse, die Geschwister miteinander haben, sind wirklich kostbar und unbezahlbar. Sogar umsonst. Also, kosten gar nichts. Man kann sie aber auch durch nichts anderes ersetzen. Es würde etwas fehlen. Und das würdest du auch spüren. Kinder können nie alles haben. Wir können ihnen nicht alles geben. Nur, was wir eben geben können. Psychisch kann es dich sogar entlasten, dass deine Kinder sich gegenseitig haben. Haben dein Mann und du Geschwister und selbst gute Kindheitserinnerungen daran? Schließlich ist da dein ganz eigener wichtiger Punkt (wie du eingangs) schreibst. Der toppt vielleicht alle Überlegungen, wie man das Leben am besten einrichtet und bewältigt. Nämlich der Widerspruch: So sehr um ein kleines Leben gekämpft haben und es jetzt nicht wollen. Kann es sein, dass ihr gar nicht wirklich gegen das Kind eingestellt seid? Sondern dass ihr einfach die Unsicherheit und alles, was jetzt nicht absehbar ist, nicht wollt? Weil es so schwer war für euch. Dass ihr jetzt nicht die Energie spürt, wieder alles neu zu durchdenken und zu gestalten? Das mit dem "Profi" ist gut. Der eigentliche Profi für dein Leben bist natürlich du selbst. Das sollte eine professionelle Beratung einem immer zugestehen. Darin zeigt sich gerade, dass man gut beraten wird. Wenn man gefragt wird, was einem wichtig ist. Und man dafür miteinander Möglichkeiten sucht. Deine Frauenärztin hat schon viele schwere Zeiten mit dir durchgestanden. Steht sie dir jetzt auch wieder bei? Da ist sicher viel gewachsen zwischen euch. Hat sie einen Rat für dich? Liebe Grüße von Layla
@layla Nein, ich habe auch jetzt keine Kinder. Aber ich habe drei jüngere Geschwister, die sehr wichtig für mich sind, auch wenn sie alle weiter weg wohnen. Gerade als vor einem Jahr mein Vater gestorben ist, ist mir das nochmal sehr bewusst geworden, wie wichtig Geschwister sind. Alleine wäre ich mit all dem (für meine Mutter da sein, Beerdigung organisieren usw) total überfordert gewesen und Geschwister sind einfach die Menschen, die einen das ganze Leben lang begleiten. Deshalb tun Einzelkinder mir leid, auch wenn sie materiell vielleicht viel mehr haben und auch mehr Geld für Ausflüge, Urlaube etc da ist. Freunde und andere soziale Kontakte ersetzen das enge Band zwischen Geschwistern ja nicht. @Kirschlilly Damit will ich dich jetzt aber nicht drängen oder unter Druck setzen. Es sind nur meine eigenen Erfahrungen und Gefühle. Wenn es bei dir nicht geht mit einem zweiten Kind, dann wird deine Tochter trotzdem glücklich aufwachsen können.
Liebe Frau vom Dorf, mich beeindruckt das, wie lieb du hier den Frauen schreibst und zeigst, was sich vielleicht ergibt, was man tun kann oder was sich machen lässt. Auch was mit dem Kind einfacher geht oder schöner wird, als eine Frau denkt in dem Moment, wo sie voller Angst ist. Du verstehst das, weil du den Moment kennst, wo alles nur schlimm ist. Du hattest damals Halt durch deine Familie. Und das kannst du heute noch spüren und bist dankbar dafür. Aber konntest doch nicht genug Mut fassen. Wegen deiner psychischen Erkrankung. Ist das denn gut geworden über die Jahre? So, dass du gut damit leben kannst. Jedenfalls hast du so weit Abstand und Frieden, dass du über deine schwere Zeit schreiben kannst und andern Mut machen kannst. Das finde ich wirklich sehr schön! Und du schätzst deine Familie, deine Geschwister, grade in der Zeit, wo dich nun umgekehrt die Eltern brauchen. In der fürsorglichen Rolle. Das ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt, dass man auch dann nicht alleine ist, sondern Geschwister (auch wenn sie alle jünger sind) mit tragen. Natürlich: Ob man Geschwister hat oder nicht, kann man sich als Mensch nicht aussuchen, und so findet auch ein Mensch ohne Geschwister sicher seinen Weg. Und sein Glück. @Kirschlilly Ich denke, du darfst wirklich Gutes erwarten für deine Tochter. Eben auch, dass sie durch das Geschwisterchen gewinnt. Jeder Mensch ist eine Bereicherung. Für dich sowieso. Ich wünsche dir sehr, dass Du Mut fasst, auch wenn Manches schwer ist und schwer vorstellbar. Wie war das Beratungsgespräch gestern? Hat die Beraterin dir Mut gemacht und zugleich auch deine Sorgen verstanden? Du hast mal geschrieben in diesen Tagen, du könntest sooo viel schreiben. Schreib´ dir ruhig alles von der Seele. Jeder Tag bringt wieder neue Gedanken. Liebe Grüße an euch beide von Layla
