Menü

Schwanger und er will das Kind nicht

Zurück

Ungewollt schwanger: Ich bin am Ende

Ungewollt schwanger: Ich bin am Ende
Hallo! Ich weiß nicht wie oder wo ich anfangen soll. Ich bin 31 Jahre alt, verheiratet und wir haben einen gemeinsamen Sohn von 10 Jahren. Als ich ihn damals zu Welt brachte war alles ziemlich schlimm für mich. Er war 6 Monate ein Schreikind und ich war total überfordert mit der ganzen Situation. Die einzige, neben meinem Mann, die mich unterstützt hat wo sie nur konnte war meine Mama. Als er 7 Monate alt war wurde ich wieder schwanger. Kurz nachdem ich das erfahren hatte, erlitt meine Mutter einen Hirninfarkt und starb 12 Tage später. Ich war am Ende, überfordert und nur noch am weinen. Ich habe mich für einen Schwangerschaftsabbruch in der 7. Woche entschieden. Lange habe ich mit der Entscheidung zu Kämpfen gehabt. Etwa 6 monate später wurde ich erneut schwanger. Diesmal war es aber geplant. Ich habe das Baby in der 13. Woche verloren. Ich war sehr lange shr traurig und wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Hab es aber irgendwann geschafft darüber "hinwegzukommen". 2 Jahre später war ich wieder schwanger. Wir haben uns total gefreut. Endlich hat es geklappt. Ernüchterung in der 14. Woche. Ich hatte schon wieder eine Fehlgeburt. Von da an habe ich gesagt das ich keine Kinder mehr möchte. Mein Mann und ich sind uns da einig gewesen. Ohne Kondom lief bei uns nichts mehr. Im Dezember war ich 8 Tage überfällig, habe einen Test gemacht der positiv war. Gestern war ich beim Frauenarzt. Ich bin 6+4 Woche schwanger. Mir geht es übertrieben schlecht. Übelkeit die, trotz Magnesium, vom Morgen bis in die Nacht reicht. Ich kann nicht schlafen. Hab ständig Kreislauf. Ich fühle mich nicht mehr dazu bereit noch ein Kind in die Welt zu setzen. Mein Mann möchte auch keine Kinder mehr. Für ihn ist eine Abtreibung unumgänglich. Ich dachte auch die ganze Zeit das ich das nicht möchte. Ich habe einen Termin bei Pro Familia und beim Frauenarzt für das Vorgespräch. Ich kann nicht mehr schlafen. Mich plagen Alpträume von der Ausscharbung. Das macht mich fertig. Der Gedanke allein schon. Ich zweifle an meiner Entscheidung. Wie kann ich damit besser umgehen? Was kann ich tun das es mir besser geht? Was bzw. wie sage ich es meinem Mann falls ich mich doch umentscheide, da er mittlerweile strikt dagegen ist?! Er fragte mich vor ein paar Tagen noch: "Du willst doch nicht echt noch eins?!" Woraufhin Ich direkt antwortete: " Bist du bescheuert?!" Ich bin so verzweifelt und finde einfach keine Lösung bzw. Antworten auf meine Fragen. Ich hoffe es gibt hier jemanden der ungefähr mal in der selben Situation gesteckt hat oder auch steckt. Liebe Grüße und danke im Voraus für die Antworten.
