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Ungewollt schwanger: Meine Situation

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Die schlimmste Entscheidung meines Lebens

Die schlimmste Entscheidung meines Lebens
Hallo zusammen, ich muss erstmal bisschen was erzählen bevor ich zu meiner eigentlichen Sorge komme. Ich bin seit 20 Jahren Typ 1 Diabetikerin und habe vor 5 Jahren erfahren das ich an einer Netzhautkrankheit leide,ich würde bereits mehrfach gelasert und einmal operiert und es wird sich mit den Jahren immer weiter verschlechtern,denn es ist nicht heilbar. Durch meinen Diabetes darf ich keine hormonellen Verhütungsmittel mehr verwenden,wodurch ich auf persona umgestiegen bin es hat auch fast 1jahr gut funktioniert,bis ich vor 4 Wochen erfahren habe das ich schwanger bin. Ich bin nun in der 9 Woche und ich möchte das Baby eigentlich bekommen,nur habe ich nun von meiner Augen Ärztin erfahren das ich blind werden könnte durch die Schwangerschaft,da sie meine Erkrankung definitiv stark verschlimmert. Ich bin nun völlig am Ende denn der Gedanke mein Kind zu töten macht mich fertig und die Angst blind zu werden auch! Ich brauche dringend einen Rat
6 Antworten
Hallo Biene, die Vorgeschichte ist wirklich wichtig! Deshalb kommst Du auch nicht gleich zur "eigentlichen Sorge". Mir kommen einige Fragen, die ich jetzt schreibe, nicht, weil es mich persönlich interessiert (also Neugierde ist es nicht .. ), sondern für Dich zum Überlegen und für die Gespräche mit den verschiedenen Ärzten, um die einzelnen Faktoren zusammenzubringen: Besteht denn ein Zusammenhang zwischen der Netzhauterkrankung, die vor 5 Jahren diagnostiziert wurde, und der Diabeteserkrankung? Die Schwangerschaft könnte einen Schub auslösen, aber mit der Verschlechterung musst Du sowieso leben? Im Zusammenhang mit Diabetes wurde über hormonelle Verhütung gesprochen und und es wurden Alternativen empfohlen. Sollte eine Schwangerschaft denn grundsätzlich ausgeschlossen werden (Augen) oder v.a. die Hormonlage nicht durch Verhütungsmittel beeinflusst werden (Diabetes)? Was wurde Dir hinsichtlich einer möglicherweise doch eintretenden Schwangerschaft gesagt? Damit rechnen muss man immer, wenn auch zu einem kleinen Prozentsatz. Und so wie Du von dem Baby schreibst, war es für Dich selbst nicht grundsätzlich unvorstellbar, vielleicht sogar erhofft. Waren die Aussagen der Ärzte diesbezüglich vage, und eine mögliche Schwangerschaft und die mögliche Verschlimmerung der Augenerkrankung wurde für diesen Fall nie wirklich thematisiert? Wollte da niemand hinsehen??? Also im Sinn von drauf-ankommen-lassen. Und nun stehst Du unvorbereitet da und die Angst ist groß. Du hast bisher mit der Augenärztin gesprochen. Jetzt wäre wichtig, dass die unterschiedlichen gesundheitlichen Aspekte gut verknüpft werden, und Du nicht jeweils von einem Spezialisten nur aus seiner Warte betrachtet wirst, sondern als ganzer Mensch, als ganze Biene. Vermutlich musst Du alle Informationen selbst einholen und aufeinander beziehen und miteinander abwägen. Zuerst stellt man sich das Schlimmste vor. Das ist aber noch nicht die Realität. Hefte Dich den Ärzten an die Fersen! Und lass Dich nicht von negativen Prognosen einschüchtern. Du hast ja auf der Skala zwischen gesund und krank schon viel durchlebt und bewältigt im Lauf Deines Lebens. Wie geht es Euch als Paar - und wie ging es Euch vor Eintreten der Schwangerschaft mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft? Das ist für den seelischen Halt wichtig. Liebe Grüße von Layla
Liebe Bieneben86 die Diagnose deiner Augenärztin ist schon irgendwie deprimierend. Ich kann mir gut vorstellen, wie ratlos du dich im Moment fühlst und deine große Verunsicherung sehr verstehen. Mein erster Gedanke war deshalb auch nach Spezialisten zu suchen, die alle deine Faktoren der jetzigen Situation auf einen Nenner bringen könnten und dir eben Hoffnung machen, dass es doch gut gehen kann. Was denkst du? Sicher warst du mit der Netzhauterkrankung schon bei mehreren (vielen?) Ärzten. Durch die überraschende Schwangerschaft ist es offenbar wieder ganz neu zu untersuchen und anders mit deiner Diabetes abzustimmen. Man kann deine Verzweiflung, über eine Abtreibung nachzudenken, spüren. Es klingt deutlich aus deinen Zeilen, dass du das kleine Leben in dir schon ins Herz geschlossen hast. Hey, dafür lohnt es sich doch zu kämpfen. Alles ist möglich, gib nur nicht auf! Ich schick’ dir von Herzen mal ganz dicke Mut und Kraftpakete! Felicia