Jetzt hast du dich einfach nicht mehr gemeldet... ich schaue hier nämlich immer wieder nach dir und würde mich sehr über eine aktuelle Nachricht von dir freuen. Wie gehst du jetzt weiter vor, deinen inneren Kompass wieder zu finden? War denn die Beratung hilfreich für dich/euch? Jedenfalls solltest du jetzt nichts übereilen. In erster Linie an dich denken und versuchen ganz zu dir zu kommen. Vielleicht alle deine Energiereserven aufzutanken, bevor du wirklich eine klare Entscheidung triffst. Was denkst du? Ich weiß nicht, was hast du für Möglichkeiten? Vielleicht nimmst du dir einfach eine kleine Auszeit? Ganz nur für DICH!? Felicia
Liebe Kirsch-Lilly Natürlich ist eine Fehlgeburt immer etwas trauriges. Schliesslich hat man sich das Kind doch so gewünscht und hat schon Pläne geschmiedet. Man denkt auch immer wieder daran zurück, weiss noch genau, was man gerade getan hatte. Das dritte Mal klappte es ja. Du schreibst, es lohnte sich, die Tochter ist die Liebe eures Lebens. Ihr habt das Schicksal nicht mehr herausgefordert, trotzdem hat das "Schicksal" zugeschlagen. Der Alltag hat sich eingespielt und nun kommt alles durcheinander. Es ist gut, wenn ein Kind nicht alleine aufwächst. Natürlich können andere Kinder auch ein Ersatz sein, aber es ist nicht dasselbe wie Geschwister. Viel Geld braucht man nicht unbedingt. Man kann auch mit wenig glücklich werden. Man muss nicht alles geboten haben und kann mit einfachen Ferien schöne Erinnerungen haben. Für euch ist es so perfekt. Wenn es anders wäre, könnte es trotzdem nicht gut sein? Für dich ist es ein Widerspruch, dieses Leben "wegzumachen". Vielen Frauen ergeht es so. Du empfindest keine Liebe für das Baby. Da die Schwangerschaft nicht geplant war, braucht das sicher seine Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Ich hoffe, du hast den gewünschten Zuspruch erhalten. Lieben Gruss
ich habe deine Situation gelesen und finde es schön, dass du hier gelandet bist und deinen Gedanken hier auch freien Lauf lässt. Das ist richtig so! Dass du dich jetzt in diesem ethischen Zwiespalt fühlst, verstehe ich sehr gut. Ich denke jede Frau, die mal ungewollt schwanger war, kann verstehen dass die Verzweiflung gross ist. Vorher hat man schlecht über abtreibung gedacht oder gesprochen. Wer macht sowas? Was sind das für Frauen? Und plötzlich findet man sich selbst in dieser Situation wieder und verabscheut jegliches Gefühl dazu. Es ging mir ganz genauso, und sicher vielen anderen Frauen auch. Du musst deine Schwangerschaft jetzt beurteilen. Und in dich hineinhorchen. Bei mir war es so, dass ich dachte: "oh ein Kind passt jetzt ja mal einfach so gar nicht. Wohnung zu klein, Partner lebt im Ausland, finanziell ok aber nicht berauschend." Und jetzt, wo es zu spät ist, denke ich, dass das alles gar keine wirklichen Gründe waren. Das ist nicht leicht: ja. Das ist etwas ungewohntes und neues: ja. Es ist vielleicht für viele nicht nachvollziehbar: ja. Aber war es ein Grund ein Kind abzutreiben? Für MICH heute: nein!! Ich finde man muss das wirklich abwägen und dann schauen wie stark man ist den Weg zu gehen. Stell dir diese Fragen und dann wirst du mit der Zeit auch deine Antwort finden. Und überstürzt nichts! Nimm dir Die Zeit!
Liebe Kirschlilly, es sind sechs Wochen vergangen, als du dich hier gemeldet hast und ich denke noch immer an dich! Hoffentlich konntest du einen guten weiteren Weg finden, wie du mit deiner Familie einfach glücklich weitergehen kannst! Alles, alles Liebe für Dich! Felicia