4 Antworten
Hallo, du traurige Mama! Schon länger geahnt, und seit gestern endgültige Gewissheit – damit steht dein Leben momentan gefühlt auf dem Kopf. Alles, was ihr euch gedacht und vorgenommen habt, wird ausgehebelt durch die neue Situation. Weil sie sich schon ein paar Tage angebahnt hat, bist du jetzt schon vollkommen erschöpft vor lauter Schlaflosigkeit und Gedankenspielen, zumindest empfinde ich so beim Lesen deiner Zeilen. Alles scheint eigentlich so klar und entschieden...doch irgendwie wehrt sich in dir etwas. Kann das sein? Du liebe „sad mom“, am liebsten würde ich mich nun einmal still zu dir setzen und vorsichtig die Bremse ziehen in deinem Gedankenkarussell. Wenn es nur so einfach wäre. Ich bin zutiefst betroffen von deiner Geschichte. Mit 21 hast du dein erstes Kind bekommen. Deinen Sohn. Darf ich fragen: War er denn geplant? Zu Beginn ein Schreikind, also beschwerliche erste Monate. Doch irgendwie konntest du diese Zeit gut verarbeiten, denn später entstand euer gemeinsamer Wunsch nach einem weiteren Kind. Dazwischen leider ein ganz trauriges Kapitel: der überraschende und schockierende Tod deiner Mutter und daraus folgend deine Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch. Lange hattest du mit dieser Entscheidung hinterher zu kämpfen, so schreibst du. Ich kann mir vorstellen, dass das eine sehr schwere Zeit für dich war! Vermutlich hast du die Entscheidung auch aus Angst vor erneuter Überforderung getroffen, zumal deine liebe Unterstützerin plötzlich nicht mehr sein konnte. Kann das sein? Und das alles mit nur ca. 22 Jahren, wenn ich richtig gerechnet habe. Eine Lösung in der Not, so kommt es mir vor. Und plötzlich: Irgendwie hast du es geschafft, über all das hinwegzukommen. Hast neuen Mut in das Leben gesetzt, dir wieder etwas zugetraut. Was hat dir denn zu diesem Auftrieb verholfen? War es vielleicht dein kleiner Sohn, der dir täglich Freude machte ? War er möglicherweise ein Kind "zum Genießen" geworden? Denn mit ungefähr 23 hattest du einen (weiteren) Kinderwunsch. Du wurdest wieder schwanger, vielleicht zum ersten (oder zweiten?) Mal geplant. Ganz bewusst wolltest du dich einlassen auf ein zweites Kind. Du hattest buchstäblich wieder Freude am Leben, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie groß muss deine Freude über die Schwangerschaft gewesen sein! Doch leider wurde deine Hoffnung und deine neu gefundene Lebensfreude enttäuscht. Zwei Jahre musstest du warten, bis es endlich wieder geklappt hat. Doch auch hier ging es nicht gut aus. Es tut mir so leid, was du in so jungen Jahren (mit gerade einmal 25, oder?) schon mitgemacht hast! Das muss erst einmal verarbeitet werden... Ab sofort hast du beschlossen, kein Kind mehr zu wollen. Eine Kehrtwendung um 180 Grad. Du wolltest keine Hoffnung mehr in ein weiteres kleines neues Leben setzen. Das ist so gut nachvollziehbar - denn solche Enttäuschungen wolltest du von nun an nie wieder erleben. Und dein Mann war mit dir einig. Ihr habt quasi einen Schlussstrich gezogen, ganz bewusst und abrupt, nach herben Enttäuschungen. Und nun: Will sich das Leben auf seine Art zurückmelden, so kommt es mir vor. Es ist, wie wenn es dir noch einmal ein Angebot machen möchte. Empfindest du das auch so? Ist es das, was dich so unruhig werden lässt? Außer deiner Erinnerung an den Abbruch damals? Es ist so verständlich, dass es dir dadurch erst einmal den mühsam wieder errungenen Boden unter den Füßen wegzieht. Wie gut, dass du hier schreibst, einmal alles notierst und sortierst, was dein Leben bisher ausmachte. Und dass du dir hier auch überlegen kannst, was es künftig ausmachen soll. Das Wichtigste ist nun sicherlich, dass du dir Bedenk-Zeit lässt – und dir die auch von deinem Mann erbittest. Ihr seid nun schon so lange ein Paar . Eines, das miteinander durch Höhen und Tiefen ging. Ich vermute, wenn du ihm ehrlich sagst, wie es dir gerade geht, wird er sich ganz allmählich auch anderweitig mit der Schwangerschaft auseinandersetzen. Bisher bestand für ihn die Notwendigkeit noch gar nicht, weil du andere Signale ausgesendet hast. Geahnt hat er vielleicht schon etwas, sonst hätte er dich vor ein paar Tagen nicht so gefragt, hm? Lass auch ihm Zeit. Wenn er bemerkt, was dich umtreibt und was dir Angst und Alpträume bereitet, wird das auch in ihm andere Gedanken freisetzen. Schritt für Schritt. Was meinst du? Und dann ist da leider noch deine Übelkeit . Dagegen gibt es ein gut verträgliches Medikament, das du dir besorgen kannst. Es ist nicht verschreibungspflichtig und heißt Agyrax. Es würde mich freuen, wenn dir das helfen kann! Oder du wendest dich gleich noch einmal an deinen Frauenarzt. Ich wünsche dir nun eine gute erkenntnisreiche und ehrliche Zeit für dich. Für heute Nacht – und das ist vermutlich das Allerwichtigste – erst einmal eine kräftige Portion tiefen traumlosen Schlaf! Ich denke an dich und grüße dich herzlich! Delphinnase