Liebe Biene, ich muss gestehen, im ersten Moment bin ich bei deinem Beitrag erschrocken. Eine blinde Mutter, das möchte man sich nicht vorstellen. Im zweiten Moment dachte ich dann: Mitleid ist etwas, was dir jetzt überhaupt nicht weiterhilft. Dann hab ich im Internet mal unter Blindheit und Mutter-sein gesurft und bin fündig geworden. Da gibt eine ganze Reihe von Beiträgen die mir zeigen: „Doch das geht!“ Aber erst mal ist es ja noch nicht soweit. Du hast in jedem Fall einen Weg vor dir und du hast Zeit dich mit der Frage und den möglichen Konsequenzen auseinander zu setzen. Und du wirst Unterstützung brauchen. Ich wünsche dir von Herzen, dass du diese Unterstützung bekommst. Hier ist erst mal ein „guter Platz“ um zu schreiben und sich Rat zu holen. Dafür ist dieses Forum da. Deshalb freue ich mich, dass du hierher gefunden hast. Magst du schreiben wie es dem Vater des Babys bei den Gedanken geht? Ist er deine erste Vertrauensperson? Könnt ihr den Weg gemeinsam gehen der jetzt vor euch liegt? Liebe Grüße Linda
es ist jetzt schon über eine Woche her, dass du hier geschrieben hast und ich mache mir Gedanken, wie's dir geht!? Hast du inzwischen mit noch anderen Ärzten oder vielleicht Spezialisten reden können und dir einfach mehrere Meinungen eingeholt? Ich hoffe wirklich sehr für dich, dass du dich etwas beruhigen konntest und du es dir zutrauen darfst, dein Baby zu bekommen. Wär’ echt schön, wenn du uns wieder ein kleines Update gibst, was sich die Tage getan hat und was dich weiter so beschäftigt... ? Ganz liebe Grüße von Felicia
Eine echt schwere Entscheidung für dich. Ich bin innerlich bei dir. Ich möchte dir eine kleine Geschichte einer Freundin erzählen, wenn ich darf: Das alles liegt schon Jahrzehnte zurück, zu einer Zeit also schon, als die Medizin noch lange nicht soweit war, wie sie heute ist. Diese Freundin, inzwischen über 80, hat 5 Kinder. 3 davon hätten auf Anraten der Ärzte niemals geboren werden sollen, weil sie das Leben der Mutter extrem gefährdeten. Die genauen Hintergründe sind mir entfallen, sorry, sie waren aber echt gravierend, zumal zu der damaligen Zeit. Sie entschied sich auch - auch aus ihrem Glauben heraus - sofort für ihre Kinder. Und sie wurde belohnt - 3x - , indem sie gesunde Kinder bekam, die heute mitten im Leben stehen. Und sie selbst hat die Geburten, die ihr Leben bedrohten, ohne Folgen überstanden. Nun zu dir: Diabetes und Schwangerschaft hat man heute gut im Griff, da musst du dir keine Sorgen machen, wenn du dich regelmäßig kontrollieren lässt. Zu deiner Netzhauterkrankung, die echt bitter ist und mir für dich sehr, sehr Leid tut: Es ist weniger - ich habe eine Freundin, die Ärztin ist - die Schwangerschaft, die deine Netzhaut gefährdet, sondern es ist die Geburt selbst, sprich: Die Presswehen, die einen immensen Druck ausüben auf sämtliche Organe, somit auch auf die Augen. Das aber kann man umgehen durch - bitte nicht erschrecken - einen Kaiserschnitt. Denn es sind i.a. die Presswehen, die durch den enormen Druck auch auf die Augen/Netzhaut einwirken und bei einer Vorschädigung diese weiter verletzen können. Deshalb holt man die Kinder derart (Netzhaut-)Erkrankter meist 1-2 Wochen (was keinerlei Probs für das Kind bedeutet) vor dem Geburtstermin per Kaiserschnitt. Du hast also - denn ich lese ja, wie sehr du dir dieses Kind wünschst! - wirklich alle Chancen, das Kind auszutragen und gesund für dich und es zur Welt zu bringen! Bitte aber: Such dir einen FACHKUNDIGEN Arzt, der euch diese gesamte Zeit hindurch begleitet und berät! Doch es ist zu schaffen - ich wünsche dir alles Liebe und Gute hierfür!
Wie geht es Dir denn? Du hast gar nicht mehr geschrieben?! Vielleicht bist Du noch mittendrin in der "schlimmsten Entscheidung deines Lebens". Hat Dir irgendetwas Mut gemacht die letzten Wochen? Oder zieht sich die gute Hoffnung irgendwie immer mehr zu? Wie schön wäre es, wenn Ärzte und medizinische Möglichkeiten alles für Dich tun könnten, dass auch Du Mutter sein kannst - ohne selbst noch mehr Schaden zu nehmen. Teilt und nährt denn jemand unter den Ärzten diese Hoffnung? Ich bin wirklich immer noch sehr gespannt!!!! Schreibst Du vielleicht doch wieder??? Layla