deine Geschichte bewegt mich sehr. Du hast mit deinen Fehlgeburten und dem Tod deiner Mutter unglaublich vieles durchlitten. Und hast – das finde ich erstaunlich und stark! - trotzdem immer wieder Mut gefasst. Ich stelle mir deine ganzen vergangenen Jahre ziemlich kräftezehrend vor, ein Wechselspiel des Lebens zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Dass ihr nach all dem eigentlich fertig wart mit dem Thema Kinderkriegen, kann ich nur zu gut verstehen. Da will man nicht gern wieder hoffen auf die Gefahr hin enttäuscht zu werden. Und nun, hab ich den Eindruck, nimmst du in dir irgendwie auch eine leise Stimme wahr, die dich gar nicht so sicher sein lässt, die Abtreibung zu vollziehen. Auch wenn es dir echt miserabel geht und dir viel Kraft fehlt und gute Gedanken für die Schwangerschaft noch weit entfernt sind. Und in deinen Albträumen vor einer Ausschabung ballt sich alles zusammen und lässt dich nicht zur Ruhe kommen. Es tut mir so leid, dass das alles grade so sehr an dir zehrt. Wenn ich dich richtig verstanden habe, möchtest du dir einfach mal noch die Offenheit bewahren, in alle Richtungen zu denken und dich eventuell doch noch für die Schwangerschaft entscheiden zu dürfen. Und ich stelle mir vor, wie eng es sich für dich momentan anfühlt, weil dein Mann in dem Punkt (bisher) nur die Abtreibung als nächsten Schritt sieht. Vielleicht möchte aber das Leben dir (und euch als Familie) erneut eine Chance anbieten, und du würdest dich mit einer Abtreibung eigentlich selbst enttäuschen und dir genau das auferlegen, was du bei deinen Fehlgeburten durchleiden musstest - noch bevor du der Schwangerschaft und dem Kind, das sich angekündigt hat, eine Chance gegeben hast (und wer weiß, vielleicht verläuft es diesmal auch besser, ist ja nicht ausgeschlossen). Ist das denn auch ein Gedanke von deinen Gedanken? Kannst du mit deinem Mann drüber reden? Vielleicht brauchst du auch erst noch selbst Zeit, um dich zu sammeln... Hat denn dein Beratungsgespräch schon stattgefunden? Ist ja auch eine Gelegenheit, das zu erspüren und zu sortieren, was dir momentan in Herz und Sinn kommt. Ich wünsch dir viel Kraft und Mut, dass du nun nochmal genau überlegen kannst, was du eigentlich willst. Hoffentlich kannst du dich zuhause gut ausruhen und möglichst auch verwöhnen lassen. Ich weiß ja nicht, ob dein Mann gerade noch Urlaub hat? Liebe Grüße von Jana
Guten Morgen, sad_mom, ich kann verstehen, dass dich der Gedanke allein schon, fertig macht. Denn du weißt all zu gut, wie es ist, sein Kind zu verlieren... auf unterschiedliche Art und Weise. Und eigentlich ist es unmöglich, es freiwillig herzugeben, oder? Jede deiner Schwangerschaften waren bisher geprägt von „Verlieren“ und Trauer. Vielleicht kommt genau jetzt die Angst hoch: „Was ist, wenn ich jetzt noch mein Mann verliere, wenn ich mich doch für dieses Kind entscheide?“ Treffe deine Entscheidung nicht aus Angst heraus, dass sich die „Geschichte wiederholt“. Denn das Leben bietet immer Chancen auf "Nauanfang", Veränderung, Perspektivwechsel, Gesaltungsfreiraum usw. Sondern frage dich: „Was genau lässt mich zweifeln? In welche Richtung zieht mein Herz?“ Und so lange in dir da ein Dialog stattfindet... solange warte. Und gebe dir die Zeit. Denn du hast Zeit! Und du bist es wert, „gehört zu werden“. Wie geht es dir heute? Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Einen ganz lieben Gruß an dich, frischeminze
Hallo sad_mom! Liest du hier denn noch? Wie geht es dir denn? Hattest du deinen Termin bei der Beratungsstelle bereits, und war er hilfreich für dich? Ich hoffe so sehr, dass du mittlerweile ein gutes Mittel gegen deine Übelkeit hast und wieder schlafen kannst. Denn unter Erschöpfung stelle ich es mir noch schwerer vor, eine gute Entscheidung zu treffen. Ich denke weiterhin an dich und würde mich richtig freuen, wenn du wieder schreiben magst! Delphinnase